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JadeWeserPort: Die Bahn kommt nicht
26|04|2010



Nachdem die Lärmschutzmauer in sich zusammefiel verrosten die frisch verlegten Schienen, denn hier wird lange kein Zug kommen, der Container von einem Hafen abführt.

Da ist sie, die Kostenexplosion im Schienenbau beim Jahrtausendhafen, den keiner braucht.

Nachdem es schon die Spatzen von den Dächern pfiffen ist es nun zur Wahrheit geworden. Während man den Abschnitt vom JadeWeserPort bis nach Sande gerade ertüchtigt, läßt sich die Bahn wie vermutet viel Zeit beim Rest der Strecke und der Bund steht diesem Abwarten in nichts nach.

Zum Logistiktag hatte man sich so schön ausgemalt, dass Wirtschaftminister Ramsauer genau zu diesem Zeitpunkt das Jahrtausendprojekt "anschiebt". Genau das Gegenteil hat er getan. Nur einen Tag später sickerte durch, dass er zunächst einmal die Elbvertiefung unterstützt.

Dies zeigt ganz klar, wer die stärkere Lobby besitzt, nicht Wilhelmshavens Wirtschaftsvereinigung, sondern Hamburg und Bremen [Bremerhaven] machen hier mächtig Druck, um ihre Wirtschaftsinteressen durchzusetzen, um so ihre Standorte zu stützen.

Wilhelmshaven wird nun zu einem Nebenkriegsschauplatz in der Hafenpolitik und fällt wirtschaftlich weiter in ein tiefes Loch.

Überhaupt ist die Hafenpolitik derart unkoordiniert, dass man sich wirklich fragen muß, wie das Projekt am Jadebusen überhaupt zustande kommen konnte. Auf der anderen Seite werden die Forderungen immer lauter, dem Hafen auch eine andere Ausrichtung zu geben.

Es leuchtet nicht ein, dass sich die politisch Verantwortlichen quasi verkriechen und Eurogate auch noch den Offshore-Umschlag kampflos überlassen.

Die Angst scheint groß, dass Eurogate sich vom Jahrtausendhafenprojekt verabschieden könnte und dann lange nach einem neuen Hafenbetreiber gesucht werden müßte, weil sich die maritime Wirtschaft nicht so schnell erholen wird und sich Warenströme rasant verlagern.

Die Beteiligten Hafenbetreiber haben ganz eigene Vorstellungen und Politiker, die sich gerne mit großen Projekten beglücken, fallen immer wieder auf sich selbst rein. In Wilhelmshaven sind die Großprojekte wie die Gasverflüssigungsanlage oder das angekündigte Kohlekraftwerk so schnell wie angekündigt weggestorben. Die Politiker tun jedes Mal völlig überrascht und versuchen es trotzdem immer wieder.

Nachhaltige Politik kennen sie anscheinend nicht, spielen sich zu Fachleuten auf und sitzen wirklich wichtige, strukturelle Probleme regelrecht aus.

Dass die Bahn nicht kommt hat sicherlich nicht nur den Grund der Kostenexplosion von 316 auf 463 Millionen Euro, sondern liegt auch an der dramatischen Lage des Staatshaushaltes, d. h. die dramatische Neuverschuldung und somit allgemeine Verschuldung der Bundesrepublik.

Hinzu könnte eine Steuerschätzung kommen, die einem wahrscheinlich die Sprache verschlägt. Vielleicht kennen sie Schäuble und Co. schon, so dass diese Absage in Sachen Bahn die Notbremse ist, die schon vor einigen Jahrzehnten hätte gezogen werden müssen.

Sie wissen ja inzwischen, dass Sie und ihre Nachfahren alle diese Fehler werden "ausbügeln" müssen. Eigentlich ist es an der Zeit, dass die Bürger direkt mit ins Boot geholt werden müssen, wenn es um wirklich richtungsweisende Entscheidungen für Städte, Kommunen oder das ganze Land geht.

Es kann nicht sein, dass die Mehrzahl der Bürger gegen Atomkraft oder Kriege ist und die Politik ohne das Votum des Volkes entscheidet.

Wieviele Trauerfeiern sollen noch organisert werden, wieviele traumatisierte Soldaten alleingelassen werden und wieviele Banken sollen die Steuerzahler noch retten oder wieviele EU-Staaten entschulden?

Unterm Strich ist der JadeWeserPort gescheitert, denn niemand kann guten Gewissens behaupten, dass diese Sandkiste wohl durchdacht und nachhaltig angelegt wurde.

Es sind die großen Kinderaugen der Politiker, die immer nur von Arbeitsplätzen reden, und die sich inzwischen beeinflussen lassen, wie Marionetten.

Am Wochenende haben wir auch wieder an der Jahrtausendbaustelle gefilmt. Eine Frau fragte: "Wo geht es denn hier zum Meer" und eine andere: "Früher war alles viel schöner, ich habe da meine Kindheit verbracht."

Diese zwei Beispiele zeigen, dass man den Menschen in Wilhelmshaven und umzu bisher mehr genommen, als gegeben hat. Spätestens hier sollten diejenigen auch einmal darüber nachdenken, wem oder was sie da allzu leichtgläubig zugestimmt haben.

Hinterm Horizont gehts weiter ... bestimmt ... irgendwann ...


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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