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Afghanistan: Ein Riesengeschäft für die Waffenindustrie?
07|04|2010



Der Leopard 2 ist ein Exportschlager und dient z. B. in Griechenland, Finnland, Dänemark, Chile, Kanada, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Saudi-Arabien, Schweiz, Schweden, Singapur oder der Türkei.

Nun ist Afghanistan wohl endgültig auch in Deutschland angekommen, wo man sich immer noch quälend um das Unwort Krieg drückt.

Die Waffenindustrie bekommt nun auch Oberwasser und es wird verlangt, Panzer nach Afghanistan zu entsenden, die Krisenregion, in der in den vergangenen acht Jahren schon knapp 40 deutsche Soldaten ihr Leben ließen.

Als feige Angriffe tituliert man die Tötung der deutschen Soldaten, deren Kontingent man jüngst erst noch erhöhte.

Wie bezeichnet man den Angriff auf zwei Tankwagen, bei denen über 140 zivile Opfer entstehen und wird man denjenigen, die das zu verantworten haben hinterher mit noch mehr Wohlwollen gegenübertreten?

Die Propagandamaschine rollt, denn irgendwie muß dieser Krieg, der ganz knapp und juristisch formuliert keiner sein soll, legalisiert werden. Festsetzen soll sich in den Köpfen, dass dort Polizisten für den Schutz des afghanischen Volkes ausgebildet werden sollen, damit die installierten Truppen, die aufgrund des 11. September 2001 einmarschierten, möglichst schnell abrücken können.

Seltsam ist, dass man dies erst nach acht Jahren zu merken scheint, als wäre der einstige Auftrag längst gescheitert oder war es gar kein Auftrag, sondern der blinde Gehorsam, also den Verbündeten hinterher zu maschieren? Hat man wirklich geglaubt, Afghanistan sei eine Wiederholung der Geschehnisse im Kosovo?

Sarkastisch formuliert könnte man interpretieren, dass man die Erfahrungen aus Vietnam aus 1. Hand nacherleben möchte, um seine persönlichen Konsequenzen nach Befriedigung einiger Ego oder der Waffenlobby ziehen zu können.

Im Vietnamkrieg dachte man, aufgrund der übermächtigen Ausrüstung der amerikanischen Soldaten schnell die Übermacht gewinnen und den Krieg schnell beenden zu können.

Die Geschichte lehrt uns das Gegenteil und auch die Russen scheiterten an ihrem Vietnam in Afghanistan. Sie zogen genau zu dem Zeitpunkt ab, als sie herausfanden, dass man mit der Gegenseite politisch verhandeln und unterstützende Wirtschaftsprogrmme auflegen muß, um greifbare Ergebnisse erzielen zu können.

Das wird nun als Grund genommen, um weiterhin in Afghanistan Krieg führen zu können, d. h. wenn man jetzt ginge, würde man mehr zerstören und alle Gefallenen wären umsonst gestorben und die aufgebauten Strukturen würden wieder in sich zusammenfallen.

Der Dank der deutschen Waffenindustrie dürfte den dafür verantwortlichen Politikern sicher sein.

Der Aufschrei nach einer Verbesserung der militärischen Ausrüstung und gleichzeitig mehr Waffen ist auch ein Erfolg der permanenten Lobbyarbeit.

Die Aufrüstung der Truppe ist aber kein Garant dafür, das zukünftig keine deutschen Soldaten mehr getötet werden und welcher Politiker fährt dann persönlich zu den Angehörigen und überbringt ihnen die schlechten Nachrichten? - wohl keiner!

Man muß sich auch die Frage stellen, warum meistens allen voran die Amerikaner in fremde Länder einmarschieren und das nicht erst seit dem 11. September 2001. Es scheint eine Art "Welt-Polizei-Reflex" zu sein, der auch schon einmal mit Lügen, wie im Irak mit einer instrumetalisierten UNO, untermauert wird. Diesem "Mandat müssen dann die Verbündeten vorbehaltlos folgen, weil z. B. der 1957 geborene Usama Bin Laden die Welt bedroht oder Saddam Hussein angeblich chemische Kampfmittel produziert.

Ist schon seltsam, das es bis heute nicht gelungen ist, Usama Bin Laden dingfest zu machen. Als Feindbild und als Aufrechterhaltung und Weiterführung eines Krieges taugt er wahrscheinlich viel besser.

Unterschwellig vernimmt man schon, dass dieser Krieg in Afghanistan gar nicht zu gewinnen sei und konzipiert schon einmal für den nächsten Wahlerfolg einen ungefähren Truppabzugstermin, den man natürlich jederzeit mit irgendeiner Begründung weiter hinausschieben könnte.

Zuhause in Deutschland findet man gerade immer mehr heraus, dass, wenn man Probleme mit physischer Gewalt bekämpft, sich diese eher noch verstärken - weit weg vom Terretorium der Bundesrepublik scheint es dann wieder ganz anders zu sein.

In Deutschland baut man weiter Fregatten, die dann Terroristen jagen und modernen Piraten Paroli bieten sollen oder vor der Küste Libanons für Israel den Seeverkehr kontrollieren, weil man dringend nach Ersatz für den "Kalten Krieg" fahndet, den es längst nicht mehr gibt.

Auch 500 Millionen Euro teure hochmoderne deutsche U-Boote sollen lautlos Terroristen jagen.

Als Kaufanreiz verschenkte die Bundesrepublik zunächst großzügig ein Exemplar an Israel. Die deutschen Steuerzahler verdauen ja inzwischen sogar die Sanierung von Privatbanken, was sind da schon "lumpige" 500 Millionen Euro gegen eine Bürgschaft von 480 Milliarden Euro oder die Neuverschuldung von ca 100 Milliarden Euro.


Bei Pisa ist man inzwischen abgestürzt, das Lehrerkontingent wird "eingedampft" und Bildungseinrichtungen werden vernachlässigt. Erst wenn Studenten einen Hörsaal besetzen wird den Politikern schlagartig bewußt, dass vernachlässigte Wähler das geliebte Machtgefüge ins Wanken bringen könnten und reagieren.

Bei toten Soldaten läßt man sich hingegen Zeit!

Wenn ein ganzes Volk gegen einen z. Zt. 1,3 Milliarden teuren Krieg in Afghanistan oder gegen die Weiternutzung von Atomkraftwerken ist, spielt die Meinung des Souveräns seltsamerweise keine Rolle. Das Volk hebelte man in der Vergangenheit flächendeckend aus, d. h. eine Volksabstimmung über solch wichtige Entscheidungen, ob Deutsche im Ausland sterben sollen, lädt man auf die Schultern einiger weniger, die die Mehrheit selbst legitimiert überstimmen.


Der Starfighter sollte auch ein Riesengeschäft werden und wurde zum Desaster mit über hundert Abstürzen und ebensovielen toten Piloten ohne Kampfeinsatz.

Das Waffengeschäft ist auch nicht unbelastet von Schmiergeldaffären, wie z. B. die sogenannte Lockheed oder Starfighter Affäre. Kai-Uwe von Hassel übernahm nach dem Rücktritt von Franz Josef Strauß das Amt als Verteidigungsministers.

Trotz der vielen Abstürze und bekannten technischen Mängel des Starfighters hielt er an der Weiternutzung des Flugzeuges fest und entließ sogar noch führende Militärs, die eine eigene Meinung zu den Vorgängen öffentlich machten:
Zitat: "Am 25. August 1966 entließ Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel den Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Werner Panitzki auf eigenen Wunsch, da er in einem Interview die Beschaffung des Kampfflugzeugs als eine „rein politische Entscheidung“ kritisierte."
[Quelle: Wikipedia]

Was muß Kai-Uwe von Hassel wohl gedacht haben, als sein Sohn, Oberleutnant zur See Joachim von Hassel, 1970 beim Absturz seines Starfighters ums Leben kam?

Läuterung scheint bis heute in Sachen Kriegsbegründung nicht eingetreten zu sein, denn es geht auch um Arbeitsplätze. Die deutsche Rüstungsindustrie steht weltweit an dritter Stelle. Die Firmen Thales und EADS zählen weltweit zu den 10 größten Rüstungskonzernen.

Thales in Deutschland beschäftigt 5.700 Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten. Im Jahr 2008 erzielte Thales Deutschland einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro.

EADS konnte 2009 zwar keinen Gewinn verbuchen, ist aber mit einem Umsatz von 42,8 Milliarden Euro und weltweit über 119.000 Mitarbeitern ein "Pfund" in der Politik, die auch schon einmal subventioniert, wenn es mit den Aushängeschildern Airbus A 380 oder dem Militärtransporter A 400 M über das geplante private Budget hinaus geht.

Selbst betitelt sich das Unternehmen so:
Zitat: "EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen mit einem Umsatz von € 42,8 Mrd. im Jahr 2009 und über 119.000 Mitarbeitern. Zu EADS gehören Airbus, Eurocopter, EADS Astrium und EADS Defence & Security."

Mit dem Rüstungsgeschäft wird nicht gerade geprahlt und versteckt sich unter Namen wie "Eurocopter" oder "EADS Defence & Security".

Unterm Strich ist Krieg somit ein Riesengeschäft für die Konzerne, auch in Deutschland.

Gründe für die Verlegung von deutschen Kampfpanzern aus Depots hat der zukünftige  Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus [MdB | FDP] schon:
Zitat: "- Ein Panzer hat aus Sicht des Liberalen eine "abschreckende Wirkung" und soll Taliban daran hindern, die Bundeswehr anzugreifen.
- Zudem sei der "Leopard 2" besser gegen Minen geschützt als leichtere Panzer wie der "Marder" oder Patrouillenfahrzeuge wie der "Dingo".
[Quelle: Spiegel | 06-04-2010]

Das die Bundeswehrsoldaten schlecht ausgerüstet sind, davon wußte schon Kapitänleutnant a. D. Ernst Reiner Linden vom Deutschen Bundeswehrverband bei seinem Vortrag am 30. Oktober 2008 im SPD Ortsverein West zu berichten. Auch damals waren kurz zuvor 3 deutsche Soldaten getötet worden und man tat sich schwer mit dem Begriff "Gefallene".

Schon damals wurde bezweifelt, dass der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr zum erklärten Ziel der Bundesregierung führt, Recht und Ordnung in Afghanistan wiederherstellen zu können.

Soldaten berichteten, dass sie sich noch nicht einmal Drahtgitter in ihre "spärlich" ausgerüsteten Jeeps einbauen durften, gegen schwere Gegenstände, die ohne zusätzliche Verstärkungen durch die Verdeck-Planen auf die Soldaten "fallen" könnten. Die Schlagzeile hieß damals: "Der TÜV fährt immer mit!".

Am Ende wird aber die Aufrüstung der Truppen auch nicht die Lösung sein, sondern der schnellstmögliche Abzug deutscher Truppen aus einem Krieg, den man gar nicht gewinnen kann und in den man blauäugig zog, so wie es der ehemalige Verteidigungsminister Peter Struck formulierte.

Vorher werden wahrscheinlich noch einige Soldaten, nicht nur Deutsche, ihr Leben lassen müssen, auch für die deutsche Rüstungsindustrie.


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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TV-TIPP: ZDF Dokumentation
Die Afghanistan-Lüge: Die Soldaten, die Politik und der Krieg - Jeden Tag, wenn die Bundeswehrsoldaten in Kunduz ihr Lager verlassen, um auf Patrouille zu fahren, droht ihnen der Tod. Die einst ruhige Provinz im Norden Afghanistans, in dem die Bundeswehr vor Jahren die Verantwortung übernommen hat, ist zum Kampfplatz zwischen Taliban und internationaler Schutztruppe geworden. Was nach offizieller Sprachregelung nicht "Krieg" heißen darf, fühlt sich für die betroffenen Soldaten aber genauso an...[...Mittwoch | 07.04.2010 | 00:35 - 01:20 Uhr | ZDF Nachtprogramm]

Links:
03|04|2010: Deutsche Waffen, deutsches Geld...
Tote Amerikaner im Irak Krieg: http://projects.washingtonpost.com/fallen
06|04|10 Wikileaks veröffentlicht Video von US-Militär
31|10|08 Fürsorge


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