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Sind wir bald wieder soweit?
24|04|2012



Peter Ohlendorf, Regisseur des Films "Blut muss fliessen" im Pumpwerk.

Es beginnt, als hätte man seinen schlimmsten Albtraum, man ist mittendrin und es hört einfach nicht auf.

Mord, Tot und Fremdenhass in Lied und Textform und die Behörden in verschiedenen Bundesländern widersprechen sich in ihren Rechtsauffassungen, daß sich sprichwörtlich die Balken biegen. Eine ganze Industrie fusst inzwischen auf diesem Gedankengut, das durch Konzertveranstaltungen verbreitet wird und das Vorurteil, das diese martialischen Worthülsen sich nur bei einer unterpriviligierten Klientel festsetzen würden, wird durch die Recherchen von Thomas Kuban widerlegt

Der Regisseur Peter Ohlendorf bestätigte uns in einem Interview, daß sich der Rechtsextremismus schon längst in die Mitte der Gesellschaft vorgearbeitet hat, was sicherlich nicht nur für ihn erschreckend ist. Er hatte immer gehofft, das es irgendwann einfach mit der Generation, die damals noch aktiv war, ausstirbt und dann erledigt wäre. Der Film "Blut muss fliessen" belegt aber, dass es alles andere als erledigt ist und bei den Jungen bereits wieder in einem erschreckenden Maße angekommen ist.

Um dem entgegenzutreten muss man den Jugendlichen von staatlicher Seite auch etwas anbieten, gerade dort, wo es keine Jugendclubs gibt, um den Neonazis den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Er schildert, das es für die Menschen sehr schwer ist, die einmal in dieser Art von verschworener Gemeinschaft sind, wieder herauszukommen. Die Gesellschaft habe ihre Hausaufgaben in Sachen Aufarbeitung schon gemacht, aber ihn beschleicht das Gefühl, dass man nun auch wieder zu anderen Themen kommen möchte. Die Sorge besteht für Peter Ohlendorf darin, dass man Gefahr läuft zu vergessen und das sollten wir nie.

Das Phänomen Rechtsextremismus ist unangenehm, die Gesellschaft guckt oft lieber weg und man hofft, dass es von selbst verschwindet. Weggucken ist aber keine Lösung, Zivilcourage zeigen, eingreifen, "Kante" zeigen, lautet deshalb seine Aufforderung an die Gesellschaft, für die, die es können.

Nach der Aufführung des Films vor geladenem Publikum wurde der Journalist Thomas Kuban zugeschaltet, der acht Jahre Filmmaterial sammelte und seine Recherchen erst Ende 2011 beendete. Er berichtete, dass sein stetiger Begleiter die Angst war entdeckt zu werden.

Politisch passiert bis heute zu wenig und Parteien wie CSU und CDU, die auch Innenminister stellen, fischen teilweise selber am rechten Rand. Er hat erlebt, wie der bayrische Spitzenkandidat Erwin Huber im Wahlkampf bedauert hat, daß die deutsche Einheit mit schmerzlichen Verlusten verbunden gewesen sei, womit er die Anerkennung der Ostgrenzen meinte. Der CSU Fraktionsvorsitzende Christian Wagner erbob in einem Gasthaus Hinterzimmer in Hessen, die Forderung, Ausländer, die Deutsche beleidigen auszuweisen und dass die CDU dafür sorgen wolle, dieses dementsprechend umzusetzen. Aus diesem Grund wundert es ihn nicht, das diese Partei nicht entschlossen gegen Neonazis vorgeht.


Michael Diers und Peter Ohlendorf während der anschliessenden Diskussion nach Aufführung des Filmes.

Auch in Wilhelmshaven tun sich CDU und SPD schwer, ihre "Stimme" zusammen mit den anderen Parteien sozusagen gemeinsam mit einer Stimme gegen den Rechtsextremismus zu erheben, was wohl mehr als peinlich ist. So war es auch nicht verwunderlich, dass sich Michael Diers, Moderator bei Radio Jade, zu Anfang der Veranstaltung im Pumpwerk, nur bei fast allen Parteien für ihr Engagement bedankte.

In den Räumen von Rockergruppen finden nach Angaben von Kuban ebenfalls Neonazikonzerte statt. In den letzten drei Jahren hat er ein Zusammenwachsen der beiden Gruppen erlebt, auch in Verbindung mit der Hooliganszene. Die Rocker stellen ihre Clubhäuser zum Teil für Konzerte zur Verfügung. Als ein Extrembeispiel nannte er ein "Red Devils"-Clubhaus in Belgien, wo Ende 2010 über 1.000 Leute feierten. Dazu muss man wissen, daß die Red Devils als Unterstützerclub für die "Hells Angeles" gelten. Grundsätzlich sind sich Neonazis und Rocker sehr ähnlich, auf der einen Seite die Bruderschaft, auf der anderen die Kameradschaft. Der Verfassungsschutz, so Kuban, verharmlost das Problem.

Auch in Wilhelmshaven gibt es einen Red-Devils Motorradclub, der am 20. April, also zwei Tage vor der ersten Filmvorführung, sein Clubhaus im Gebäude der ehemaligen Kammgarnspinnerei [KSW-Gebäude] einweihte.

Wilhelmshaven ist die erste Stadt, die den Film in Niedersachsen zeigt und damit "Flagge zeigt", gegen ein Phänomen, das man lieber verschweigt, denn es könnte ein dunkler Schatten auf die Stadt fallen. Im Vorfeld wurde seitens der Verwaltung gemutmasst, dass es zu Auseinandersetzungen oder Zwischenfällen während der Aufführungstage hätte kommen können - das Gegenteil war der Fall - weder im noch um das Pumpwerk herum.

Die Resonanz in der Bevölkerung ist inzwischen riesig, die öffentlich rechtlichen Medien scheuen sich aber nach wie vor, den Film zu senden. Es bleibt zu hoffen, das sich das bald ändert.

Unser Dank und unsere Bewunderung gilt der Zivilcourage und dem Engagement der Veranstalter und den Initiatoren, genauso, wie dem Journalisten Thomas Kuban und dem Regisseur Peter Ohlendorf, die nicht aufgegeben haben und nicht aufgeben werden, gegen die Neonaziszene und den Rechtsextremsmus "Kante" zu zeigen.

Chapaeu!


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven


Links:

Informationen zum Film unter www.filmfaktum.de:
Trailer auf www.filmfaktum.de zum Film
Presse auf www.filmfaktum.de zum Film
Netzwerk gegen Rechts
Radio Jade

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VIDEOS - Bewegende Bilder: Bürgerportal Wilhelmshaven
Stopp Rechts - Ein Film über eine Stadt, die schon geschichtshistorisch einiges aufzuarbeiten hat und nicht in der Lage ist geschlossen und parteiübergreifend eine Resolution gegen Rechtsextremismus zu verabschieden...[...mehr]


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