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Another Brick in the Wall
06|01|2011



Wirklich der Störenfried in der Demokratie oder eher der Spiegel, den wir uns eigentlich längst selbst hätten vorhalten müssen?

Leider ist es um Wikileaks etwas still geworden, oder müßte man sagen:
Etwas seicht.

Eine gute Zeit für alle Banalisatoren in Presse, Funk und Fernsehen dieses investigative Fenster in albernen Farben auszumalen, zum Schmuck ihrer Kathedrale des unberechtigten Vertrauens.

Vertrauen ist eben alles, wie uns die Psychoheuchler gerne einreden, um ihren eigenen Arbeitsplatz zu sichern und bei der Mannschaftsaufstellung möglichst immer dabei zu sein. Mit den Wölfen heulen.

Dieses "think positiv" meint eigentlich in Orwellscher Sprachverdrehung Glanzvolles zu sichten auch, wenn der Kaiser ohne Hemd und Höschen auftritt. Sich selbst zu vereimern, als Bürgerpflicht und gute Sitte.
 
Und so heißt es dann auch zu den Wikileaksberichten:
Das waren ja nur flapsige Bemerkungen, wie man sie kennt unter guten Freunden. Und überhaupt will man ja gar nicht alles wissen, was die Spezis so miteinander haben. Schließlich gibt es noch eine Intimsphäre - wenigstens für Politiker und für das Militär. Online-Durchsuchungen sind was fürs Volk. Daran hat sich auch, bitteschön, Herr Assange zu halten, denn sonst droht ja das elektronische Faustrecht ....
 
Selbst Kabarettisten wie Dieter Nuhr nennen Wikileaks schlicht eine "Petze", die noch nie einer leiden konnte - und das Thema ist erledigt.

Kein Wort zur Zivilistenjagd per Hubschrauber und das Zusammenschießen von Männern und Kindern durch Witze reißende, amerikanische Blödmänner in Uniform, die "Bastarde" statt Moorhühner jagen.

Nein, sowas petzt man doch nicht!

Herr Nuhr witzelt dann auch lieber in uraltbekannten Wortwendungen über "Geschlechtliches", das vielleicht noch an Altherrenstammtischen oder bei Kaffeekränzchen pubertär belacht und für witzig gehalten wird. Aber, das ist so die Stimmung, die wieder einkehren soll. Der molligdumpfe Muff von gestern, besser noch von vorgestern, passend zu Bierchen und Likörchen.

 
Wenn es Wikileaks nicht gäbe, wäre es dringend nötig so etwas zu gründen. Möglichst mit Filialen in allen Ländern und aktiven Shops in wenigstens jeder großen Stadt. So als Zorro der Entmündigten und Rächer der Enterbten. Auch für die, die heute noch nicht wissen, daß sie morgen enterbt werden und noch glauben auf der sicheren Seite zu stehen. Die noch mit versteckter Bangigkeit die Demaskierung ihrer vermeintlichen Sicherheiten ablehnen und daher fleißig die lamentöse Empörung der Betroffenen verständnisvoll nachäffen.
 
Endlich wird hier ein Fenster aufgestoßen und weht den Mief von den Hintertreppen. Klar, da frösteln die Kammerspieler in ihren dünnen Kostümchen und jaulen sich aus der Rolle, deren Texte lange schon keiner mehr glaubte.
 
Und dann sitzen zwei deutsche Spitzenpolitiker im Bundestag, eine Kanzlerin und ihr Vize und lachen pressewirksam über eine Karikatur, als die sie sich sowieso ständig öffentlich präsentieren.

Auf dem Bild sagt Frau Merkel:
"Hoffentlich kann Wikileaks nicht auch noch Gedanken lesen, eitler Popanz" - und Popanz Westerwelle erwidert: "Doch, Wikileaks kann, alte Teflon-Schlampe."

 
Dank Teflon ist sie ja in Berlin gelandet und nicht in der Umlaufbahn verglüht. Da hätte sie uns Schnuppe sein können und jeder hätte sich 'was wünschen dürfen. Heute kann sie sich aussuchen, wer etwas wünschen darf: Der Herr Ackermann, die Atomkraftlobby, alle Klimakiller, die Hoteliers, usw. usw. - Oder hat man sie sich ausgesucht für´s exklusive "Wünsch Dir was." - Monsanto soll auch schon Wünsche angemeldet haben, sagt Wikileaks.

Angeregt worden war ja das, was Kanzlerin und Vize so heiter stimmte vom hiesigen Stadthalter des Großen Bruders, Herrn Murphy, der in typisch überheblicher Kollonialistenmanier seine abfälligen Einschätzungen über die Häuptlinge der hier vorgefundenen Eingeborenen nach Washington, ins Zentrum der Weltinhaber, vermeldete. Natürlich im bekannten Siegerjargon auf Sprechblasenniveau der Super- Spider- Batmankultur "demokratischer" Weltbeglücker.

"Hands up, zum fröhlichen Winken."
 
Andere Länder hätten so einen Botschafter nach Hause geschickt, doch unsere kleinmütig abhängige Führungsriege gibt sich deppenfroh und lacht  tapfer gegen jede Gesäßtrampelei an. Nach dem Motto: "Hat ja gar nicht weh getan." - Da wäre doch ein Rücktritt fallig, zumindest in den Hintern von Herrn Murphy. Aber: "Man schlägt sich - man verträgt sich ..."

Dann muß man nur ein wenig schleimen und alles ist wieder eiapopeia. "München — Der US-Botschafter in Deutschland, Philip Murphy, hält trotz der von Wikileaks veröffentlichten, wenig schmeichelhaften US-Dokumente über Außenminister Guido Westerwelle [FDP] das Verhältnis zu Westerwelle nicht für beschädigt.

"Er ist ein echter Freund. Ich habe großen Respekt vor ihm", sagte Murphy der Illustrierten "Bunte".

In den von der Enthüllungsplattform veröffentlichten Dokumenten von US-Diplomaten wurde der Außenminister als "eitel" und "inkompetent" bezeichnet. "Diese Kommentare sind nur Momentaufnahmen und lassen das Gesamtbild, den großen deutsch-amerikanischen Film, außer Acht. Guido Westerwelle weiß das", sagte Murphy nun.
[AFP]


Klar doch, alles wie im Film. Vietnam, Irak, Afghanistan - alles nur Kino, ein Ballerspiel.

Für wie lächerlich die amerikanische Botschaft in ihrem Protektorat die örtlichen Häuptlinge und Häuptlinginnen hält, war in der Neuen Welt vor und ohne Wikileaks längst bekannt. Millionen Amerikaner durften schon lange mitlachen über unsere Spitzenpolitiker [Politelite], weil  sie ganz offen Zugriff auf die angeblich geheimen Dokumente hatten. Nur sollten wir es nicht wissen.
 
Aber, wir sind ja gar nicht empört darüber. Warum auch? Unsere besten Freunde dürfen uns gerne für blöd verkaufen. Das ist so, unter guten Freunden. Das juckt hier keinen. Wikileaks jedoch betrachten wir kritisch ob der Schande, die Wahrheit an den Tag zu bringen.
 
Selbst investigative Journalisten, wie Herr Leyendecker von der Süddeutschen eiern in ihrer Urteilsfindung herum zwischen sowohl und als auch bis muß nicht sein und wenn schon, dann nicht so. Wo es doch eigentlich sein Job wäre, den Wikileaks da erledigt.
 
Deutlicher ist da schon, wenn auch etwas verniedlicht, der Regierungssprecher:
Die Inhalte der Geheimdepeschen - "auf dem Niveau des Lästerns" [Steffen Seibert] - haben die viel und gern beschworene transatlantische Allianz mehr als nur angekratzt.
[Spiegel]

Ja, genau, die Depeschen haben unsere sogenannte "transatlantische Freundschaft" als Hampelmann enttarnt und gezeigt, wer da am Faden zieht und wo zufriedenstellend gehampelt wird. Da schnitt Gutti Guttenberg, die alte Petze, aber mal wieder bestens ab. "KT", die Plaudertasche, nennt ihn die Süddeutsche Zeitung.

Etwas im Subtext versteckt spricht die FAZ am 6.12. sogar über eine mögliche Strafbarkeit des Barons: "Das allgemeine Strafrecht unter dem Abschnitt „Landesverrat und Gefährdung der äußeren Sicherheit“ unterscheidet freilich nicht nach der Person:
Wer ein „Staatsgeheimnis“ einer „fremden Macht oder einem ihrer Mittelsmänner mitteilt oder etwa sonst an einen Unbefugten gelangen lässt“, um Deutschland zu benachteiligen oder eine fremde Macht zu begünstigen, wird belangt."

IM Guttenberg - Inoffizieller Mitarbeiter des US Auslandsdienstes?

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wird als enger Freund der USA beschrieben, der ein größeres deutsches Engagement in Afghanistan vorantreiben und dem deutschen Kabinett „etwas Glanz“ verleihen könnte. Der Freiherr gilt als „außenpolitischer Experte“ und Transatlantiker. Im Kontakt mit US-Vertretern beklagte der CSU-Politiker laut „Spiegel“ Merkels mangelnde Durchsetzungsfähigkeit in der Wirtschaftspolitik und schwärzte Westerwelle an, weil eine größere Aufstockung der deutschen Truppen in Afghanistan Anfang 2010 an ihm gescheitert sei.
[Abendblatt, 29.11.10]

Alles Gutti, oder was?
 
Wie wird es weiter gehen?
Zitat aus einem SpiegelOnline Artikel: " ... Es wird gehen um: "wahre und repräsentative Einsichten, wie sich Banken auf der Management-Ebene verhalten", sagte Assange. "Man kann es das Ökosystem der Korruption nennen."... "

Das wird spannend - und gefährlich. Die großen Puppenspieler der Weltbühne dulden keine autonomen, d.h. unabhängigen Darsteller. Schon gar nicht Einsicht in die Geheimnisse ihres Schnürbodens, von dem sie die Puppen an ihren Fäden zappeln lassen.
 
Der amerikanische Rechtsradikalensender Fox News verlangt die Todesstrafe für Assange und in Interviews sagen "brave" Durchschnittsamerikaner, es müßte sich doch jemand finden lassen, der den Verräter "beseitigt"...

Selbstverständlich nicht steinigen, nur lynchen.

Das erinnert stark an die BILD-Hetze, die letztlich zum Attentat auf Rudi Dutschke führte. Das angeblich freieste Land der Welt ist eine kleinkarierte, hirnfreie Militärdiktatur. Deshalb sind die auch immer so dicke mit allen Diktatoren und Volksunterdrückern.

Gut Freund mit allen Despoten, die Ihren Mitmenschen nicht über den Weg trauen, weil sie immer denken müssen, andere seien ebenso skrupellos, wie sie. Und selbstverständlich immer eng verbandelt mit Ölganoven jeder Art. Umweltsündern, die weltweit ganze Landstriche, Seen, Flüsse und Ozeane verseuchen und schleichend Menschen und Tiere vergiften für Mammons kleine Papiergeldgötzen, den Symbolen der Macht.

Den Waffenhändlern, Giftherstellern, den pharmazeutischen Seuchenausrufern, den Genmanipulanten und allem, was sonst noch so recht und echt "christlich" ist in "Gottes eigenem Land."
 
Mit welcher Gehirnwäsche ist ein so großer Teil US-Bürger aufgewachsen, daß ihnen das Aufdecken von Verbrechen, die ihre Regierung verübt, als Verbrechen erscheint?
Gucken die vielleicht viel TV? - Privatsender und so.
 
Aber schon 1970, als das Militär auf dem Campus die Studenten erschoß, bemängelten in einem Interview junge, "brave" Hausfrauen, daß man nicht noch mehr von "denen"erschossen habe.

"Am 4. Mai 1970 erschossen Nationalgardisten im US-Bundesstaat Ohio ohne ersichtlichen Grund vier Studenten, die gegen den Einmarsch von US-Truppen in Kambodscha protestierten. Das Kent-State-Massaker schockierte Amerika - und war der Anfang vom Ende des Präsidenten Richard Nixon." [Spiegel]

Zurück zu unserem Herrn Botschafter und zu einem Namensvetter mit evolutionären Weitblick auf seine Landsleute - bekannt durch "Murphys Gesetz."

Es heißt in seiner bekannten Form:
"Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen."  

„Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen."
[Wikipedia]

Dieser Murphy hatte Wikileaks also schon in seine Gesetzmäßigkeit einbezogen, nur nicht namentlich erwähnt. Murphys Gesetz ist aber kein fatalistischer Freibrief, einfach jeden erdenklichen Scheiß zu machen, weil: "Kismet, geht ja eh schief." 

Vielmehr zeigt es auf gruselige Art die Verantwortung eigenen Handelns - auch, wenn man nur Betriebsleiter eines Atomkraftwerkes ist, oder bei der Bahn mit der Sicherheit der Fahrgäste pokert.

Jeder ordnende Faktor bringt Murphys Gesetz ins Wanken. Vielleicht müßte man das den Ölbohrern im Golf von Mexiko `mal mitteilen.
 
Damit man aber auch versteht, weshalb die Amerikaner uns nicht so ganz für voll nehmen, hier ein symptomatischer Fingerzeig, gefunden in neudeutschem, kanzlerösen Wortwitz: 
"Wir haben, hier in Afghanistan, Zustände "wie" im Krieg."
[Angela Merkel, 19.12.2010]
 
Da fragt sich ein amerikanischer Diplomat mit Recht: "Hat die sie noch alle?" - und fühlt sich, wie Gulliver auf Reisen, haushoch überlegen.

P.S.:
Gelegentlich wird Murphys Gesetz fälschlicherweise dem Philosophen und Psychologen Dr. Joseph Murphy zugeschrieben. Eine seiner Theorien lautet aber:
"Was man seinem Unterbewußtsein als wahr übermittelt, wird wahr."
 
Da versteht man auch gleich die treuherzigen, offenen Gesichter der Politiker, wenn sie ihre Welt darstellen. Die Bankenrettung des Herrn Steinbrück, die Arbeitslosenzahlen oder die Babyschwemme von Frau von der Leyen. Auch, wenn Herr Mappus mitBübchengesicht die Alternativlosigkeit von Stuttgart21 verkündet. Alles reinen Herzens.
 
So ein Unterbewußtsein macht eben, was es will. Das agiert drauflos und formt den armen Menschen zum hilflosen Werkzeug seiner Verrücktheiten. So entstehen zum Beispiel Prachtalleen und Flanniermeilen, ohne Bäume aber mit integriertem Schwerlastkreisverkehr ... Aber das ist eine andere Geschichte.

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Wilhelm Schönborn
Investigativer Rentner

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