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Weiterträumen: Die Globalisierung und der Albtraum
29|06|2015



Auch Olaf Lies darf sich getrost immer mehr als gehörnter Spielball der Weltkonzerne fühlen.

Wie die SteuerzahlerInnen und die PolitikerInnen an der Nase herumgeführt werden.

In Wilhelmshaven boomt laut Lokalem Heimatblatt ´mal wieder alles. Manitowoc, die globalisierte Kranfirma mit Geschäftssitz in der gleichnamigen Stadt Manitowoc in Wisconsin [USA], will in der Jadestadt 30 Millionen Euro in einen Kranversuchsstandort investieren. Jetzt sollen die Wilhelmshavener denken, dass der Aufschwung parallel dazu zum Wohle der Kommune "explodiert".

Diese Schlagzeilen kennen die Jadestädter schon zur Genüge. Sie gehören zur Zwangsindustriealisierungstheologie einiger Weniger, die den Wachstumsgedanken sozusagen schon mit der Muttermilch aufgesogen haben und wie beim Nikotin- oder Alkoholabusus einfach nicht mehr davon loskommen.

Darfs noch ein bischen mehr sein?

Dass sich die Welt um die vom ewigen Wachstum beseelten Lobbyisten schon längst verändert, wird weiterhin scheuklappenbeseelt ignoriert.

Die ganze Eurozone könnte demnächst implodieren, wenn sich Griechenland verabschiedet. Einige andere Länder, und damit wichtige Absatzmärkte für Deutschland, könnten folgen. Genauer sprechen die Experten von den PIIGS-Staaten [Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien].

Die wurden in der Vergangenheit unter anderem auch mit teuren Waffenlieferungen belastet, einer Branche, deren Teilbereiche "Panzer und U-Boote" Deutschland aktuell zur "Schlüsseltechnologie" erklärt:
Zitat: " ... Die Bundesregierung will laut einem Bericht die Entwicklung von Panzern und U-Booten mit Steuermitteln fördern. Auch der Export soll angekurbelt werden. ...
... Die deutsche Regierung will einem Spiegel-Bericht zufolge die Entwicklung von Kampfpanzern und U-Booten ressortübergreifend mit staatlichen Fördergeldern unterstützen. Eine geheim tagende Runde aus Staatssekretären mehrerer Ressorts habe in der vergangenen Woche beschlossen, diese Bereiche als sogenannte Schlüsseltechnologien zu definieren, schreibt das Magazin. Das Wirtschaftsministerium verwies auf einen für Juli geplanten Kabinettsbeschluss.

Waffenhersteller wie Krauss-Maffei Wegmann und die Werft ThyssenKrupp Marine Systems könnten so von staatlichen Fördermitteln profitieren, wenn sie Waffensysteme entwickeln und dabei in neue Technologien investieren. Bei einer Ausschreibung sollten deutsche Firmen außerdem vor ausländischen Konkurrenten bevorzugt werden. Auch der Export solle gefördert werden. ... "
[Quelle: spiegel.de]

Der Irrsinn lässt grüßen – oder haben wir da was verpasst, als die Eurozone letztens den Friedensnobelpreis erhielt?


Ein Containerfrachter passiert Schillig  – für viele ein trügerisches Bild.

Weil nun mehr Container auf dem JadeWeserPort herumstehen, sollen wir glauben, dass das Wachstum nun auch endlich in Wilhelmshaven angekommen ist. Die Eingeweihten wissen, dass es sich lediglich um eine Containermengenverschiebung in der sogenannten "Nordrange" handelt.

Das noch mehr Stahlboxen mit immer größeren Schiffen den Weg nach Wilhelmshaven finden ist auch einem Unfall in Bremerhaven geschuldet:
Zitat: " ... „Bei der Matz Maersk waren es bestimmt 3000 Moves, also Containerbewegungen“, sagt Terminal-Chef Mikkel Andersen. Über die Moves spricht er sonst eigentlich nicht. „Das Schiff fährt bei Maersk Line im AE10-Dienst und läuft Wil-helmshaven im Normalfall gar nicht an.“

Doch seit dem Unfall Mitte Mai in Bremerhaven ist an den Eurogate-Terminals Flexibilität gefordert. ... "
[Quelle: Lokales Heimatblatt | 27-06-2015 | Seite 9]

Das wird im Lokalen Heimatblatt vom CTW-Geschäftsführer Mikkel Andersen sogleich als "überwundene Durststrecke" gewertet:
Zitat: " ... Die lange Durststrecke nach der Eröffnung des CTW im September 2012 scheint seit dem Frühjahr 2015 endlich überwunden zu sein. Seitdem sehe er gar keine überregionalen Medien mehr am Zaun, scherzt Terminal-Chef Mikkel Andersen. ... "
[Quelle: Lokales Heimatblatt | 27-06-2015 | Seite 9]

Über die "Moves", also die Containerbewegungen, sprach man in der Vergangenheit nicht so gerne, weil einen die Presse bei den lächerlichen Zahlen gern verhöhnte. Nun aber ist das alles anders, und es kann nichts mehr passieren?

Das ist wohl eher gute Miene zum bösen Spiel, denn die sogenannten Containerraten, also das Geld, das man für einen Container bekommt, wenn man ihn von "A" nach "B" transportiert befinden sich nach wie vor im Keller. Sie werden lediglich durch eine Effizienz an Menge von größeren Containerschiffen aufgefangen.

Dadurch ergibt sich eine Marktbeherrschung der großen Containerreedereien und ein zunehmender Engpass in der Hafeninfrastruktur, was auch Fragen aufwirft, ob die Containerfrachtergröße nicht schon längst an ihrem Limit angekommen sein dürfte. 

Zusätzliche Sorgen dürften durch den Ausbau der "Maasvlakte 2" in Rotterdam entstehen, in den der Containerterminal Wilhelmshaven locker mehrere Male hineinpasst:
Zitat: " ... Durch die Vergrößerung der Maasvlakte um 20 % auf 6000 Hektar und den neuen Hafen verdreifacht sich die Umschlagkapazität für Container. Damit soll der prognostizierte Flächenbedarf bis zum Jahr 2030 reichen. Die Kosten belaufen sich auf rund drei Milliarden Euro. ..."
[Quelle: wikipedia | Maasvlakte 2]

Auch Maersk hat sich dort Kapazitäten gesichert und kann so in Wilhelmshaven die Preise drücken: Zitat: " ... Die wichtigsten Betriebe auf der Maasvlakte sind ... "APM Terminals, Containerterminal der A. P. Møller-Mærsk ... "
[Quelle: wikipedia | Maasvlakte 2]

Wer glaubt, Containertransporte haben etwas mit "wir lieben den Containerterminal Wilhelmshaven so sehr, weil da gibt es soviel tiefes Fahrwasser" zu tun, irrt gewaltig. Das Geschäft ist ein beinharter weltweiter Wettbewerb, in dem die Häfen untereinander ausgespielt werden. Das lässt auch erahnen, wie "A. P. Møller-Mærsk" subventioniert wird, damit die überhaupt nach Wilhelmshaven kommen.

Politik im Sog der Veränderung

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies ist als Anhänger der Wachstumsideologie zu betrachten, der in seinem Portfolio den JadeWeserPort ebenso hofiert, wie die Meyer-Werft in Papenburg, mit dem Geschäftssitz in Rostock. Vielleicht wird er in Zukunft etwas nachdenklicher und klammert sich nicht mehr so offensiv an das "ewige Wachstum" und die vordergründige Betrachtung von parallel zum Wachstum entstehende Arbeitnehmerzahlen.

Die Luxuslinerwerft ist gerade dabei ihren Geschäftssitz von Rostock [Deutschland] nach Luxemburg  [Belgien] zu verlegen:
Zitat: " Das Mutterhaus der Meyer Werft schwimmt davon
Das Mutterhaus der Meyer Werft, die Meyer Neptun GmbH, wird seinen Sitz von Rostock nach Luxemburg verlegen. Das haben das niedersächsische Wirtschaftsministerium und der Geschäftsführer der Warnemünder Neptun Werft, Manfred Müller-Fahrenholz, bestätigt. Zum Konzern gehört neben der Neptun Werft in Warnemünde auch die Meyer Werft in Papenburg. "Wir werden nun im Herbst in Luxemburg ein Büro eröffnen, von dem aus der zentrale Einkauf für Papenburg, Rostock und Turku (Finnland) gesteuert wird", teilte die Meyer Werft im Namen der Werftengruppe in einer schriftlichen Erklärung mit und unterstrich, dass es nicht um das Sparen von Steuern gehe: "Die Steuern werden wie bisher weiterhin in Papenburg, Rostock und Turku bezahlt." Man wolle durch die Verlegung erreichen, dass die Gruppe auch weiter keinen Aufsichtsrat habe. ....
... "Ein großer Vorteil unserer Unternehmen ist, schnell und flexibel entscheiden zu können. Dieses lässt ein Aufsichtsrat nicht zu." ... "
[Quelle: ndr.de | 28-06-2015]

Lies zeigt sich überrascht bis entsetzt:
Zitat: " ... Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) reagierte überrascht auf die Abwanderungspläne des Mutterkonzerns der Meyer Werft. Er sei entsetzt. Nicht zuletzt mit dem Masterplan Ems habe die Landesregierung den Standort der Meyer Werft in Papenburg unterstützt, sagte er. ...
... "Unsere Erwartung ist, dass Papenburg erhalten bleibt, aber wir wissen es nicht." ...
[Quelle: ndr.de | 28-06-2015]

Es lebe die Globalisierung – oder doch nicht?

Damit sind wir wieder beim Anfang angelangt, genauer gesagt die Sache mit den Steuerzahlungen und den "Quellensteuern". Die Meyer Werft erklärt gebetsmühlenartig weiterhin fleißig die Steuern in Deutschland zu entrichten, während es Manitowoc da sicherlich anders halten wird.

So verkehrt sich eine angekündigte 30 Millionen Investition zunächst in ein im übertragenen Sinne hochsubventioniertes Steuerabschreibungsmodell, d. h. außer den bis zu 30 neuen Arbeitsplätzen bleibt Wilhelmshaven wieder nur die Hoffnung, dass die Konzerne in Zukunft freiwillig in Wilhelmshaven ihre Steuern nach deutschem Steuerrecht zahlen werden, wovon nicht auszugehen ist.

Da hilft nur: "Ärmel hochkrempeln und da durchbeißen", meint der CTW-Geschäftsführer Mikkel Andersen und wir fügen hinzu: "Schön weiterträumen!".

Ahoi! - Empört Euch!


Wolf-Dietrich Hufenbach
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