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Agrogentechnik: Wenn die Pest ausgerottet ist, dann erfindet der Mensch eine neue
13|01|2012



Andrea Dornisch ist eine der engagiertesten Gentechnikgegnerinnen und hat schon so manchen Sinneswandel herbeigeführt.

So oder so ähnlich lässt sich der Vortrag von Andrea Dornisch beschreiben, den sie am Donnerstag, den 9. Februar im Rahmen einer Veranstaltung des "Gesprächskreises für gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn" hielt.

Das was die Protagonisten der Gentechnik versprechen, können Sie gar nicht halten. So findet sich bei einer Patentanmeldung eine bemerkenswerte Aussage eines der führenden Konzerne [Monsanto], bekannt unter dem Namen: "Monsanto & der Baum der Erkenntnis":
Zitat: " ... Die Möglichkeiten, eine Pflanze durch gentechnische Veränderungen zu verbessern, sind gering. ...
... So lassen sich die Effekte eines spezifischen Gens auf das Wachstum der Pflanze, deren Entwicklung und Reaktionen auf die Umwelt nicht genau vorhersagen.

Dazu kommen
- die geringe Erfolgsrate bei einer gentechnischen Manipulation,
- der Mangel an präziser Kontrolle über das Gen, sobald es in das Genom eingebaut worden ist
- und andere ungewollte Effekte, die mit dem Geschehen bei der Gentransformation
und dem Verfahren der Zellkultur zusammenhängen.
[Quelle: Auszug aus der Übersetzung der Patentanmeldung Monsanto‘s für Gen-Mais beim internationalen Patentamt in Genf | WO 2004 053 055]

Der Baum der Erkenntnis lässt den Konzern aber kalt, denn sein Ziel und das anderer Konzerne ist die Macht über das Saatgut, das sich die Bauern früher, vor dem Patentierungswahn der Gentechnikkonzerne, nach jeder Ernte durch einen Teil ihrer eigenen Erträge "herstellten".

Die Konzerne wollen aber nicht nur am Saatgut verdienen, sondern auch an jedem Produkt aus der nachfolgenden Wertschöpfungskette, d. h. die Produkte, die aus Grundnahrungsmitteln hergestellt werden [Käse, Brot, Fleischprodukte usw.]. Die Konsumenten kaufen dann letztendlich lizensierte Nahrungsmittel.

Man unterscheidet drei Arten von Gentechnik:

- Rote Gentechnik:
Die Anwendung der Gentechnik in der Medizin zur Entwicklung von diagnostischen und therapeutischen Verfahren und von Arzneimitteln


- Weiße Gentechnik:
Die Nutzung gentechnisch veränderter Mikroorganismen zur Herstellung von Enzymen oder Feinchemikalien für industrielle Zwecke, in der Mikrobiologie und der Umweltschutztechnik


- Grüne Gentechnik:
Nutzpflanzen werden gentechnisch verändert. Dabei werden zum Teil artfremde Gene in das Erbgut der Pflanzen eingebaut. Die genauen Folgen, die solche Erbgutveränderungen bewirken, sind grösstenteils unerforscht und nicht abschätzbar, weder für die Natur noch für den Menschen. Während Rote und Weisse Gentechnik auf geschlossene Systeme beschränkt sind, sollen gentechnisch veränderte Pflanzen auf dem Acker, in der freien Natur freigesetzt werden. Pollenflug und Fremdbestäubung gentechnisch veränderter Pflanzen können jedoch nicht überwacht werden. Einmal freigesetzt ist die Grüne Gentechnik deshalb nicht mehr kontrollierbar oder rückholbar

[Quelle: Zivilcourage - Roth - Schwabach]

Die Gentechnik, so Andrea Dornisch, ist aber alles andere als beherrschbar. Mit den Gentechnikverfahren kann man die Gene zwar manipulieren, aber man ist weit davon entfernt zu wissen, was dann ganz genau innerhalb einer Zelle passiert. Nicht die Anzahl der Gene ist entscheidend, sondern der Prozeß, der nach der Manipulation "losgetreten" wird.

So heisst es auf der Internetseite "Zivilcourage - Roth - Schwabach":
Zitat: " ... Bei der Manipulation am Erbgut werden dadurch fundamentale Steuerprozesse des Lebens verändert. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier Fehler gemacht werden, ist sehr hoch. Die Folgen sind unabsehbar, nicht zu kontrollieren und unumkehrbar. Die Auswirkungen solcher Veränderung sind weder räumlich noch zeitlich zu ermessen.  ... "

Die Konzerne versprechen generell einen Mehrertrag nach Einsatz von genmanipulierten Pflanzen. Nach Studien fand man heraus, dass sich der Ertrag nach 1-3 Jahren verringert, resistente Unkräuter entstehen, die sogar den Einsatz von Maschinen behindern, so daß Bauern diese Pflanzen per Hand entfernen müssen, bevor sie ihre Felder überhaupt abernten können.

Durch die neuen resistenten Pflanzen steigt zusätzlich der Bedarf an Pestiziden, was dazu führte, das die Grenzwerte für Gifte in Lebensmitteln wieder hochgesetzt werden, damit die Konzerne weiter ihre Gewinne einfahren können. Die Gentechnik ist somit ein perfides Kreislaufgeschäft für die Konzene wie z. B. Monsanto, der vor dem Einstieg ins Gengeschäft einer der größten Chemiekonzerne war, der auch das weltbekannte  Unkrautvernichtungsmittel "Round Up" herstellt, das PCB [Polychlorierte Biphenyle] enthält und hochgiftig ist. Auch das bestens bekannte "Agent Orange" kommt unter anderem aus dem Hause Monsanto, mit dem man schon die Wälder im Vietnamkrieg entlaubte.

In Wikipedia heisst es dazu:
Zitat: " ... Laut Angaben des Vietnamesischen Roten Kreuzes leiden zirka 500.000 Vietnamesen an den Spätfolgen von Agent Orange. Diese sind: Missbildungen (insbesondere Lippen-Kiefer-Gaumenspalten) und Immunschwächen. Viele vietnamesische Neugeborene kommen auch drei Generationen nach dem Einsatz von Agent Orange noch mit schweren Missbildungen zur Welt. Auch Krebs zählt zu den Spätfolgen. ...... Noch immer werden auf schwerste Weise missgebildete und kranke Kinder geboren. Die meisten Opfer können gar nicht oder nicht angemessen medizinisch versorgt werden. ...
... Agent Orange wurde unter anderem von den US-Firmen Dow Chemical und Monsanto hergestellt und geliefert. Wegen des enormen Bedarfs kam es bald zu Lieferschwierigkeiten. Zwischenprodukte für die Herstellung von Agent Orange wurden auch von der deutschen Firma Boehringer Ingelheim und vom tschechischen Unternehmen Spolana in Neratovice bezogen. ..."
[Quelle: Agent Orange]

Mit intensivster Lobbyarbeit und Korruption gelingt es den Konzernen, sich fast jeden Staat, wichtige staatliche Kontrollorganisationen oder Universitäten und Schulen "gefügig" zu machen.

Einmal im Genuss des Saatgutes beginnt für Kleinbauern ein Kreislauf der Verschuldung, auch mit tödlichem Ausgang.

Man schätzt, dass sich aufgrund der entstandenen Verschuldung durch kostenintensive Landwirtschaft 180.000 indische Bauern das Leben nahmen.

Hier einmal ein Auszug aus Wikipedia über das Selbstmordverhalten, hervorgerufen durch die Anwendung gentechnikmanipulierter Baumwolle:
Zitat: " ... Hauptursache der Selbstmorde sind Überschuldung und Ernteeinbußen, vor allem ausgelöst durch falsche Versprechungen von Saatgutfirmen, wie beispielsweise von dem Hauptproduzenten genmanipulierter Pflanzen, dem amerikanischen Unternehmen Monsanto, das erst im letzten Jahr wegen Bestechung indonesischer Beamter eine Strafe in Millionenhöhe zahlen musste, oder dessen indischem Partner Mahyco. Die von ihnen angepriesene genmanipulierte BT-Baumwollsorte benötigt angeblich keinen Einsatz von Pestiziden. Trotzdem kommt es vor allem bei Bauern, die diese Sorte anbauen, verstärkt zu Selbstmorden. ... "
[Quelle: Wikipedia | Indische Bauern nehmen sich aus Verzweiflung das Leben]

Dazu ein Zitat von Vandana Shiva [Alternative Nobelpreisträgerin]:
Zitat: " ... Die Schulden der Farmer sind das Ergebnis einer sehr kapitalintensiven hochpreisigen Landwirtschaft, in einer Zeit, in der die Globalisierung die Preise fallen lässt. Sie sind das Ergebnis von teurem "Input" und niedrigem Ertrag. Bauern haben früher nie viele Schulden machen müssen - höchstens ein ganz kleines bischen. Wenn Sie Landwirtschaft mit geringen Kosten betreiben, hängen ihre Erträge nicht von Krediten ab.
Aber wenn sie sich auf die kostenintensieve Landwirtschaft einlassen und ihre Erträge fallen aus, dann ist es egal, wieviele Schulden sie aufnehmen, sie werden für immer Schulden haben. Es ist, als wenn ein Eimer ein Loch hat, er wird sich niemals füllen. ... "
[Quelle: Gute Geschäfte, ruinierte Bauern | Monitor-Bericht vom 27.10.2008]

Der Dokumentartfilm "Monsanto - Mit Gift und Genen" belegt, mit welcher Kaltschnäuzigkeit die Konzerne versuchen einen Geschäftszweig aufzubauen, der mehr Macht verleiht, als z. B. eine Atombombe:
Zitat: " ... Mit Gift und Genen beleuchtet Macht und Methoden des US-Agrochemiekonzerns und zeigt, wie ein einzelnes Unternehmen es schafft, sich weltweit die Kontrolle über unsere Ernährung zu sichern. Als Weltmarktführer auf dem Gebiet der Biotechnologie hält Monsanto die Patente auf 90% der derzeit angebauten gentechnisch veränderten Organismen.
... „Das Problem von genveränderter Saat und Nahrung ist, dass es kein Zurück mehr gibt. ... "
[Quelle: Stadt Rottweil | Monsanto - Mit Gift und Genen]

In Deutschland gibt es kein kommerziell genutztes Feld, auf dem genmanipulierte Grundnahrungsmittel angebaut werden, lediglich ein paar hochsubventionierte Versuchsparzellen. Inzwischen gibt es in der Bundesrepublik unter den Bauern sogar Einkaufsgemeinschaften, die dafür sorgen, das die Nutztiere kein genverseuchtes Futter erhalten.

Aus der Praxis ist bekannt, dass Vieh oder Schweine, die mit Gensoja oder Genmais gefüttert werden nach einiger Zeit unfruchtbar werden. Stoppt man diesen Prozeß, werden sie wieder fruchtbar.

In Deutschland ist vorgeschrieben, das nicht tierische Lebensmittel, wenn sie gentechnisch manipuliert sind, gekennzeichnet werden müssen. Fleisch ist davon ausgenommen und wer sehr viel Wert darauf legt, das er und seine Kinder gesunde tierische Produkte konsumieren, sollte einen Fleischer seines Vertrauens wählen.

Der Vortrag war ein leerreicher Einstieg in die Gefahrenwelt der Gentechnik, die auf industrielle Landwirtschaft zugeschnitten ist, ein Verfahren, dass trotz katastrophaler Auswirkungen für Menschen, Tiere und die Umwelt häufig immer noch verharmlost wird.

Trotzdem proklamiert die Industrie weiterhin ihre vollmundigen Versprechen, die sich bis heute nicht erfüllt haben.

Der beste Schutz in Zukunft gegen Gentechnik ist und bleibt der Verbraucher. Nimmt er ein Produkt nicht an, so rechnet sich dieses nicht im Markt und genau der verändert sich, in diesem Fall zu Ungunsten der Gentechnikkonzerne.

Man kann also, entgegen der landläufigen Meinung, doch etwas tun.

Wir konnten Ihnen mit unserem Artikel nur einen kleinen Einstieg in das komplexe Thema Agrogentechnik" liefern, mehr finden Sie z. B. hier:
www.zivilcourage-roth-schwabach.de

... und nicht vergessen, tun sie etwas gegen die Macht der Konzerne, deren alleiniges Bestreben es ist, Lebensmittel zu ihrem Eigentum zu machen, um damit die Gewinne gegen jedwede Vernunft zu steigern, in diesem Fall auf Kosten der Gesundheit und haben Sie auch ´mal Zweifel, wenn es wieder heisst: "Die Unabhängigkeit der Wissenschaft"!


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Links:
www.zivilcourage-roth-schwabach.de
www.nwn.de/gelb

Video: Monsanto - Mit Gift und Genen
Video: Gute Geschäfte, ruinierte Bauern | Monitor-Bericht vom 27.10.2008

Wikipedia:
Indische Bauern nehmen sich aus Verzweiflung das Leben
Vandana Shiva [Alternative Nobelpreisträgerin]
Agent Orange
Roundup
Polychlorierte Biphenyle [PCB]

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