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Reinhard-Nieter-Krankenhaus Wilhelmshaven: Zuweiserprämien einmal ganz anders?
14|01|2011



Wie ein übermächtiger undurchsichtiger Moloch erscheint das Reinhard-Nieter-Krankenhaus auf manchen Fotos.

Das Gezerre um die Wirtschaftlichkeit des Reinhard-Nieter-Krankenhauses [RNK] in Wilhelmshaven scheint wieder um eine Facette reicher zu sein.

Zum Jahresschluss 2010 wurde den Wilhelmshavener RatsvertreterInnen und den BürgerInnen öffentlich mitgeteilt, dass, wenn das RNK nicht mehr Verlust als Gewinn gemacht hätte, dann hätte es nur Gewinn gemacht:
Zitat: " ... Der geschäftsführende Krankenhausdirektor Prof. Jörg Brost hatte jedoch erklärt, dass das RNK ohne die gesetzlich vorgeschriebene Bildung von Rückstellungen für Altersteilzeit ein Plus von 300 000 Euro gemacht hätte. ... "
[Quelle: lokales Heimatblatt]

Das war und ist natürlich eine Binsenweisheit.

Nun muß man ja im Geldsparen erfinderisch sein, um als Restkrankenhaus nicht restprivatisiert zu werden, d. h. damit das RNK nicht doch, wie es viele unter vorgehaltener Hand prognostizieren, vollends verkauft wird.

Zunächst einmal also die "Schönwetterpropaganda" [wie oben beschrieben] und jegliche Verneinung irgendwelcher "verleumderischer Zeilen", also derer, die sich etwas näher mit dem "Inventar" der "städtischen Braut" befassen, die ja keiner in Misskredit bringen soll, womit auch sachliche Kritik gemeint ist, bevor nicht die nächste Kommunalwahl "gelaufen" ist.

Nun gibt es auch noch "Prestige-Objekte" wie Chefärzte, die man gerne für sein Krankenhaus in Anspruch nehmen möchte und was nach aussen jede Menge Ansehen bedeutet, d. h. ein Patient entscheidet sich auch schon einmal für eine Klinik, weil dort ein ganz bestimmter Chefarzt praktiziert - ganz klar, man möchte nur das beste.

Um möglichst beides zu haben, d. h. wenig Kosten und viel Prestige, wagt man auch schon einmal Konstrukte, die hinterher für die zahlenden Institutionen nicht ganz so transparent wie gewünscht sind und das geht z. B. so:

Ein Krankenhaus baut sich ein Ärztehaus und lagert ambulante Dienste, die durch einen Chefarzt durchgeführt werden in eine externe Praxis [Niederlassung] aus. In dieser Praxis muß der praktizierende Arzt aber zu seinen Sprechstunden immer anwesend sein. In Deutschland darf sich ein sogenannter niedergelassener Arzt während seiner angegebenen Sprechstunden nicht vertreten lassen.

In Portugal, also im Ausland, ist das z. B. anders geregelt. Dort kann man sich sehr wohl vertreten lassen, allerdings nicht das ganze Jahr. Hat man z. B. einen Job in einem deutschen Krankenhaus, wie z. B der RNK-Chefarzt Dr. Herzog, der "nebenbei" eine Praxis in Carvoeiro mit betreibt [aus: Entdecken Sie Algarve | Ausgabe 01-2008], darf man seinen Urlaub gerne dazu nutzen, im Ausland z. B. mit mehreren Kollegen eine Praxis zu betreiben, sozusagen Urlaub und Arbeit verbinden - natürlich nach Absprache mit dem deutschen Arbeitgeber.

In Wilhelmshaven haben wir mit dem Reinhard-Nieter-Krankenhaus einen solchen deutschen Sonderfall recherchiert.

Dort hat sich Prof. Dr. med. M. Skupin, der seit seit 1998 Leiter der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie am RNK und somit Chefarzt ist, im sogenannten Ärztehaus mit einer Praxis niedergelassen.

Die Öffnungszeiten sind [laut Homepage]:
Zitat: "Montag, Dienstag, Donnerstag   
09.00-13.00 Uhr
14.00-16.00 Uhr
Freitag
09.00-12.00 Uhr
Mittwoch
nach Vereinbarung"

Das wurde auf der Homepage des Facharztzentrum am Meer" verzeichnet und steht bis heute dort:
Zitat: "Aktuelles
Praxiseröffnung
11. Juni 2010
Prof. Dr. med. Manfred Skupin eröffnet Gefäßchirurgische Praxis im FacharztZentrum am Meer"

Die Sprechstunden, die vorher im Krankenhaus durchgeführt wurden, nimmt er jetzt in seiner Praxis wahr, was auch auf der Homepage des RNK so verzeichnet ist:
Zitat: "Ambulanz
Unsere gefäßchirurgischen Sprechstunden finden im RNK FacharztZentrum in der Gefäßchirurgischen Praxis statt.

Gefäßchirurgische Praxis
Prof. Dr. Manfred Skupin
Friedrich-Paffrath-Straße 98
26389 Wilhelmshaven

Tel: 04421 - 98 700 0
Fax: 04421 - 98 700 22"

So betrachtet arbeitet er sozusagen an "zwei Orten" gleichzeitig.

Durch das sogenannte "Vertragsarztrechtsänderungsgesetz" ist das auch möglich. Skupin darf aber nur noch 13 Stunden ausserhalb seiner eigenen Praxis Dienst tun, wie z. B. am RNK. Er kann sich die Sprechstunden, die er vorher im RNK ableistete, auch in seine Praxis holen, allerdings nur 13 Stück zusätzlich.

Jetzt ist Prof. Dr. Manfred Skupin aber immer noch Chefarzt im Reinhard-Nieter-Krankenhaus-Wilhelmshaven und da stellen sich schon einige Fragen:
- wie wird der Arbeitsablauf koordiniert, wenn Skupin nicht anwesend ist?
- übernehmen eingewiesene Oberärzte auch seine Tätigkeiten und wie weit ist das rechtens?
- was passiert, wenn ein Patient nach seinem Chefarzt "verlangt" und der hat gerade Sprechstunde in seiner Praxis?
- oder es tritt ein Notfall ein, bei dem er unbedingt gebraucht wird?
oder, und das dürfte besonders die Krankenkassen interessieren:
- wie rechnet das Krankenhaus mit dem Chefarzt ab - hat er noch eine volle Chefarztstelle oder nur eine halbe und bekommt er wirklich ein reduziertes Budget?

Angenommen er bekäme ein volles Chefarztgehalt, wäre er überbezahlt und die Krankenhausleitung müßte gute Gründe vorweisen, warum sie mit ihm einen Arbeitsvertrag hat, dessen Bezahlung über die 13 Stunden seiner für das RNK abzuleistenden Dienstes hinausgeht.

Er hat, genau zu diesem Sachverhalt befragt, bei einer Aufsichtsratssitzung gesagt, dass er mit den 13 Stunden auch weiterhin klarkommen werde, was auch bedeutet, dass er anscheinend noch nie mehr als 13 Stunden als Chefarzt im RNK gearbeitet hat!

Laut unseren Recherchen ist Chefarzt kein Nebenjob und zusätzlich ist er noch Operationssaalkoordinator, trägt also eine ganze Menge Verantwortung. Seine stationären Patienten versorgt er weiterhin im RNK und die Ambulanz und die Nachversorgung sowie Sprechstunden für Krankenhaus-Leistungen finden in seiner Praxis statt.

Im Klartext:
Er behandelt Patienten im RNK und in seiner Praxis und bekommt so zusätzliches Klientel für die eigene Praxis und kann natürlich auch Patienten an das Krankenhaus überweisen, was nahe liegen würde.

Zusammengefasst:
Ein "irres Pensum", was dieser Chefarzt eines Krankenhauses und gleichzeitig niedergelassener Arzt ableistet.

Was nützt einem Krankenhaus, das mit 40 Millionen Euro vom Land bezuschusst wird, wenn der Chefarzt gar nicht oder nur temporär zur Verfügung steht?

Vielleicht dient dieses "Manöver" auch nur dem Zuschussantrag - auf dem Blatt das angebliche Prestige und in Wirklichkeit übersetzt der berühmte "Ritt auf der Rasierklinge", wenn doch einmal etwas passiert und der Krankenhaus-Chefarzt sich förmlich aus seiner Sprechstunde "stehlen" müßte, um einen eventuellen Notfall behandeln zu können, immer im Hinterkopf: habe ich meine 13 Stunden gerade überschritten?

So spart man vielleicht medizinische Apparaturen oder Krankenhaus-Räumlichkeiten. Man könnte aber auch Zuweiserprämie in den Vorgang hineininterpretieren, d. h. man lagert Patienten aus, bekommt aber auch welche zurück - sozusagen: "eine Hand wäscht die Andere".

Ausserdem hat das Ärztezentrum ja nicht irgendwer gebaut, sondern das RNK selbst durch die RNK Immobilien GmbH, innerhalb des RNK-Verbundes. So zahlt auch, wie viele andere Mieter im Facharztzentrum am Meer, Prof. Dr. med. Manfred Skupin dort Miete.

So haben eben viele etwas davon!

Der Aufsichtsrat müßte spätestens jetzt reagieren und sich auch die Frage gefallen lassen, ob er überhaupt noch weiß, was im Reinhard-Nieter-Krankenhaus wirklich "läuft".

Vielleicht ist es aber auch einfach so, wie von Prof. Dr. Wolfgang Kuhla beschrieben:

Zitat: "Den Makel der fachfremden Verwaltung durch politische Vertreter sprach Prof. Dr. Wolfgang Kuhla in einem Nebensatz an. Er sagte sinngemäß, das da oft Leute in den Gremien sitzen, die ´mal eben Krankenhaus spielen.
[Quelle: Bürgerportal Wilhelmshaven | Streit um das Reinhard-Nieter Krankenhaus | 27-02-2010]

In der Vergangenheit gab es viel Ärger mit Zuweiserprämien, d. h. als Ärzte den Krankenhäusern Patienten gegen Provision zuwiesen, was laut Gesetz verboten ist.

Vielleicht ist das ein erster zarte Hinweis auf eine neue Art von verdeckten Zuweiserprämien in Form von Patiententransfer.


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Links:
Zuweiserprämien konsequent unterbinden
23|12|10 Boomtown 2010: Wilhelmshaven lebt
29|04|10 Gubernatis gewinnt seinen ersten Prozeß
19|03|10 RNK in aktueller Stunde
03|03|10 Das Reinhard-Nieter Krankenhaus und die immer neuen Dimensionen
27|02|10 Streit um das Reinhard-Nieter Krankenhaus
23|07|2009 Alle lieben Brost
21|07|2009 FDP für Privatisierung des RNK
13|07|2009 Wilhelms wahnsinnige Erben
17|06|2009 Kommentar zur Situation im Reinhard-Nieter Krankenhaus in Wilhelmshaven

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