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Faszination Zauberwort und ihr Realitätsbezug
04|10|2011



Nachdem die Großindustrialisierung in Wilhelmshaven fulminant scheiterte hofft man nun auf einen Teil der Offshore Industrie.

Wilhelmshaven hat es schwer, betrachtet man den Arbeitsmarkt etwas genauer und da kommt das neue Zauberwort „Offshore“ genau richtig.

Jetzt hat auch der letzte Wilhelmshavener Politiker begriffen, das man mit einem Containerhafenbau in Sachen Subventionen nicht punkten kann.

Die gebeutelte Stadt an der Jade kann sich, was die Unterstützung von Großprojekten anbelangt, kaum beklagen, erhielt sie doch schon 650 Millionen Euro für die Basis eines Hafens, oder 20 Millionen Euro für die Ausbildung hafenaffiner Mitarbeiter, die zukünftig noch nicht einmal wissen, an welchem Eurogate-Standort sie arbeiten werden. Man munkelt, dass die Tarifgespräche, also das Geld, was die ausgebildeten Arbeiter später einmal mit nach Hause nehmen sollen, nicht dem entspricht, was sich die Gewerkschaften unter einer gerechten Entlohnung vorstellen.

Die Schienenanbindung des Containerhafens Wilhelmshaven, wie er von offizieller Seite genannt wird, ist immer noch nicht durchfinanziert und die Bahnanlieger werden in Sande wohl noch etwas länger auf ihre Umgehung warten, einmal ganz abgesehen vom Lärmschutz, der erst nach der Instandsetzung der Strecke Oldenburg - Wilhelmshaven frühestens 2016 kommt.

Vorher dürfte der Bahnlärm mehr oder weniger dazu beitragen, die Lebensqualität in der Nähe der Schienen auf ein Minimum zu reduzieren, denn neben den erhofften Containerzügen werden da etliche Kohlezüge vor allen Dingen nachts fahren.

Zu allem Unglück kommt auf den im Bau befindlichen Hafen schon die nächste Weltwirtschaftskrise zu, die, so Analysten, noch heftiger ausfallen könnte, als die vielbeschriebene „Delle“ im so schön errechneten Aufschwung, der bei den eigentlichen Arbeitnehmern bis heute gar nicht ankommt. Hier regieren die Politiker und Konzerne auf ihre ganz eigene Weise, Hauptsache bedingungsloses Wirtschaftwachstum.

Dem hat jetzt aber auch Angela Merkel abgeschworen und höchstwahrscheinlich begriffen, dass es nicht ewig dauern wird und das es nicht weiter ungebremst auf Kosten der Umwelt stattfinden dürfe.

Das ist so ein wenig verkehrter Film seitens der CDU, die bundesweit um den Fortbestand der Regierungskoalition ringt, weil die 1,8 Prozent Partei FDP nicht so spurt, wie gewünscht.

Krampfhaft versucht man den Bundesbürgern ein Eurorettungskonzept aufschwatzen, das nicht fruchten kann, da man nach der letzten Krise vergessen hat, z. B. die Banken zu regulieren, die ungehindert „weiterzocken“ und sich nur ungern in ihre undurchsichtigen Geschäfte reinreden lassen.

Da wird schon ´mal die Weltwirtschaft aufs Spiel gesetzt und nebenbei kaufen sich z. B. amerikanische Banken, bei der Börsenaufsicht frei, höchstwahrscheinlich noch mit  Geld aus hochriskanten Spekulationsgeschäften.

Das was wir sehen, ist der Versuch Zeit zu gewinnen und die Bürger nicht auf die Idee kommen zu lassen, wie die Griechen, nachzudenken, um dann einmal demonstrativ das zu fordern, was ihnen eigentlich zusteht, wie z. B. Schulen, nachhaltige Wirtschaftspolitik, ordentliche Straßen ohne Löcher ... so ziemlich alles, was man haben könnte, würden diese Steuergelder nicht in Form von Subventionen in diverse unkoordinierte Autobahn-, Hafen- oder Philharmonieprojekte fliessen.

Die letzten Wochen haben gezeigt, das die Wilhelmshavener Wirtschaftspolitik deutlich interessengesteuert ist und die Stadt an der Jade einfach nicht loskommt, von ihrem Dogma Standort für alte Energieerzeugungstechnik sein zu wollen. Dafür bekommen dann Städte wie Nordenham, Emden, Cuxhaven, Bremerhaven, Haren an der Ems oder Hamburg Arbeitsplätze und Subventionen gepaart mit nachhaltiger Wirtschaft. Dort ist „Offshore“ kein Zauberwort, sondern reales Geschäft, um das sich das Gros der Wilhelmshavener Ratsvertreter anscheinend erst bemüht, wenn der Zug schon längst abgefahren ist.

Jetzt zu überlegen, ob man für diesen Wirtschaftszweig die Schleuseninsel „opfert“, auf der sich seit Jahrzehnten die Kleingärtner ein Freizeitdomizil „gebastelt“ haben, klingt schlichtweg irrsinnig, zumal man den Platz jahrelang für hafenaffine Gewerke im Rahmen des Containerhafenbaus blockierte.

Es müßte schnell gehandelt werden, will man noch ein Stück des Kuchens abhaben, aber da sind sich die Geister des noch amtierenden Rates der Stadt uneins. Zusätzlich wird die Planungszeit der möglichen Offerte Schleuseninsel geschätzte fünf Jahre in Anspruch nehmen. Dann dürfte der Zug „Offshore“ schon in weite Ferne gerückt sein, auch, weil dann der „Peak“, also der Höhepunkt der Windparkbaugeschäfte überschritten sein dürfte. Ob man dann noch Subventionen einfordern kann, wie sie jetzt seitens der Bundesregierung in Aussicht gestellt werden, darf wohl bezweifelt werden.

Wilhelmshavens wirkliche Chancen bestehen hauptsächlich in der Veränderung. Zunächst einmal haben die Bürger die Großparteienkonstellation mit leichten Abstrichen manifestiert, was als Stillstand gewertet wird.

Mit der Wahl des neuen Fraktionsvorsitzenden Karlheinz Föhlinger [SPD] könnten die Karten aber neu gemischt werden, zum Entsetzen der CDU und der „alten Garde“ aus den Reihen der SPD, die sich schon virtuell auf eine große Koalition eingestellt hatten und lukrative Aufsichtsratspöstchen und Schlüsselpositionen hier und da im „Säckel“ wähnten.

Die Opposition, d. h. das entstehende Gemisch aus Grünen, WBV, BASU, Piraten, Linken und Freien Wählern wird sich zusammenraufen müssen, könnte aber auch das berühmte Zünglein an der Waage bilden, wenn die Großen Parteien um Mehrheiten werben.

So befindet sich die Gemengelage für Veränderungen in Wilhelmshaven zunächst einmal auf einer fragilen Basis. Die ersten „Gehversuche“ werden zeigen müssen, ob mögliche neue Strukturen Filz und gewachsene Seilschaften langfristig zum Wohle der Bürger und der Stadt verdrängen können.


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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