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JadeWeserPort mutiert zur Elbphilharmonie
19|05|2012



Die Schlagzeilen waren bestimmt schon geschrieben: "Weitere Gigantische Containerbrücken erreichen Jahrhunderthafen" - leider wieder einmal ohne die Realität mit einzubinden.

Hamburg hat die Elbphilharmonie, Berlin seinen Flughafen und Wilhelmshaven den JadeWeserPort.

Alle Projekte haben gemein, dass sie sich enorm verzögern, dass die am Bau beteiligten nicht oder nur sehr spärlich miteinander kommunizieren.

Nebenbei weist man sich gegenseitig die Schuld für Pannen, Baumängel oder Verzögerungen gegenseitig zu und es wird immer teurer für die Steuerzahler.

Am 18. Mai sollten die nächsten 4 Containerbrücken auf die Kaje des JadeWeserPort gestellt werden, die jetzt mehr als 200 Risse haben soll. Die Versicherung von Eurogate übernahm keine Garantie und lehnte das Abladen ab. Dort, wo das Schiff laut Eurogate hätte anlegen sollen, arbeitete man an der Kaje und dort wo es die JadeWeserPort-Realisierungsgesellschaft vorschlug lehnte es die Versicherung ab.

Manche Kommentare im Internet, nicht nur über den JadeWeserPort, sprechen Bände:
Zitat: "JWP: Jüngste Wilhelmshavener Panne
Hier noch ein paar ältere Pannen:
Kraftwerksbau
Bahnanbindung
ESV-Platz
Kartoffelplatz
Banter See
Nordsee-Passage
Fäkalieneinleitung am Südstrand
Kaiser-Wilhelm-Brücke
diverse Brunnen in der Innenstadt "
...
Manchmal wird man schon mitleidig belächelt, wenn man sich als Wilhelmshavener zu erkennen gibt"
[Quelle: NDR | 18-05-2012]

Der Einweihungstermin ist laut Eurogate nicht mehr zu halten, ganz zu schweigen vom Probebetrieb, der zwingend notwendig ist.

Die Politik, glaubt Rainer Kahrs von Radio Bremen, scheint im Hintergrund Druck auszuüben, damit die Inbetriebnahme des "Jahrhundertprojektes" nicht zu nah an die Landtagswahl im Januar 2013 herankommt, was einigen Beteiligten Schaden zufügen könnte. Die Pannen am JadeWeserPort sollen sich nicht zu sehr ins Erinnerungsvermögen der Wähler einprägen, um Sätze von Politiken zu kolportieren, die man sagen hörte, dass Wilhelmshaven das neue Tor zur Welt wird oder "Die Kapelle ist schon bestellt", wie z. B. David McAllister.

Der Termin steht, behauptet Wirtschaftsminister Bode steif und fest und in Wilhelmshaven, das wissen viele Leser des Bürgerportals, würde man den Hafen sogar als Erfolg verkaufen, wenn dort lediglich das Lego-Containerschiff zur Einweihung anlegen würde, das man medienwirksam, sozusagen unter den Augen aller Beteiligten, in der sogenannten Infobox des JadeWeserPort zusammenbastelte.

Pro Tag kostet nun das Schiff, das mit den nächsten 4 Containerbrücken vor Helgoland auf Reede liegt, schlappe 40.000 US-Dollar und die Reparatur von mehr als 200 Rissen in der Kaje über 50 Millionen Euro.

Zum Vergleich:
In Bremerhaven wurde die letzte Kaje des Eurogate-Containerhafens [CT 4] ohne eine einzige Schlossprengung fertiggestellt

Die Politiker versuchen nun den Schaden in Richtung Versicherung zu delegieren, ähnlich wie Bunte oder Wowereit in Berlin, der sich jede Kritik an seiner Person und einer etwaigen Verantwortung für das Projekt "Superflughafen" verbittet. Im Endeffekt zahlt es dann eine Auswahl von Bundesbürgern, die Versicherungsnehmer bei der Allianz, also doch die Steuerzahler.

Die Argumentationsstränge der Volksvertreter gleichen sich auffällig, von denen viele in den Aufsichtsräten dieser Projekte sitzen, auch der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit.

Gerade Vertreter des Volkes müssen Vorbild sein und Verantwortung übernehmen – Margot Käßmann, in führender Position in Diensten der Evangelischen Kirche, konnte das doch auch und trat wegen Alkohol am Steuer zurück.

Für Wilhelmshaven scheint zu gelten, dass die Großprojekte im wahrsten Sinne des Wortes eine Nummer zu groß sind und dass die Versprechen, die Vorhaben würden die Stadt ein gewaltiges Stück voranbringen, sich permanent ins Gegenteil verkehren. Einige wenige verdienen an diesem System und die Steuerzahler werden weiterhin vertröstet, mit Geheimverträgen konfrontiert und Fehler passieren eben bei jedem Projekt.

Die Börse spricht auch eine Sprache, die weniger hafendienlich ist. Es kursiert die Angst vor einer nächsten "Wirtschaftsdelle", wie Wortzauberer für Dauerfrohsinn Wirtschaftskrisen gerne herunterspielen und die Worte der weltgrößten Reederei Maersk, die nicht unerheblich am JadeWeserport beteiligt ist und mehrmals verlautbaren liess, dass sie der Hafen an der Jade zu früh käme, dringen langsam wieder ins Gedächnis. Die viel gerühmte Exportwirtschaft könnte wieder einmal einbrechen und diesmal noch viel stärker, als beim letzten Mal. Allein der Exportanteil Deutschlands innerhalb Europas beträgt 60 Prozent, was die Sorgen verdeutlicht und die Argumente von Maersk stützt. Hinzu gesellt sich eine unkoordinierte Hafenwirtschaft, also ein "beinharter" Konkurrenzdruck, den nicht zuletzt die Senkung der Schiffsliegegebühren um 70 Prozent seitens des Landes Niedersachsen belegt.

Elbe und Weser sollen vertieft werden und man fragt sich unweigerlich, warum man überhaupt noch einen Tiefwasserhafen baut, wenn die großen Schiffe sowieso Hamburg oder Bremerhaven anlaufen können – widersprüchlicher geht es wohl kaum.

Es wird also weitergehen mit Negativschlagzeilen über den Hoffnungsträger an der Jade, und es wird immer spannender, was den Eröffnungstermin des JadeWeserPort betrifft, ein Projekt, bei dem inzwischen unglaubliche Summen an Steuergeldern sprichwörtlich versenkt werden, mit ungewissem Nutzen für die Zahlenden selbst und einer Stadt, deren gebeutelter Stadtsäckel jede Opferbereitschaft anderer Kommunen anscheinend in den Schatten stellen möchte. 

... und so gilt auch weiterhin: Wo viel Geld im Spiel ist, wird Verantwortung auch zukünftig immer schön nach unten deligiert, um die eigene weiße Weste nicht mit dem Makel der Verantwortung zu beflecken – es gibt ja genügend Bauernopfer.


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Links:
18|05|2012: Es stockt wieder am JadeWeserPort
18|05|2012: Wenn Geschäftspartner schweigen
18|05|2012: Bode: Es bleibt beim 5. August
18|05|2012: Herumirrende Containerbrücken

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Kommentare

Jörg Köhler | Aurich
Gerne ergänze ich dazu, dass wir unter Umständen in paar Jahren das nächste Desaster vor der Nase haben:
Stuttgart 21! Wir lernen einfach nicht, dass uns nicht die Großprojekte nach vorne bringen [eher nicht], sondern Investitionen, die vielen Menschen direkt helfen, also z.B. ein ordentlicher Nahverkehr, gerade auch in der Fläche. Die Prestigeobjekte dienen nur der Selbstbefriedigung, was aber ein anderes Thema ist.



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