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Abgehakt ...
05|01|2012



Wie schleift man Historische Gebäude: Da müssen Sie einfach einmal nach Wilhelmshaven kommen.

... wurde neben demokratischen Urtugenden nicht nur das vergangene Jahr, sondern auch Wilhelmshavens älteste Erziehungsstätte, die Schule Neuende, bei der man im Dezember 2011 vorsorglich ohne Ratsbeschluss schon einmal investorengerecht die Bäume fällte.

Vermisst wurden bei diesem Vorgang besonders die führenden Protagonisten für eine Stadtteilhaus-West-Idee in Wilhelmshaven, wie Karlheinz Föhlinger [SPD Wilhelmshaven], der einige Monate zuvor, also vor seinem märchenhaften Aufstieg vom „enfant terrible“ in der SPD, ins Amt des Fraktionsvorsitzenden, noch vehement Pressemitteilungen versendete, damit das jetzt Geschehene niemals passiert.

Diese vergangene „Heldentat“ verkommt so zum politischen Kalkül ohne Substanz. Für die  Bürgerinitiative zur Rettung der ältesten Wilhelmshavener Schule ist es eine satte Ohrfeige mit einer politischen Stimmungskehrtwende um 180 Grad.

Soll man jetzt zynisch „Danke“ sagen oder, das wußten wir doch vorher?

Es ist  als würde Wilhelmshaven auf den Eicki-Pfad zurückkehren, damals, als Umweltbewusstsein und Demokratie angeblich noch auf unsicheren Füssen wanderten und Interessen von Naturschützern oder Bürgern mit ebendiesen getreten wurden.

Dieser sumpfige Teil der Wilhelmshavener Geschichte um Vorteilsnahme und Korruption katapultiert sich gewissermassen wieder ins sonst so von Kurz-Zeit-Räumen beherrschte und längst kommunal publizistisch konditionierte Gedächtnis.

Obwohl so gar nicht verwöhnt von den großen Versprechen der Vergangenheit, erklärt man diese Gewohnheit anstelle demokratischer Gepflogenheiten zur eigentlichen Urtugend, wider jeder Vernunft und denkt: der Bürger hat es in der Vergangenheit „gefressen“, also wird er es auch zukünftig tun.

Das beste Beispiel ist Christian Wulff, der im Amt des Bundespräsidenten, also des Repräsentanten Deutschlands, seit Ende 2011 moralisch ethisch schwer schwächelt. In seiner Amtszeit als Ministerpräsident ging er mit den Mächtigen der Welt auf Reisen, verbringt mit einigen dieser Freunde in deren Freizeitdomizilen den Urlaub und bezieht von einer sehr zugeneigten Familie einen Privatkredit - von deren Ehefrau - Geld das letztendlich doch vom Konto ihres Mannes stammt [... na verstanden?]

Diese selbsternannte Elite, politisch durch das Volk Legitimierter, geht inzwischen einen seltsamen Weg, den die Bürger und die letzten, übriggebliebenen investigativen Journalisten schon längst nicht mehr verstehen. Da bleibt einem eigentlich jeder Kommentar zur Sache gleich im Hals stecken - nicht so unsere Kommunalpolitikgrößen, die dieser neuen Qualität von Gerechtigkeitsbewußtsein für einige Auserwählte in fast jeder Hinsicht nacheifern.

Die ansteigende städtische Verschuldung vor Augen ist man nicht gewillt, die Grundsteuer zu erhöhen, um so die Einnahmeseite der Stadt um 1ne Million Euro zu positivieren. Da sucht man lieber verzweifelt bei den freiwilligen Leistungen, ob man hier und dort parteiinteressengesteuert nicht noch etwas für die nächste Wiederwahl findet, das sich zum eigenen Vorteil generieren lässt.

Politik ist nicht mehr Volksvertretung, sondern Selbstinszenierung zum Selbstzweck auf höchster juristischer Ebene.

Während der Zustand der Straßen sich immer mehr verschlechtert, und bevor die gesetzliche Schuldenbremse eintritt, plant man ohne wirtschaftliche Substanz auf der Basis von schöngerechneten Zahlen die Erweiterung eines Containerhafens an der Jade, der seine Wirtschaftlichkeit erst noch unter Beweis stellen muss.

Die Politik und die Banken wollen nichts aus der Vergangenheit lernen. Im vollen Bewußtsein, da kommt z. B. der Klimawandel mit unangenehmen Auswirkungen auf die ursprüngliche Verwendung von Steuergeldern, verfährt man weiter wie bisher  in einer Art undurchsichtigem Kreislauf und treibt nebenbei die gesellschaftliche Gefühlskälte und die Schere zwischen Arm und Reich, auseinander.

Unbequeme bürgerliche  Ängste schiebt man beiseite, mit ihnen ihre Bewegungen, wie die der Occupy-Anhänger gegen die Finanzindustrie. In den USA spenden die Banken reichlich Geld an die Polizei, damit die Meute nicht eines Morgens im Finanzdistrikt, mitten auf der Wall Steet mit einem „We are 99 Percent“-Schild bewaffnet den Weg in die New Yorker Börse versperrt, um auf die zügellosen Wetten unter neuem Namen am Finanzmarkt aufmerksam zu machen.

Trostlos ist es geworden rund um Moral, Ethik und Demokratie. Der Mensch als solcher wird zum Instrument der Konzerne degradiert, und soll froh sein, überhaupt noch einen Arbeitsplatz haben zu dürfen. Man redet auch nicht mehr von Human beings, sondern zu 99 Prozent von und über Geld, das man nicht hat, aber weiterhin mit vollen Händen ausgibt und über Renditeerwartungen - alles, aber auch alles stellt diese Art von Zivilisation hinten an.

Besondes bemerkenswert ist in jeder Hinsicht der Komsumendspurt beim Weihnachtsfest - wen interessiert da noch das Schicksal eines verhungernden Somaliers, an dessen Küste die Containerschiffe mit den vielen Konsumartikeln, an die wir uns so gewöhnt haben, vorbeifährt. Das diktatorische System Assad in Syrien, das für politische „Ruhe“ sorgt, ist weltwirtschaftlich betrachtet wichtiger, als das Schicksal der Regierungsopposition, also irgendein Menschenleben.


Auch die Lieferung von Waffen in Krisengebiete oder solchen, die sich dahingehend entwickeln können, ist von größerer Bedeutung, als könnten sich diese Waffen nicht eines Tages nachgebaut gegen einen selbst richten.

So werden sich die Menschen und Familien auch weiterhin immer mehr von prekären Arbeitsverhältnissen ernähren müssen. Die Schere zwischen Arm und Reich spreizt sich weiter und die Zahl der Leergut- und Lumpensammler könnte dramatisch ansteigen, während wir konsumorientiert,  mit ungeahnten gesellschaftlichen Konsequenzen  einfach wegsehen.

What kind of Spirit is this?


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

P.S.
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