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Augen zu und durch? Wird schon schiefgehen ...
02|05|2012



Emanuel Schiffer [Vorsitzender der EUROGATE-Gruppengeschäftsführung] wird sich bei den erwarteten Überkapazitäten in der Nordrange im Hintergrund gut mit seinen Anwälten beraten.

Wird schon schiefgehen, sagt ein altes Sprichwort ...

Darüber wurde sogar ein Buch geschrieben von Christiane Zschirnt mit dem Titel „Keine Sorge, wird schon schiefgehen: Von der Erfahrung des Scheiterns – und der Kunst, damit umzugehen“

Was die Stadt Wilhelmshaven betrifft, haben deren Stadtväter, -mütter und -kinder seit Beginn der 70er Jahre des 20sten Jahrhunderts reichlich Erfahrungen des Scheiterns von Industrieansiedlungen gesammelt. Insoweit mal abgesehen von den seitdem immer wiederkehrenden Versprechungen der Schaffung Tausender von Arbeitsplätzen, die als fein gewobene, makellose rhetorische Kunstgespinste fortan in den Hirnwindungen der Verantwortlichen ruhelos kreißten und der Hoffnung auf bessere, ja goldene wirtschaftliche Zeiten wie ein trockenes Stück Brot in schlimmsten Notzeiten dennoch reichlich Nahrung gebierten frei nach einem etwas abgewandelten DDR-sozialistischen Honecker-Motto: Schlimmer geht´s nimmer, aufwärts geht´s immer ...

Am höchsten aufwärts kam man in Wilhelmshaven bislang mit dem Fahrstuhl im Rathaus auf ca. 49 Meter Höhe, wenn man mal von einem Höhenflug mit Start ab dem in der Nähe Wilhelmshavens befindlichen Mariensieler Flugplatz absieht und all die gedanklichen Höhenflüge der gescheiterten Industrie- und Arbeitsplatzbeschaffer ausblendet. 

Jene Elite aber, die an den Erfolg eines JadeWeserPorts von Anfang an geglaubt hatte, die war dazu bestimmt und auserwählt, den ewigen Miesmachern und Nörglern in Wilhelmshaven klarzumachen, dass, wenn die ersten 70 Meter hohen Kräne auf der Kaje des JadeWeserPorts erst einmal stünden, in Wilhelmshaven eben keine höheren Sphären zu erreichen seien ...  

Nun wurden kürzlich die ersten vier in China gebauten Kräne auf die Kaje des JadeWeserPorts gestellt. Dem unbefangenen Betrachter bietet sich ein imposantes orange-blau farbenfroh strahlendes Bild stählerner Kolosse, die zukünftig schwerstbeladene Containerfrachten von Mega-Containerschiffen abladen werden ... würden ... sollten ... müssten ... wenn ... 

WENN???

Tja, es gibt da so einen seit etlichen Wochen nichts Gutes verheißenden, zoffbeladenen Begriff SPUNDWAND. Gemeint ist die Spundwand des JadeWeserPorts, deren Rammpfähle nicht mittels eines sogenannten Mäklers in den Grund der Tiefwasserrinne gerammt worden sein sollen. Also nein, das kann und darf doch nicht wahr sein, dass hier aus reinem Sparwillen, um nicht zu sagen, reiner Geldgier vorsätzlich gepfuscht worden sei? Das muss dementiert werden und sei den Kritikern und Schlechtrednern des JadeWeserPorts in deren Stammbuch geschrieben: Der Port wird und ist bereits ein Erfolg und steht und fällt mit seinen Kränen [ins Jadewasser?] ... wird schon schiefgehen [nur so als Mutmacher- und Durchhalteparole] ...         

Schließlich darf am Fundament des Großprojekts nicht gerüttelt werden, das machen die  bald 200 in der stählernen Spundwand entstanden Risse schon selber ... und weil diese Erkenntnis und Weitsicht der Verantwortlichen ihnen eigen scheint, suchten sie die logische Lösung in Form einer Betonwand, welche vor die rissdurchzogene Stahlspundwand gesetzt würde ...

Beton also. Der wird all jene überzeugen, welche diesen Werkstoff für Bares herstellen und liefern müssen. Das schafft Arbeitsplätze. Hätte man doch gleich dran denken können und - flink wie Windhunde - den in Krupp´schen Schmieden gehärteten Stahl der Spundwand dafür eingespart ...  

Aber im Ernst:
Welch´göttlicher Entscheider verfügte, auf einen Mäkler für die Rammpfähle [wenn es denn so ist] zu verzichten und in deren Folge auf eine Kaje, deren Spundwand bereits durch Risse beschädigt war, auch noch vier gigantische Kräne zu stellen? Welcher Reeder wird da noch zukünftig guten Gewissens seine Schiffe gen JadeWeserPort steuern wollen?     

Vor ca. eineinhalb Jahren gab es einen den JadeWeserPort betreffenden Bericht in irgendeiner Zeitung mit der Aussage „Wenn Ostfriesen einen Hafen bauen“. Nun, jener voreilig spöttelnde Schreiberling wusste offenbar nicht, dass, auch wenn sich Wilhelmshaven auf der ostfriesischen Halbinsel tatsächlich befindet, womit er ja recht hätte, Wilhelmshaven aber gar nicht zu Ostfriesland gehört, ... in Wilhelmshaven weiß man schließlich, wie ein Hafen zu bauen ist ...

Deshalb: Augen zu und durch, wird schon schief- und in die Geschichtsbücher Wilhelmshavens eingehen. Man muss eben nicht immer alles so negativ sehen ... und wenn sich dennoch Zweifler und Meckerer äußern sollten: Beton, das Allheilmittel als Allzweckwaffe gegen unerfahrene besserwisserische und aufmüpfige Jungspunde, und zwar knallhart  - wie in der Politik, wo Betonköpfe und -fraktionen für Ruhe sorgen ... an jener Spundwand, die zum Synonym und Menetekel der Kunst des Umgangs mit dem Scheitern werden könnte ...



Hans-Günter Osterkamp
erwerbslosenredaktion.de

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