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Südstrand Wilhelmshaven: Unsicherheit der Ansteckung mit pathogenen Keimen nicht vom Tisch
09|10|2012



Bis heute leitet Wilhelmshaven ungeklärte Abwässer in Wilhelmshavens Vorzeigebadezone am Südstrand, auch mitten in der Badesaison!

Was hört man eigentlich heute, am Ausgang des Sommers 2012, über die Mischwassereinleitungen am Südstrand?

Sind sie für Badende am Südstrand möglicherweise gar nicht mehr relevant, weil technische Verbesserungen bereits zu einer Halbierung der Einleitungen geführt haben? Darüber berichtete die WZ u.a. am 05.03.2011 [Zitat: „In einer ersten Ausbaustufe – Feinsieb-Einbau und Kanalnetzsteuerung – wurde inzwischen schon eine Verringerung um die Hälfte erreicht“].

Die Reduktion, so las man weiter, würde auf 85 % gesteigert werden können, wenn die für 2012 vorgesehene neue Druckrohrleitung realisiert sei. So könnten Bürger und Badende sich über einen um 50 % fäkalfreieren Südstrand freuen, wenn – tja wenn nicht das Wörtchen ‚Wenn’ wär’ – beispielsweise, wenn zu hinterfragen ist, ob denn auch die Zusammenhänge zwischen Einleitungshäufigkeiten und dem in unseren Breiten zweifellos unbeständigen Wettergeschehen berücksichtigt wurden.

Wir haben solche Zusammenhänge zwischen den Niederschlags- und Einleitewerten über die Jahre 2007 – 2012 auf der Basis der Internet-Tabellen der Technischen Betriebe Wilhelmshaven [TBW] untersucht und Interessantes herausgefunden:


Abb. 1: Entwicklung der Jahresmengen [links] und der Zahl der Einleitungen [rechts] am Banter Siel zwischen den Jahren 2007 und 2011. Der Pfeil weist auf ein nachfolgend näher erläutertes Phänomen hin

Auf der Basis von Gesamtjahreswerten, die der in der WZ genannten 50 %-Reduktion zugrunde lagen, erscheinen die Einleitungen am Banter Siel durchaus rückläufig [Abb. 1]. Jedoch verweist der Pfeil in Abb. 1 bereits auf ein Phänomen, das genauer betrachtet werden sollte, bevor wir uns auf den Berechnungen über die Wirkung der Kanalbewirtschaftung ausruhen. Der Pfeil weist darauf hin, dass die Jahresmenge 2008 gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht war [links], die Zahl der Einleitungen des Jahres 2008 jedoch deutlich abnahm [rechts]. Hintergrund ist die ungleiche Verteilung der Einleitungen auf die Monate. So machte allein die Summe der Einleitungen an vier aufeinander folgenden Tagen im Juli 2008 über 50 % der Gesamteinleitungsmenge des Jahres 2008 [1.009.625 m3] aus. Ähnliches war in anderen Jahren, auch 2012 [Abb. 6] zu beobachten, wobei der Bademonat Juli besonders häufig von hohen Einleitungsmengen pro Tag heimgesucht wurde und wird.

Fakt sind die Abhängigkeiten der Einleitungsmengen und –häufigkeiten vom Wettergeschehen, das nicht homogen ist, sondern sich bekanntlich im Verlauf von Stunden, Tagen oder Wochen ändern kann. Wer Rückgänge der Jahresmengen und –häufigkeiten der Einleitungen einzig und allein der verbesserten Kanalwirtschaft zuschreibt, ignoriert den Zusammenhang zwischen dem Wettergeschehen und den Einleitungen im Jahresverlauf und damit die realen Gefährdungsmomente der Badenden durch Fäkalkeime, die mit den Einleitungen an den Badestrand gespült werden.
 
Dieser Fakt wird deutlich in der vergleichenden Betrachtung der Häufigkeit der Niederschläge im Verlauf der 6 Jahre. Die Zahl stärkerer Regen, die zahlennachweislich gem. TBW-Tabellen die Mischwasser-Entlastung am Banter Siel initiierten, nahm von 2007 bis 2011 deutlich ab [Abb. 2 und 3]. Auch etwa zeitgleich mit den Maßnahmen der TBW verringerte sich die Zahl der Tage mit schwachen Regenereignissen [Abb. 4], während deutlich die Zahl der Tage ohne Niederschläge zu nahm [Abb. 5].

So zeigt es sich, dass die momentan rückläufige Tendenz der Mischwasser-Einleitungen am Banter Siel nicht primär oder alleinig der Verbesserung der Kanalwirtschaft, sondern in erster Linie der Veränderung der Niederschläge während der letzten 6 Jahre zugeschrieben werden kann.


Abb. 2: Zahl der Tage mit Niederschlägen > 10 mm in den Jahren 2007 bis 2011.


Abb. 3: Zahl der Tage mit Niederschlägen von 5 bis 10 mm in den Jahren 2007 bis 2011.


Abb. 4: Zahl der Tage mit Niederschlägen von 1 bis 5 mm in den Jahren 2007 bis 2011.


Abb. 5: Zahl der Tage ohne Niederschläge in den Jahren 2007 bis 2011.

Auch wenn der örtlich und zeitlich enge Rahmen der hier vorgelegten Studie keine Zukunftsprognosen erlaubt, zeigt sie zumindest die Abhängigkeit der Zahl und Menge der Einleitungen [Abb. 1] von der Häufigkeit stärkerer Regenfälle vor Ort [Abb. 2 und 3]. Zweifellos kann sich somit die momentan rückläufige Tendenz wieder umkehren, so dass sich stärkere Regen wieder häufiger ereignen, wodurch sich die Zahl und Menge der Einleitungen dann auch wieder erhöht.

In diesem Zusammenhang sei auf den Deutschen Städtetag verwiesen, der in seinem Positionspapier vor der prognostizierten Zunahme extremer Wetter und daraus entstehender erheblicher Probleme für Städte und Gemeinden warnt.

Es erinnert ein wenig an ein Potemkinsches Dorf, wenn die momentane Rückläufigkeit der Einleitungen am Banter Siel einzig und allein als Erfolg der verbesserten Kanalwirtschaft gefeiert wird.

Die unvorhersehbaren Änderungen der Niederschlagswerte zeigen sich auch in den Daten von 2012 [Abb. 6; Sept.-Zahlen liegen noch nicht vor]. Während der Badesaison [Mai bis August] gab es 13 Einleitungstage mit 198.750 m3 [= 58%]. Besonders für die Badesaison ist die Wahrscheinlichkeit von Kontakten mit Keimen aufgrund höherer Niederschläge generell gegeben [auch der Faktor der für Keime vorteilhaften höheren Wassertemperaturen wäre es wert, einmal entsprechend beleuchtet zu werden].


Abb. 6: Daten aus 2012: Säulen: Niederschlagswerte [grau: 5-10 mm/d, blau: > 10 mm/d]; rote Linie und Rechtecke: Zahl der Einleitungen.

Abschließend:

Statistische Ansätze [z.B. Berechnung der 50 %] sind keine gute Basis, um Südstrand-Schwimmern zu suggerieren, dass die Gefahr einer Kontamination mit pathogenen Fäkalkeimen ebenfalls geringer geworden sei. Nach wie vor sind es die realen Konstellationen, zu denen Wind und Wetter, auf- oder ablaufende Tiden und, wie gesagt, Regenmengen und Regendauer gehören, die die Wahrscheinlichkeit eines Kontaktes der Badenden mit pathogenen Keimen bestimmen.

Beim Baden am Südstrand ist die Unsicherheit, sich mit pathogenen Keimen anzustecken, nicht vom Tisch.

Die Kaiserlichen KanalarbeiterInnen fordern daher gezielte Überprüfungen der Keimbelastungen des Südstrand während der Einleitungen und kurz nach deren Beendigung unter Beachtung aller physikalischer Einflussgrößen, wozu auch die Dichteunterschiede zwischen dem Abwasser und dem Meerwasser gehören, die sich optisch in der zögernden Verteilung der Abwasserfahnen widerspiegeln und eine angepasste Probenahmestrategie notwendig machen.

Dr. Gisela Gerdes
Kaiserliche Kananarbeiterin

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