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Axel Kluth und die Löcher: Leistung muß sich wieder lohnen!
30|04|2012



2010 hatte Axel Kluth noch gut lachen - inzwischen dürfte sich das in Richtung schlaflose Nächte verändert haben.

Ob eine Hafenkaje hält, entscheiden nicht Ingenieure, sondern Betriebswirte.

Axel Kluth, Betriebswirt: Jahresgehalt: 350.000 Euro. Dienstwagen: Audi A 6. Leistungsbilanz: mindestens 50-100 Millionen Euro Schaden durch Genehmigung eines programmierten Baufehlers [Rammen ohne Führung].

Was macht so ein CEO Leader Entscheider Geschäftsführer Wirtschaftsführer Unternehmensführer eigentlich den ganzen Tag?

Nach der Höhe seines Jahresgehalts müßte er ja die Arbeitskraft aufbringen für Fünf. 5 Abteilungsleiter einer Baufirma würden wohl etwa so viel kosten wir er ALLEIN. Offenbar muß er über sehr effektivierende Arbeitsweisen verfügen, wenn er gleich 5 Bauleiter ersetzen kann [finanziell].

Was führt er denn für ein Geschäft?

Der Hafen steht ja noch nicht. Und ist auch noch nicht in Betrieb. Er ist auch nicht selber Bauingenieur oder irgendwie aktiv an der Konstruktion des Hafens oder dessen Bau beteiligt. Hat da auch keine Ausbildung drin. Mehr in Steuern, Vergabe öffentlicher Gelder und so. Seine Aufgabe allein ist es, die Baudurchführung durch andere Firmen zu kontrollieren. Seine Aufgabe war es, eine öffentliche Ausschreibung durchzuführen und einen geeigneten Bauträger zu finden, der den tollen Hafen dann baut. Mit Geldern der Steuerzahler.

Jadeweserportrealisierungsgesellschaft. Nicht Jadeweserportbaugesellschaft. Das ist ja Bunte. Auch nicht staatliche Bauaufsicht [wegen der Verbauung öffentlicher Gelder von knapp einer Milliarde]. Die scheint gar nicht stattzufinden. Die Wirtschaft kann das doch alleine. Und besser sowieso, weil staatlich ist ja immer blöd und faul und pennt. Und Wirtschaft brummt und ist leistungsorientiert und verantwortungsbewußt. Wenn was schief geht, muß ein Unternehmer ja haften für den Schaden, wird immer behauptet [um die schwindelerregende Höhe von Gehältern, Boni, Tantiemen, Aktienoptionen etc. zu rechtfertigen].

Aber nicht in Wilhelmshaven.

Auch bei vielen anderen gescheiterten oder kostenexplodierten Bauprojekten nicht. Z.B. Schürmann Bau Deutscher Bundestag 90er Jahre. Elbphilharmonie Hamburg. Bahnhof Stuttgart wohl auch dann bald. Der Bundesrechnungshof gibt jedes Jahr einen leckeren Kalender raus, wo man lauter Türchen öffnen kann von Verschwendung öffentlicher Gelder in irgendwelchen privat ausgeführten Bauprojekten aller Art.

Wenn dann was schief geht, geht halt der Sub-Sub-Sub-Unternehmer pleite. Eingesetztes Kapital: 50.000 Euro. Rausgezogen vorher an Geschäftsführergehältern: mindestens die 10-fache Summe. Woher? Aus den öffentlichen Geldern natürlich. Wirtschaftsförderung nennt man das. Über die wird NIE diskutiert in Sachen Haushalt. Angeklagt werden nur immer die zu hohen Sozialkosten für die Existenzminimumschmarotzer der Gesellschaft.

Der eigentliche Auftraggeber des Sub-Sub-Sub-Unternehmers geht natürlich nicht pleite. Er hat den Sub-Unternehmer vielleicht falsch ausgewählt. Aber deswegen gibt es ja genau den Nudelsalat von Firmenverschachtelungen. Damit man genau eventuelle Risiken selber [privat] nicht tragen muß. Nie. Daß ein Bauunternehmer, der nachgewiesen Sch... gebaut hat, diesen Schaden selber aus seinem Privatvermögen mittragen muß, ist die absolute Ausnahme. Fand mal bei Herrn Schneider statt, der mit Krediten der Deutschen Bank Leipzig aufpeppen wollte und sich dabei verspekulierte. Die Kreditprüfer der Deutschen Bank, die seine zu finanzierenden Projekte vorher prüfen sollten, wurden nicht belangt. Den Schaden trägt letztendlich der Steuerzahler [über die Abschreibungsmöglichkeit von Verlusten].


Bunte bekam den Zuschlag, weil sie ein bißchen billiger waren als Hochtief. Hochtief hätte zwar eine andere Haftungsmasse eingebracht für den Fall des Falles. Das wird bei öffentlichen Ausschreibungen dieser Größenordnung aber offensichtlich überhaupt nicht vorher mit einkalkuliert. Weil der Steuerzahler im Zweifel hinterher immer der Dumme bleiben kann. Das Risiko wird verteilt [auf den Steuerzahler]. Und die Gewinne auch [nicht auf den Steuerzahler].

Naja. Hochtief hätte vielleicht sich doch an die Empfehlungen der Bauexperten gehalten und „Mäkler“ benutzt beim Rammen. Aber Bunte hatte offenbar bessere Erfahrungen aufzubieten aus 100 Jahren Erfahrung im Containerhafenbau [?]. Sie konnten locker darauf verzichten. Und sind sich bis heute offiziell keiner Schuld bewußt. Klar, wenn ich mir die Hand vor Augen halte, können die anderen mich nicht sehen. Logisch.

Schon nachdem die ersten 50 der insgesamt 984 Tragbohlen gerammt waren, gab es Probleme. Das geht aus einem Baubesprechungsprotokoll vom 11. September 2008 hervor, das dem NDR vorliegt. Trotzdem hat die Firma offenbar weiter ohne sogenannten Mäkler gerammt, eine Führungsvorrichtung, die dafür sorgt, dass die Spundwand-Elemente passgenau in den Boden getrieben werden. Dass der Mäkler nicht genutzt wurde, sehen Experten als Ursache für die Risse in der Kaje. Das sei grober Leichtsinn und absolut unzulässig, sagte Diplomingenieur Hans-Heinrich Wenthe, ein Wasserbauer aus Stade.“

Auch andere im Hafenbau Erfahrene empfohlen der Firma Bunte bereits sehr früh, auf die Mäkler auf keinen Fall zu verzichten:
„Die Bremer Hafengesellschaft bremenports hatte bereits im Januar 2009 mindestens 150 Risse in der Kaje vorausgesagt, wenn ohne Mäkler gerammt würde. Auch der Stahllieferant Arcelor wies schon 2008 in einer Stellungnahme darauf hin, dass die Bohlen mit Mäkler gerammt werden müssten.“

Und jetzt kommt der Knaller:
Der Bauherr, die Jadeweserportrealisierungsgesellschaft, Geschäftsführer Axel Kluth, Jahresgehalt 350.000 Euro pro Jahr [s.o.], genehmigte das [billigere] Rammen OHNE MÄKLER. Wie kann Herr Kluth einen solchen Bau-Leichtsinn genehmigen mit seiner Unterschrift? Hat der Provision gekriegt von Bunte, weil die dadurch Kosten einsparten? Oder hat er einfach nur keine Ahnung vom Bauen größerer Industrieanlagen? Hat der nicht das Mindeste an Gespür, wenn schon ausgewiesene Experten vor den möglichen Folgen warnen [siehe NDR Bericht], daß er das mal ein bißchen genauer prüfen muß statt einfach so seinen Axel-Willi drunter zu setzen? Ja, und wenn das offensichtlich so der Fall ist, daß er die möglichen Folgen für das gesamte Bauprojekt NICHT geprüft hat, WOFÜR kriegt der eigentlich sein Geld???? 

Jeder x-beliebige Bauunternehmer würde sofort den Satz unterschreiben:
Das Wichtigste bei einem Bau, egal ob Einfamilienhaus, oder Lagerhalle, ist das Fundament.

An dem Rest kann man zur Not noch mal rumdoktern. Aber am Fundament nicht, dann muß man gleich alles abreißen, wenn das schief oder löchrig ist. Im übrigen fährt Herr Kluth ja mit seiner tollen super wichtigen Audi Limousine ja auch lieber auf Straßen, die nicht wegsacken, sondern seinem Eigengewicht stand halten, oder? Aber ich glaube, über solche Fragen hat Herr Kluth sich ein seinem ganzen Leben noch nie so richtig Gedanken gemacht. Er ist lieber Geschäftsführer.


Egal, ob der Hafen je in Betrieb geht, und wieviel weitere sinnlose Steuergelder in den Bau fließen, Herr Kluth geht jedenfalls saniert aus der ganzen Erfahrung heraus. Finanziell saniert. Wenn er sich ein bißchen von seinem Gehalt die ganzen Jahre zurückgelegt hat, droht ihm kein Hartz Vier. Sein ganzes Leben nicht mehr. Haften tut er nicht. Für eigene Fehler schon gar nicht. So ist unser „Wirtschaftsystem“ nun einmal ganz schlau aufgebaut. [Fünfjahresvertrag ? 350.000 Euro = 1,75 „Mio“, wie diese Klasse gerne unter sich formuliert, also Millionen Euro = 3,5 Millionen DM nach alter Rechnung.]

Haften tun nur immer die Deppen. Und kriminell sind immer nur die sozial Bedürftigen, die von der Tasche der anderen leben. Weil sie keinen der versprochenen 5000 Arbeitsplätze abbekommen haben. Oder ihren rund in der Tourismusbranche im Stadtnorden nahe des Geniusstrandes vorher verloren haben.

Haften tun auch nicht OB Wagner oder Wirtschaftsminister Bode. Für den Probebetrieb 5. Mai [in ein paar Tagen]. Deswegen können sie ihn ja auch weiterhin verkünden. Obwohl nicht einmal mehr die zugebuddelten Wattwürmer vom ehemaligen Geniusstrand an diesen ehrgeizigen Termin glauben.

Beschwichtigungs- und Vernebelungsminister Bode behauptet sogar ganz aktuell, es seien ja doch diese Führungsschienen beim Pfählen für die Bohlen verwendet worden. Beweise nennt er hierfür nicht. Naja, dann, dann dürfte Allianz ja wohl doch zahlen müssen. Was er aber im Verein mit Bremer Staatsrat Heseler auch wieder verneint. Die seien zwar zuständig, „würden aber wohl nicht zahlen“. Ja, sind wir hier beim Kindergeburtstag und Herr Bode und Herr Heseler losen aus, wer zuerst Topf schlagen darf? Ich dachte bisher immer, Haftungsfragen seien konkreter eroierbar als mit solchen Nebelscheinwerfer-Äußerungen von Profi-Politikern. Wahrscheinlich werden die unbenutzten Führungsschienen jetzt nachträglich mit Muschelpocken beklebt. So als Nachweis.

Herr Bode sagt auch: „Die Kritiker liegen falsch, … den Eurogate-Gutachtern hätten entscheidende Informationen gefehlt. Man werde ihnen die Fakten liefern und dann mit ihnen diskutieren.“

Toll: Erst die [angeblich] wichtigen Informationen vorenthalten und dann „Ätsch! Reingelegt!“. Hast ein falsches Gutachten, hihi!

Eurogate hat Gutachten erstellen lassen und kam zum Ergebnis, daß eine Betonwand in Wilhelmshaven nicht sicher genug sei. Welche Informationen hatten die denn dann nun nicht? Daß Meereswasser gelegentlich an die Kaimauer schwappt, so vor allem unterhalb der Wasserlinie? Oder daß der ausrieselnde Sand vielleicht eine andere Rieselgeschwindigkeit hat, als Herr Bode es von Hannover aus seinem Büro heraus einschätzt? Waren denn die Gutachter überhaupt im Hafen, oder haben die nur nach Aktenlage entschieden?

Die Gutachter der REGE haben erstaunlicherweise festgestellt, daß ihre Auftraggeber von der REGE nicht schuld sind [Interessenskonflikt??]: „Die Betonwand ist eine gute und schnelle Lösung, und die Kritiker sind alle schlecht informiert.“

Interessant ist hier die Wortwahl von Herrn Bode: „... gute und schnelle Lösung ...“. Gut ist eine Bewertung und keine technische Aussage.

Eine Autobahnbrücke, über die ich fahre, würde ich mit nur „gut“ als unzureichend ansehen. „Sicher“ oder besser „sehr sicher“ und „gebaut nach dem neuesten Stand der Technik“ wäre für mich Voraussetzung. Aber Herr Bode ist nicht Gesundheitsminister für später umkippende Kräne, auch nicht Steuerzahler-Schutz-Minister, er ist „Wirtschafts“minister. In der Wirtschaft ist der höchste Wert nicht die Gesundheit von Nutzern, oder die Langlebigkeit von Gütern oder Anlagen. In der Wirtschaft ist der höchste Wert die kurzfristige Gewinnmaximierung.

Wenn man das Geld erst mal in der Tasche hat, kann man ja verschwinden und den Gewinn in das nächste Himmelfahrtskommando stecken.

Hauptsache die Haftungsfrage wurde vorher geregelt, also abgewälzt auf die Deppen und die die sich nicht wehren können und die, die nicht über ausreichend Informationen verfügen, um eine Entscheidung vorher sachgerecht prüfen zu können, weil die geheimnistuerischen Wirtschaftsvorstände oder Politiker sie vorher nicht richtig informiert haben.


Daß eine „schnelle“ Lösung [Bode] her muß, ist klar: Es drohen Wahlen, und es könnten vorher Köpfe rollen oder Unruhe unter den Nichtinformierten entstehen. Das hat zwar mit ingenieurmäßigem Denken von Gutachten nichts zu tun. Aber es erscheint Herrn Bode offensichtlich als politisch schlau. Ein Fuchs!

Der Endsieg ist nah. Der Endsieg über die von den politischen Führern für bekloppt gehaltene Bevölkerung.

Mit dem Satz „ ... Das Bauvorhaben sei – mit Ausnahme der Risse in der Spundwand – im Zeit- und Kostenplan.“ [WZ vom 26.4.2012, S. 8] hat OB Andreas Wagner übrigens gute Chancen, in die Stadtgeschichte einzugehen. [Eine vergleichbare Verlautbarung aus dem städtischen Reinhard-Nieter-Krankenhaus wäre in etwa: „Mit Ausnahme, daß der Patient tot ist, ist die Operation hervorragend gelungen und im Zeitplan.“]

Endgeil. Mit Ausnahme von 50-100 Millionen Euro ist der Kostenplan im Plan. Hat unser OB irgendwie den Bezug zur mathematischen und wirtschaftlichen Realität verloren???

Naja, er hat es ja nur studiert.

Im Mittelalter hätte man solche Bauversager wohl gleich in die neu zu gießende Betonmauer vor der eigentlichen Kaimauer mit einbetoniert. Als warnendes Zeichen für zukünftige Pfuscher. Aber wir leben ja in modernen Zeiten. Leistung muß sich wieder lohnen. Fehlleistungen werden unter den Teppich gekehrt. Unter den großen Teppich der Steuerzahler.

Ich nehm' mir für den 5. Mai und auch den 5. August mal vorsichtshalber nicht frei.

Eine schöne Woche
wünscht bis dahin

Heidi Berg


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