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Stuttgart 21 - Angriff der Eliten auf die Zivilgesellschaft
07|09|2010




"Tempora mutantur, nos et mutamur in illis, etiam non omnes!" ... Asterix lesen oder einfach das Video anschauen!

RRRRummmms knarrrtschschsch ….

Der Abriß hat begonnen, 25. August 2010 14:23 Uhr Ortszeit Stuttgart: der Teufel zeigt nun sein wahres Gesicht!!! Baden-Württemberg hatte ja schon einen Ministerpräsidenten mit diesem Namen. Offenbar haben sich aber seit damals die Teufelchen vermehrt! Sie heißen jetzt: Bahnchef Grube, SPD-Frontmann Drexler, Oberbürgermeister Schuster, Ministerpräsident Mappus, und noch ein paar Helferlein im Hintergrund. Wo groß gegrillt wird, fällt auch immer etwas ab für Beistehende. 

Worum geht es bei „Stuttgart 21“?

Ein Hauptbahnhof [bisher Kopfbahnhof, so wie in Hamburg, Leipzig, Frankfurt, München] soll für geschätzte 7 Milliarden Euro unter die Erde gelegt werden – an der selben Stelle wo sich der jetzige übrigens wunderschöne, aus Naturstein gebaute Bahnhof befindet. Was so mancher Opel Manta Fahrer gerne mal an seinem Schatz vollbringen läßt [er/sie wird tiefergelegt], hat nun die oben genannte Gang aus Politikern und Wirtschaftsbossen vor, mit liebevollem Gebaren an denen zu vollbringen, deren Vertrauen sie genießen: dem Volk. Es wird nämlich nicht nur ein Gebäude mitsamt Gleisen tiefergelegt. Auch die Finanzen des Volkes rutschten gleich mit in den Keller.

Von ursprünglich geplanten 1,4 Mrd. Euro für den Bahnhof [hinzu kommt noch einmal die geplante Neubaustrecke nach Ulm] hat man scheibchenweise die Summe inzwischen auf 4,5 Mrd nach oben korrigiert. Der Bundesrechnungshof geht jetzt bereits von 6,5 Mrd Euro aus.

Bei feierlicher Entfernung des ersten Prellbocks im Februar unter Anwesenheit aller Honoratioren kannte allerdings keiner der Hauptverantwortlichen des Projekts diesen Bericht. Sie wurden sogar vor der Kamera regelrecht patzig gegenüber den Journalisten, als sie darauf angesprochen wurden.

Um die verkehrspolitische Bedeutung zu belegen, wurde vor einigen Jahren ein renommiertes Schweizer Planungsbüro mit einem Gutachten beauftragt. Dieses erstellte auch ein solches Gutachten, kam jedoch zu dem Schluß, daß der Bahnhof große Probleme evoziere. U.a. sei eine Aufrechterhaltung des jetzigen Verkehrs nur möglich, wenn sich die Aufenthaltsdauer eines ICE oder einer S-Bahn in dem neuen unterirdischen Bahnhof [nur noch 8 statt 16 Gleise oben] auf etwa eine Minute beschränke. Eine Minute zum Aussteigen alter und zum Einsteigen neuer Fahrgäste.

Dieses Gutachten wurde sofort unter Verschluß genommen, nicht publiziert, nicht den Volksvertretern oder dem Souverän vorgelegt. Denn: Die Bahn sei ein privates Unternehmen, und könne deshalb Geheimnisschutz verlangen. Wenn sie ein privates Unternehmen wäre, wofür braucht sie dann 7 Mrd Euro vom Volk? Dann würde sich doch alles wieder amortisieren, oder? [Näheres dazu auf: http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=534]

Das Thema Sicherheit und Folgekosten wird auch erst jetzt in all seinen Dimensionen stückchenweise der Öffentlichkeit präsentiert, zum Teil unfreiwillig: Die Gesteinsschichten im gesamten Tunnelgebiet und allgemein in der Stuttgarter Gegend sind höchst problematisch, weil sie aus einer Art Gips bestehen, der bei Wasserzufuhr aufquellt und die in ihm errichteten Gebäude [Tunnel] gefährden kann.

Gleichzeitig warnt der Stuttgarter Stararchitekt Otto, der den neuen Bahnhof S21 mitgeplant hat und vor einem Jahr aus dem Projekt ausgestiegen ist, heute öffentlich vor dem Projekt der Tieferlegung, weil Gefahr für Leib und Leben der Bahnreisenden bestehe: eine Überflutung des unterirdischen Bahnhofs könne zu keiner Zeit ausgeschlossen werden.

[Link hierzu: Stuttgarter Zeitung: 23. 08.2010]

Was sind die Argumente für das gigantische Projekt?

Stuttgart soll an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen werden.
Isses zwar schon mit ICE, soll aber durch die zusätzliche Neubaustrecke nach Ulm [ginge auch ohne S 21] noch näher ran an Paris usw. Und Autozulieferer könnten dann sich schneller gegenseitig beliefern. Wird gesagt.

Der Einfachheit halber hier eine hervorragende Zusammenstellung der Pro und Cons auf der Seite:
http://webcam.schrem.eu
[ ... etwas herunterscrollen unterhalb der webcams]

Wenn unbedingt so viele Geschäftsleute und Autoteile noch schneller durch die Republik rasen müssen: Wenigstens die Geschäftsleute könnten doch auch den Flieger nehmen?
Ja, es soll aber welche mit Flugangst geben. Für die bauen wir den Flughafen unter Tage für 7 Mrd und als Bahnhof gekennzeichnet.
[Siehe hierzu auch die Video-Karikatur]   

Ich mache folgenden Vorschlag:
Bei der Deutschen Lufthansa gibt es Kurse zum Abbau von Flugangst auf verhaltenstherapeutischer Grundlage und mit Abschlußflug mit einem Jet. Warum finanziert man nicht solche Kurse aus Steuermitteln und verzichtet dafür auf die teure Tieferlegung? Ich hab mal ausgerechnet: Man könnte ca. 14 Millionen Geschäftsleuten von ihrer Flugangst abbringen! Und müßte dann nicht befürchten, daß ganz normale ahnungslose Bahnkunden bei einer Durchfahrt durch Stuttgarts neuen ICE-U-Bahnhof plötzlich absaufen, was der Architekt Otto [wohlgemerkt Architekt dieses neuen Bahnhofs!] seit einem Jahr befürchtet und deshalb aus dem Projekt AUSGESTIEGEN ist.   

Die Befürworter des Projekts, die jetzt den Abriß ohne zeitliche Not angeordnet haben, berufen sich auf demokratische Legitimation. Hier ein Zitat aus dem Argumentepapier auf http://webcam.schrem.eu:

"S21 ist demokratisch legitimiert."

1995 wurde abgestimmt. Nur wussten die Politiker damals nicht was heute alles bekannt ist:

- Die enormen Kosten [S21 sollte sich ursprünglich durch die Grundstücksverkäufe selbst finanzieren]


- der geringe bahntechnische Nutzen [mittlerweile durch mehrere Studien der S21 Befürworter belegt]

- die bis heute nicht abschätzbaren Risiken aufgrund von 60 km Tunnel durch schwierigstes Gebirge mit Höhlen

- die bis heute nicht nachgereichte Kosten/Nutzenrechnung - eine Selbstverständlichkeit für jede Investitionsentscheidung

Die Parlamentarier konnten 1995 gar nicht wissen über was abgestimmt wurde.

Kann eine Entscheidung demokratisch legitimiert sein, wenn diese auf unvollständigen oder gar falschen Informationen beruht?

Der Bundesrechnungshof hat mangelnde Information der Parlamente wiederholt kritisiert, zuletzt 2008:
Siehe hier, letzte Seite: Der BRH fordert dazu auf die Parlamente über die Risiken des Projektes zu informieren.

Offenbar ist dies bis mindestens 2008 - also 13 Jahre nach der Abstimmung - immer noch nicht geschehen!

Und statt vieler eine Meinung aus dem Volk auf twitter:
Unsere Politiker haben verschlafen,dass es heute nicht mehr reicht gewählt zu werden.Wir wollen Mitsprache, auch zwischendrin.

Ich habe mit Spannung sämtliche Nachrichten über den Beginn des Abrisses im Fernsehen auf sämtlichen Kanälen und im internet verfolgt.

Mein Fazit:
1. Die öffentlich-rechtlichen Medien berichteten nur sehr dünn über den Volksaufstand in Stuttgart. Immerhin haben die Bürger, die gegen den Bahnhof sind, es geschafft, sämtlichen Autoverkehr in der Stuttgarter Innenstadt lahmzulegen! Das sogenannte „Weindorf“-Fest konnte noch nicht eröffnet werden, Oberbürgermeister Schuster verbarrikadierte sich unter massivem Polizeischutz im Schloß und wurde von vielen Demonstranten zum Rücktritt aufgefordert. Im heute-journal nur ein sehr sehr dünner Beitrag von 29 Sekunden.

2. Das internet kombiniert mit twitter, handy, sms usw. ist ein sehr wirkungsvolles Instrument in der Hand der Bürger, wenn es zur Netzwerkbildung, genutzt wird

3. Es gibt Politiker und Wirtschaftsbosse auch noch 60 Jahre nach Stalin, die absolut unbelehrbar sind und ihren Betonkopf für das größte Instrument im Universum halten

4. Die heutige Demonstration der Macht der genannten Betonköpfe ist meines Erachtens der Anfang vom Ende des Obrigkeitsstaates in Deutschland. Genau so, wie der zweite Irak-Krieg von Georg dabbelju Busch der Anfang vom Ende der Vormachtstellung Amerikas in der Welt war. Der Bürger in Stuttgart hat jetzt gemerkt, wo der Hase lang läuft.

Auf Feiern wird Demokratie vorgegaukelt, wenn's ums Geld der Funktionäre geht, dann wird die Demokratie plötzlich mit Füßen getreten. Und mit was für Füßen! Abrißbagger gegen ein 1917 gebautes ehrwürdiges Gebäude, das in einem Rechtsstreit von dem Architekten-Enkel verteidigt wird, wo noch keine Rechtskraft eingetreten ist, aber was schert das die Allmächtigen von der Bahn AG, den Stuttgarter OB und den baden-württembergischen Ministerpräsidenten! Rechtskraft nehmen sie nur für sich selbst in Anspruch. Nicht aber für ihre Gegner.

Ein klassischer Fall der regula aurea, der goldenen Regel, oder auch von Kant im kategorischen Imperativ formuliert:
Handle stets so, daß deine Maximen zu einem allgemeinen Gesetz – auch gegen dich selbst – gemacht werden könnten. Ach, was will ich Staatslenkern mit Philosophie und Ethik kommen!

Deshalb bleibt mir nur, abwartend mich zurückzulehnen, und erstaunt über die Dreistigkeit und Arroganz der Mächtigen [in Stuttgart und anderswo] zu reflektieren, und mich zu freuen, daß eine Umwandlung des Wilhelmshavener Kopfbahnhofs – Ja! Wir haben auch so was tolles mittelalterliches! - in eine Tiefgarage und Durchgangsbahnhof die Fahrgäste, die aus dem Süden kommen, direkt entweder auf einem leeren Containerhafengelände in 2 min sausen könnten oder: wenn man eine kleine Abbiegung nach rechts durchsetzen könnte: direkt in der Scheiße landen könnten [bei roter Flagge am DLRG-Häuschen].

In diesem Sinne
Tempora mutantur, nos et mutamur in illis, etiam non omnes! [Asterix, Band ...]


Heidi Berg

P. S.:
Und für die, die den lateinischen Spruch nicht kennen: 
Stoiber 10 Minuten Transrapid Rede legendär

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