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Bertelskind
29|07|2014



Frühförderung a la Bertelsmann braucht kein Mensch.

Bertelsmann, Bertelsfrau, Bertelskind. Der Konzern für die ganze Familie und für alle Lebensbereiche.

Die uneigennützige, selbstlose Bertelsmann Stiftung hebt wieder einmal familienfreundlich Gesellschaft formend den mahnenden Finger. Heute: "Erzieher braucht das Land". 

Bertelsmann stellt fest, es fehlen den Kindertagesstätten 120.000 Erzieherinnen und Erzieher und wenn man die hätte, würde das 5 Milliarden mehr pro Jahr kosten.

Was soll das?

Der deutsche Finanzhaushalt steht unter Spardiktat, nicht zuletzt durch den Einfluß von Bertelsmann. Ende November 2006 führte die Bertelsmann Stiftung zusammen mit dem Internationalen Währungsfond IWF Symposien durch über die Situation der öffentlichen Finanzen, mit dem Ergebnis: "Wir brauchen eine Neuverschuldung von Null, etwas anderes kann sich niemand mehr leisten". Was dann später als das Geschwätz der "schwäbischen Hausfrau" bundesweit bekannt wurde.

Und wie verträgt sich die Fünfmilliardenstudie mit dem Bertelsmannmotto "Privat vor Staat"?

Soll die Studie schon mal darauf vorbereiten, daß gute Erziehung Geld kostet und Familien sich von etwas römischer Dekadenz verabschieden müßten? Ab 2015 ist auch Guido Westerwelle Stiftungsmitglied.

Da abzusehen ist, daß die Sparzwänge der Staatshaushalte fünf zusätzliche Milliarden für die Kinderbetreuung nicht hergeben werden, wird Bertelsmann auch zu gegebener Zeit einen Weg wissen, hin zu Bertelsmann - oder "Bertelskind", als neuem Geschäftsfeld.

"Politik und Praxis sollten sich auf bundesweite kindgerechte Standards einigen, damit alle Kita-Kinder in Deutschland gute Bildungschancen haben", sagte Jörg Dräger vom Stiftungsvorstand. Es müsse bundesweit geltende Qualitätsstandards im Bundes-Kita-Gesetz geben, meldet der SPIEGEL.
[Quelle: spiegel.de]

Da wird auch gleich ein Gesetz initiiert, das es noch nicht gibt, zur Normung aller deutschen Kinder - möglichst normalisiert mit Bildungsmodulen a la Bertelsmann. Wieso seh´ ich dabei immer so kleine Gehmännchen mit einem Schlüssel im Rücken?

Wer die Analyse der Bertelmann Stiftung beauftragt hat ist nicht bekannt. Ein selbstloser Akt ist es sicher nicht. Von einem besseren Gehalt für die bereits tätigen Erzieher ist dabei überhaupt keine Rede. Es wird viel verlangt, bezahlt wird wenig. Die neuen Ausbildungsvoraussetzungen verlangen das Abitur, dann folgt eine fünfjährige Ausbildung und für das Anerkennungsjahr ist etwas Taschengeld vorgesehen. Was für eine Ausbildung haben eigentlich gutbezahlte Politiker? Und was bekommt man bei Bertelsmann dank Abitur und einer einschlägigen fünfjährigen Ausbildung?

Ein Kitaplatz kostet zwischen 300 und 500 Euro, also muß Mutti schon mal für den Kitaplatz mitarbeiten. Hat sie zwei Kinder, geht es nicht ohne Oma, zeitlich und auch finanziell. Krank darf sowieso keiner werden. Würden viele Frauen zu Hause bleiben können, denn ein Kind ist eine riesen Aufgabe, würde das aber wohl den Arbeits[losen]markt durchrütteln. Da aber die Selbstverwirklichung scheinbar nur aushäusig stattfinden kann, sind solche Vorstellungen wohl altertümlich, wenn nicht gar schon diskriminierend.

Früher konnten Familien von einem Gehalt leben und die Kinder bis zur Einschulung, zumindest bis zum Kindergarten zu Hause bleiben. Vielleicht wird Bertelsmann ja noch eine Studie nachliefern, daß zu viele Eltern einen schlechten Einfluß auf ihre Kinder haben und bei zu duldenden Eltern die Kinder der Karriere im Wege stehen. Auf eine Studie für reelle Einkommen wird man lange warten können.

Möglicherweise ist das Aufzeigen dieser großen Bedarfslücke von 120.000 Erzieherinnen und Erzieher gezielte Schwarzmalerei um dem im "Bildungsmarkt" tätigen Bertelsmann-Konzern ein lukratives Türchen aufzustoßen. Dienstleistungen sollen, wenn das Freihandelsabkommen [TIPP] und das Internationale Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen [TISA] umgesetzt werden, nach internationaler Ausschreibung dem billigsten Anbieter zufallen. Die klammen Gemeinden werden da nicht mithalten können. Und nach den TIPP-Regeln ist eine Privatisierung des "Kindermarktes" dann vertraglich unumkehrbar.

Und hat man die Kinder, kann man ganze Generationen steuern, wie und wozu man sie braucht. Und viel Geld verdienen kann man damit auch noch.

"Die Idee eines Abkommens über den Handel mit Dienstleistungen stammt aus den USA. Dienstleistungen gehören weltweit zu den dynamischsten und volkswirtschaftlich wichtigsten Märkten. Insgesamt repräsentieren die Teilnehmer-Länder an den TISA Verhandlungen 70 Prozent des weltweiten Dienstleistungshandels", schreibt die Neue Züricher Zeitung.

Das klingt nach Goldgrube. Und da wird man auch die süßen kleinen Nuggets in den Kitas nicht links liegen lassen, wenn man erst mal die Schürfrechte hat. Derweil steckt die selbstlose Bertelsmann Stiftung schon mal die Claims ab.

Vielleicht entdecken ja auch Nestle, Coca Cola und MacDonalds dabei ein vergrößertes lukratives Betätigungsfeld. Kita Burger und solche Sachen. Das kann schnell gehen, denn zum Beispiel wird die Bertelsmann Stiftung überwacht von einem Kuratorium, dessen Vorsitzender der Generaldirektor von Nestle´ SA ist.

Es hat vielleicht sogar etwas Betörendes, wenn kluge Menschen eine verlotternde Gesellschaft sorgsam bei der Hand nehmen um sie zu Idealen zu führen, nur darf man nicht vergessen, daß Bertelsmann Ideengeber für Gerhard Schröders Sozialabbau war und der Kultureinfluß von Bertelsmanns RTL auch eher als verheerend einzustufen ist. Mit dem immensen Einfluß auf alle politischen Bereiche, die von Bertelsmann bescheiden als "Lösungsangebote" bezeichnet werden, ist der Konzern eher die Ursache der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse und eben nicht die Lösung.

Mit seinen "Empfehlungen" deckt Bertelsmann alle Gesellschaftsfelder ab, von der Schule bis zum Militär, denen die Politik, scheinbar selbst orientierungslos, immer dankbar willig folgt.

Es werden Studien erstellt, die Medien plappern das Ergebnis unkritisch nach und es schleicht sich das als Wissensstand der Zeit in das allgemeine Bewußtsein. Und so wird langsam, aber sicher, der Staat reduziert und die Demokratie zur Timokratie, der Herrschaft der Besitzenden.

Auf Wikipedia liest man dazu:
Die Stiftung will zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Probleme alle Lebensbereiche nach den "Grundsätzen des Unternehmertums und der Leistungsgerechtigkeit" und dem Leitbild "so wenig Staat wie möglich" umgestalten. … Sie betreibt eigene Projekte, die sie für geeignet hält, die strategischen Ziele des Stifters zu fördern.

Ziele und Aktivitäten:
Die Stiftung sieht sich zum einen als Reformwerkstatt, die einzelne Modellversuche konzipiert und umsetzt; zum anderen möchte sie durch Verbesserung der Beratungsqualität direkt Einfluß nehmen auf politische Entscheidungsträger.

So bietet denn die Stiftung überall ihre "Lösungen für die Zukunft" an, immer nach dem Bertelsmann-Prinzip "so wenig Staat wie möglich". Zum Beispiel bietet Bertelsmanns mit Arvato, seinem international aufgestelltem Internet- und Logistikriesen, unter dem Motto "Moderner Staat" alles, was zum Verwalten von Kunden- und Bürgerbeziehungen der Öffentlichen Hand gehört aus einer, seiner Hand an. In England managt Arvato schon ganze Kommunen, erhebt Gebühren und zieht Steuern ein.

Daß der Bertelsmann Konzern von der Bertelsmann Stiftung zu unterscheiden sei, ist ein Scheinargument, mehr eine Schutzbehauptung, denn die Intentionen unterscheiden sich nicht.

Bei der Übertragung von Firmenanteilen an die Stiftung hat Reinhard Mohn, so wird geschätzt, gut zwei Milliarden Steuern gespart, was rein kaufmännisch schon ein Grund sein kann "Gutes zu tun".

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Wilhelm Schönborn
Investigativer Rentner


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