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Boomtown 2010: Wilhelmshaven lebt
23|12|2010



Gönnen sie sich trotz der kommenden Turbulenzen ein wenig Ruhe über die Feiertage.

Zum Schluss des Jahres noch ein paar Anekdoten aus dem weltbekannten Wilhelmshavener Heimatblatt.

Vornweg schon einmal die gute Nachricht für das Gros der lokalen Politprominenz: Wir machen eine Pause bis zum 4. Januar 2011 - sonst bleibt alles beim alten [versprochen!].

Das Jahr hat einen furchterregenden Eindruck davon hinterlassen, wie es eine kleine Clique schafft, aktiv am Niedergang einer Kommune mitzuarbeiten, was, und das betonen diese "Politstrategen" immer wieder, zum Wohle der Stadt geschieht.

Zunächst noch einmal das Reinhard-Nieter-Krankenhaus, das wohl auch in der nächsten Zeit nicht aus den Schlagzeilen kommen wird und dem es trotz Teilprivatisierung und untertariflichen Löhnen [das betrifft jeden neuen Mitarbeiter sowie alle Auszubildenden] wirtschaftlich gut gehen soll.

Das Heimatblatt schreibt immer schön das auf, was Politprominenz und selbst ernannte Führungelite zu sagen haben und mit Sicherheit auch 2011, obwohl es sehr oft Live-Satire ist:
Zitat: " ... Der geschäftsführende Krankenhausdirektor Prof. Jörg Brost hatte jedoch erklärt, dass das RNK ohne die gesetzlich vorgeschriebene Bildung von Rückstellungen für Altersteilzeit ein Plus von 300 000 Euro gemacht hätte. ... "

Unsere Folgerung:
Was hätte er erst für einen Gewinn gemacht, wenn er keine Löhne mehr zahlen müßte?

Hier die Kennziffer aus dem Geschäftsbericht:
48.748.488,99 Euro [Gewinn- und Verlustrechnung | Personalaufwand 2009]

Herr Prof. Dr. Jörg Brost, mit Verlaub, da können Sie noch richtig ´was herausholen. Die Privatisierung können sie mit diesem Mittel noch um Jahre hinauszögern. Danach steht dann shöchstwahrscheinlich auch ihr Geschäftführerposten zur Disposition, natürlich nicht ohne Abfindung - ist doch klar!

Aber, Herr Prof. Jörg Brost und liebe Politprominenz:
Wo ist eigentlich der Wirtschaftsplan für die kommenden Jahre?

Das einzige, was wir dazu fanden ist folgendes:
Zitat: " ... Prognosebericht
Die erhaltenen pauschalen Fördermittel sind seit Einführung 1972 nicht ausreichend, so dass zunehmend Investitionen aus Eigenmitteln finanziert werden müssen. Weitere latente Risiken bestehen im betriebs- und bautechnischen Bereich, hier z.B. die Klimaanlagen der OP-Räume, veraltete Elektrotechnik, abgängige Sanitärsysteme. Die Technische Abteilung ist hier bemüht, weitestgehend durch Renovierung Abhilfe zu schaffen, allerdings lassen die beschränkten Mittel nur ein sequenzielles Vorgehen zu. ... "
[Quelle: Reinhard-Nieter-Krankenhaus Städtische Kliniken gGmbH  | Ende 2010]

Eine Förderung von Landesseite über 20 Millionen Euro wird helfen, das Reinhard-Nieter-Krankenhaus, dem es wie beschrieben wirtschaftlich gut gehen soll [Jahresverlust 2009: 3,3 Milionen Euro - Tendenz: eher bleibend!], vor der drohenden Privatisierung etwas aufzuhübschen, um auf dem freien Markt eine höhere Summe herausschlagen zu können.

Vielleicht sind ja schon Privatisierungsvorbereitungen mitten im Gange, denn das Reinhard-Nieter-Krankenhaus hat jetzt Beraterfirmen im Haus [sie haben richtig gelesen: mehrere!]:
Zitat: "Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
... Durch ein Beratungsunternehmen werden in 2010 Restrukturierungsansätze analysiert. Der Ärztliche Dienst soll durch den Einsatz von weiteren Dokumentationsassistenten/-innen entlastet werden. Wirtschaftliche Effekte sind zu erwarten. Ein latentes Risiko geht von den Personalkosten aus: Die Tarifabschlüsse der Gewerkschaften „ver.di“ und „Marburger Bund“ werden in 2010 weitere Kostenerhöhungen mit existenziellen Effekten nach sich ziehen, sofern nicht im Personalsektor oder bundespolitisch reagiert wird. ... "

Eine Beratungsgesellschaft soll keine geringere sein als: "Price Waterhouse Cooper - http://www.pwc.com", wohl eine der teuersten, die man beauftragen kann - Wilhelmshaven hat es ja!

Das sagt den RatsvertreterInnen natürlich niemand - na - bei deren Tagessätzen ist der Gewinn quasi vorprogrammiert.

Herr Günter Reuter [CDU Fraktionsvorsitzender] ist auch immer für einen Widerspruch zu haben. Die Wilhelmshavener Gesellschaften weisen einen Jahresverlust in 2009 von 13,684 Millionen Euro auf. Das bringt ihn aber nicht zwingend dazu, über das Gesagte nachzudenken, denn er befürwortet eine 100.000 Euro teure Bezuschussung des Kanzlerinnenbesuches im Mai nächsten Jahres aus dem Wirtschaftsförderungsetat [500.000 Euro].

Die Aufsichtsratspöstchen in den Gesellschaften werden auch nur einer durch sie selbst durchgeführten Prüfung unterzogen [Ältestenrat] und welch eine Überraschung: Sie bleiben so hoch, wie sie sind, obwohl die Stadt an allen Ecken und Enden sparen muß.

Die Konzeptlosigkeit zeigt sich auch an der Neuender Schule, der ältesten Wilhelmshavens. Die ehemalige Grundschule zählt zu den wenigen übriggeblieben historischen Gebäuden Wilhelmshavens, die die Bombenabwürfe aus den Weltkriegen "überlebt" habe. Nun soll sie verkauft werden, weil der Stadt selbst nichts mehr einfällt.

Wilhelmshaven ist bekannt für seine Untaten im Zusammenhang mit historisch wertvollen Gütern, nicht umsonst dümpelt die Südzentrale vor sich hin und verfällt direkt neben der Kaiser-Wilhelm-Brücke, der wegen Geldmangel beinahe ein ähnliches Schicksal drohte und die jetzt für mindestens 6 Millionen Euro von Grund auf renoviert werden muß und für mindestens 2 Jahre gesperrt bleibt.

Der Architekturwettbewerb für die sogenannte Wiesbadenbrücke ist auch im Nirwarna des Nicht-Handeln-Wollens verschwunden [in diesem Fall auch, um einen lästigen Mitbewerber loszuwerden].

Viele aufgemotzte Nachrichten aus dem lokalen Heimatblatt verschwanden so schnell, wie sie kamen.

Eon baut sein Kohlekraftwerk 50 + nicht mehr, weil technisch gar nicht machbar und auch nur eine Dreckschleuder ist, so wie die anderen, trotz selbst hochgelobter Effizienz der uralten Dampfmaschinentechnologie aus dem vorigen Jahrhundert, die in Boomtown immer noch mehrheitlich Bewunderung finden soll.

Die Industriealisierung hat sich auch als Irrglaube erwiesen und trotzdem schmückt man den einzig verbliebenen Strohalm zum Leuchtturmprojekt der folgenden Generationen. Ein Containerhafen soll Wilhelmshaven ganz weit nach vorne bringen - für die nächsten Generationen sei er geplant. Leider kommt der Klimawandel und der Meeresspiegel steigt.

Das hat auch Konsequenzen für die Hafenpolitik und die kommenden Generationen werden neben Wegzugsplänen auch überlegen müssen, ob Offshorehäfen eine Alterneative sein könnten. Die Niederlande bauen schon ein Offshore-Terminal für Kreuzfahrtschiffe und sind auch sonst nicht verlegen, nachhaltige Zukunftsvisionen jetzt schon zu planen und jetzt schon in die Tat umzusetzen.


In Wilhelmshaven soll das gleiche Problem wahrscheinlich mit Deichen aufgehalten werden, die dann gigantische Ausmasse annehmen würden, während die Ostfriesischen Inseln untergehen.

Wir werden dann auch überlegen müssen, was wir mit den Atomreaktoren machen, die dann unter Wasser stehen.

Die vorsichtigste Prognose für den Meeresspiegelanstieg beläuft sich auf ca 1 Meter pro Jahrhundert. Es kann aber auch ganz anders kommen und im Durchschnitt bei 5 Meter liegen. Der schlimmste Fall wären 15 Meter Meerespiegelanstig in hundert Jahren, laut einem BBC-Bericht von letzter Woche.

Überraschung ist also angesagt und die Wilhelmshavener werden, so ist es zu vermuten, als letzte davon erfahren, weil, sie haben ja nur das lokale Heimatblatt und da stören negative Meldungen.

Viele glauben nicht mehr an die Parolen derjenigen, die sich für übermächtig halten, denen, die bei opulenten Frühstückchen Smalltalk oft mit Denken verwechseln oder gleichsetzen.

So könnte auch 2011 ein tragisches Jahr für Wilhelmshaven werden, gäbe es da nicht dieses Vakuum auf der Suche nach Wahlzielen bei der kommenden Kommunalwahl - eine echte Chance übrigens für die kleinen Parteien, ausgenommen der FDP, die an der 3 Prozent Hürde knabbert, die sie auch noch in Richtung Abgrund reissen könnte. 

Bis aber in Wilhelmshaven der Wind der Veränderung wehen wird, werden sich noch viele Fäkalienströme den Weg zum Südstrand bahnen, viele Blaualgen den Banter See zum Leuchten und Stinken bringen und viel hirnloses Geschwätz der Politprominenz, gefördert durch das lokale Heimatblatt, die Runde machen.

Sinnlose Ratsbeschlüsse werden höchstwahrscheinlich auch 2011 wieder geschlossen, um eine Wahl vermeindlich gewinnen zu können oder um sie hinterher im Sinne von GenossInnen oder Günstlingen wieder zu revidieren.

Das kommende Jahr wird wenig Besserung bringen, aber man soll ja nie "Nie" sagen und nur seine eigenen Prognosen zitieren - es kann ja auch alles ganz anders kommen und eine plötzlich auftretende Steuernachzahlung in exorbitanter Höhe würde wenigstens die finanziellen Probleme temporär beseitigen, denn dann stehen da wieder Poitikerinnen, die sofort nach neuen sinnlosen Investitionen zugunsten der Lobbyisten in die Bresche springen würden, die Hafentorbrücke ist da nur ein kleines mindestens 16 Millionen Euro teures Beispiel.

Eine ganz schlechte Nachricht noch fast zuletzt:
Atomtransporte können jetzt doch über Wilhelmshaven stattfinden, trotz gefasstem Ratsbeschluss und Einschätzung der lokalen Politprominenz. Das hat die Anfrage der BASU ergeben, die wir heute ebenfalls veröffentlichen.

Lassen sie den Kopf trotzdem nicht hängen und feiern sie mit ihren Angehörigen oder Freunden Weihnachten, kommen sie gut ins neue Jahr.

Wir freuen uns schon auf die nächste Neujahrsansprache [die letzte] des scheidenden Oberbürgermeisters Eberhard Menzel, wenn er vielleicht wieder sagt:
Zitat: "Kein Geld hatten wir immer, aber soviel "Kein Geld" hatten wir noch nie!"
... und Herr Schönborn auf die Frage:
Zitat: "Kann man den gesprochenen Worten des Oberbürgemeisters überhaupt noch trauen?"
... sagt:
Zitat: "Ja, auf alle Fälle, denn er strahlt soviel Zuversicht und Vertrauen aus, da muss man einfach den Glauben haben!"
[Zitatquelle: Aus dem Videomaterial der Neujahrsansprache aus dem Jahre 2010 im Gorch-Fock-Haus Wilhelmshaven]

Na denn ...


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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