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Kapitäne gehen – Schiff sinkt
26|05|2010



Der geht auch, das ist Wilhelmshavens Oberbürgermeister Eberhard Menzel, auf dessen Posten auch Sie sich bewerben können.

Die Zeit der Wilhelmshavener Kapitäne geht langsam zu ende. Die grauen Herren aus dem Rathaus, der Wirtschaftsförderung, der Hafenvereinigung und anderer Lobbyverbände an der Jade kommen in die Jahre.

Menzel, Adam, Niemann, Bauermeister und die vielen weiteren Namen sind unzertrennlich mit dem Jade-Weser-Port verbunden. Immer wieder haben sie uns Arbeitsplätze, Gewerbesteuer und unendlichen Reichtum für Wilhelmshaven versprochen.

Besonders Wilfrid Adam bestach dadurch, dass er schon vor fast 20 Jahren wusste, wann das erste Containerschiff am JWP festmachen werde. Eberhard Menzel war der Experte für die Arbeitsplätze und wusste von 5.000 neuen Stellen im Hafen zu berichten. Die Lobbyverbände wussten eigentlich nichts und beschränkten sich meist darauf, Mitgliedsbeiträge zu sammeln und rauschende Feste zu feiern. Städtische Gesellschaften steuerten gleich im Dutzend die geliebten Beiträge bei.

Unsere Landtags- und Bundestagsabgeordneten wurden zu Experten in Sachen Bahnanbindung. Immer wieder gelang es ihnen, in interne Papiere der Ministerien zu schauen. So konnten sie völlig substanzlose Termine für die Bahnanbindung, die Zweigleisigkeit und die Elektrifizierung der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven auf ihre Wählerklientel einprasseln lassen. Dabei spielte die Parteizugehörigkeit keine Rolle.

Viele Wahlen wurden in Wilhelmshaven mit dem Thema JWP bestritten. Alles südlich des JWP-Geländes wurde in ein politisches Koma gesetzt. Stadtplanung, Soziales, Bildung oder Kultur waren nur Stolpersteine auf der politischen Karriereleiter von Biester, Adam, Menzel, Evers-Meyer, Ließ und Kammer.

Mit Versprechen kann man halt viel besser Wahlen gewinnen, als mit der Wahrheit. 

Jetzt steuern wir mit geradem Kurs auf die Kommunalwahl im September 2011 zu. Zu diesem Zeitpunkt sollten doch längst die ersten Schiffe ausgeladen sein und die Wilhelmshavener sollten sich aus Freude über den Aufschwung in den Armen liegen. 2011 sollte das geerntet werden, was nie ausgesät wurde. 2011 sollte das Schicksalsjahr für uns werden, in dem sich alles zum Guten wendet. Denn auch die Gewerbesteuereinnahmen, die uns Biester und Menzel aus dem Kohlekraftwerksbauten versprochen haben, sollten da ja längst in die leeren städtischen Kassen sprudeln.

Schon heute sollten unzählige Hotels und Pensionen mit Arbeitern von den Großbaustellen besetzt sein. Kneipen, Restaurants und Geschäfte sollten längst unter dem Ansturm von Arbeitern und JWP-Touristen im Geld schwimmen. Wilfried Adam konnte schon vor Jahren davon berichten, dass unzählige Firmen nach geeigneten Grundstücken in Wilhelmshaven suchen, um sich in der Goldgräberregion nieder zu lassen. Die hier entstehenden Arbeitsplätze wären kaum mehr zu zählen.

Doch schnell zurück zur Realität. Während noch immer Menschen auf Führungen durch den JWP über die weiteren Ausbaustufen informiert werden, ist selbst die erste Ausbaustufe inzwischen Makulatur. Statt toller Bürogebäude werden doch nur Büro-Container aufgestellt – ist ja ein Containerhafen! Statt überdimensionaler und modernster Kräne zur Entladung der Superschiffe gibt es doch nur kleine, alte und ausgemusterte Kräne aus Bremerhaven.

Eurogate als Betreiber des JWP rudert fast täglich zurück. Die Konjunktur erholt sich einfach nicht. Und das, obwohl wir doch Milliarden an Steuergeldern an Konzerne und Banken verteilen. Und nun soll eine kräftige Konjunkturspritze für den JWP verhindern, dass wir das bemerken, was wir schon immer wussten.

Der JWP wird eine Investitionsruine!

Eigentlich alles nichts Neues. Jeder denkende Mensch hat diese Entwicklung schon weit vor der Krise vorhergesagt. Denn im Gegensatz zur Politik ist der Bürger durchaus in der Lage, die Schwächen und Fehler des Casino-Kapitalismus zu erkennen. Wer noch vor zwei Jahren als Nestbeschmutzer, Miesmacher und Pessimist bezeichnet wurde, darf sich heute rühmen, es eben doch besser gewusst zu haben. Und das war keine wirkliche Herausforderung!

Spannend wird es sein, zu sehen, mit welchen Versprechungen und Schuldzuweisungen CDU, SPD und FDP den kommenden Kommunalwahlkampf bestreiten werden. Zumindest haben sie alle Versuche anderer Parteien, nach Alternativen für die Nutzung des JWP-Geländes zu suchen, erfolgreich verhindert. Aber was soll es, die meisten der politischen Geldverbrenner ist die Rente nah und sie werden sich in ihre Burgen zurück ziehen.


Tim Sommer

Quelle:
www.timsommer.de

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