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JadeWeserPort: Virtueller Probebetrieb
07|05|2012



Wie man Warnungen in den Wind schlägt und nebenbei jede menge Steuergeld versenkt kann man an der Jade spielend leicht am Modell eines riesigen Sandkastens lernen.

"Ohne große Geräusche ist der Tiefwasserhafen JadeWeserPort in Wilhelmshaven am Sonnabend an den Betreiber Eurogate übergeben worden.

Dieser kann nun mit dem Probetrieb beginnen. Wie der Testlauf konkret aussieht, dazu wollte sich Eurogate nicht äußern. Zunächst dürften aber die EDV-Systeme und Abläufe an Land getestet werden. Das Be- und Entladen von Schiffen soll wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt geübt werden. ... "

... hiess es am Sonnabend bei "NDR-Niedersachsen" und Wilhelmshaven hat nicht gefeiert. Das ist selten in Boomtowm, wo man alles feiert, was nicht niet- und nagelfest ist, dort, wo man inzwischen fast alles in Jade Weser Port - [... beliebigen Namen einsetzen] umbenannt hat, was sich nicht wehren kann.

Der NDR berichtet inzwischen fast im Extra 3 Stil, d. h. so richtig ernst nehmen auch echte Journalisten das Thema nicht mehr. Viel zu viele Pleiten und Pannen begleiten inzwischen ein angebliches Jahrhundertprojekt, das auf tönernen Füßen steht und Unsummen an Steuergeldern verschlingt, über deren Höhe nur noch spekuliert wird - offiziell herrscht da eher stilles Schweigen.

Kein Sekt floss am Sonnabend, keine wohlinszenierte Pressekonferenz und auch keine Reden wurden geschwungen bei der offiziellen Übergabe von 400 Metern Hafenkaje, anstelle von 1.000 Metern, für den sogenannten Probebetrieb, der laut Eurogate zwingend notwendig ist, um den Hafen zukünftig bewirtschaften zu können. So standen auch die Containerbrücken still und kein Schiff war zu sehen, von dem probeweise Stahlboxen entladen wurden. Lediglich die Software wird geprüft und wann der reale Probebetrieb wirklich beginnt, das weiss nur der Wind.

Ein paar Taucher werden in gelben Käfigen an der bis jetzt mit 175 Rissen übersähten Kaje heruntergelassen, um einige von ihnen zu schweissen. Der Rest wird mit einer Betonwand "notdürftig" geflickt, die eine Lebensdauer von 80 Jahren haben soll - und dann? Wen interessiert schon, was in acht Jahrzehnten auf der Tagesordnung steht, so weit reicht die Verantwortung der Politiker die das Geld der Steuerzahler ausgeben leider nicht.


Im Januar sind Landtagswahlen und da fordert die Politik natürlich Erfolge und der Hafen soll dazugehören. Den möchte sich der kommende Ministerpräsident Niedersachsens natürlich mit ins Stammbuch schreiben, während der alte schon ´mal die Spargelsaison eröffnet oder ähnlich überlebenswichtige Dinge einweiht.

Eigentlich wäre es gerade jetzt wichtig, Geld zu sparen, so für schlechte Zeiten in Boomtown, für die Pflege von maroden Straßen oder den Ausbau von Sportplätzen. Nicht so in Wilhelmshaven, denn da dürfen die Parteien wieder auf Steuerkosten im Umkreis von 80 Kilometern ihre wichtigen Klausurtagungen abhalten:
Zitat: "Gemeinsamer Antrag der Fraktionen CDU und SPD zum Thema "Tagungsort für Klausurtagungen"
Der Rat möge beschliessen
1. Der Ratsbeschluss zum Antrag 005-06 der BASU vom 01.11.2006 wird aufgehoben
2. Die Klausurtagungen zum städtischen Haushalt können in Wilhelmshaven als auch auswärts an einem Ort bis max. 80 Kilometer Entfernung von Wilhelmshaven stattfinden."
[Quelle: Antrag-Nr.: 512/2012 vom 17.04.2012]

Diese kommunalen Volksvertreter gaukeln ihren Wählern einen eisernen und wohlüberlegten Sparwillen vor, und nebenbei noch die Mär von mehr Transparenz und Bürgernähe. In Wirklichkeit wieder einmal der Schluck aus der Steuerpulle, natürlich, um in Ruhe tagen zu können, selbstverständlich zum Wohle der Wilhelmshavener in gebührendem Abstand zum Volk, ´mal ganz abgesehen vom Umweltbewusstsein dieser Profipolitiker, d. h. deren CO2-Bilanz und Vorbildfunktion für andere oder fahren die alle E-Bike mit Ökostrom?

Fehlt eigentlich nur noch die Klage der CDU in Wilhelmshaven Atomtransporte auch über den im Bau befindlichen Containerhafen an der Jade genehmigen zu müssen - aber auch das würden die mit einer JadeWeserPort-typischen Leichtigkeit des Seins durch den Rat der Stadt prügeln, denn auch damit lässt sich bestimmt Geld verdienen, um die Refinanzierung des Pleiten-, Pech- und Pannenhafens auf einen guten Weg zu bringen.

David Mc Alister, amtierender Ministerpräsident Niedersachsens, der Nachrücker von Wulff, der im Januar sehr gerne wirklich vom Volk zum Ministerpräsidenten gewählt werden möchte, hat für alle Hafen-Kritiker sein ganz eingenes Trostpflaster und verkündete: „Die Kapelle ist längst bestellt.“
[Anm. d. Red.: Für den 5. August, also zur geplanten Eröffnung des Hafens]

Na denn wird ja doch noch alles gut – oder?


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Links:
VIDEO- 05|05|2012: Albtraum JadeWeserPort?


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