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Die Katze ist aus dem Sack
01|09|2011



Wenn Fäkalien an den Wilhelmshavener Südstrand strömen, werden sie das auch in Zukunft zu 100 Prozet tun.

Kommentar zum Artikel in der WZ vom 27.8.11 „Geplante Druckrohrleitung hilft bestehender Abwasserleitung“

Die geplante neue Druckrohrleitung [DRL] ist für Wilhelms marode Kanalisation ein ‚Systemvorteil’ und nicht, wie FDP-Vertreter und andere gerne mit dem üblichen Mäntelchen der Entrüstung in die Öffentlichkeit trompeten, auf den ‚unerträglichen Druck’ der Bürgerinitiative der Kaiserlichen KanalarbeiterInnen zurückzuführen, die sich für einen sauberen Südstrand einsetzt.

Tim Menke bestätigt das in der WZ vom 27.8.11 [Zitat]:
„Die bestehende Asbestzement-Druckrohrleitung vom Pumpwerk-Süd zur ZKA aus dem Jahr 1975 sei marode. Es komme häufig zu Störungen. Möglicherweise müsse sie irgendwann saniert werden. Mit einer neuen, parallel laufenden Leitung sei eine „Redundanz“ gegeben, d.h.: fällt Leitung eins aus, kann das Ab- bzw. Mischwasser über Leitung zwei zur ZKA geleitet werden….“


Die Bürgerinitiative „Die Kaiserlichen KanalarbeiterInnen“ erhielt bereits vor zwei Jahren vom damaligen Leiter der Wilhelmshavener Entsorgungsbetriebe die Information, dass der alten, zeitgleich mit der Zentralkläranlage [ZKA] gebauten DRL Havarie drohe und Sanierung vordringlich sei. Im worst case ginge nichts mehr vom südlichen Teil der Stadt zur ZKA und der gesamte Schmodder notgedrungen in die Jade.

Gute Botschaft also, vermittelt durch die schönen Worte ‚Redundanz’ und ‚Systemvorteil’, kann doch der störungsfreie Transport des Mischwassers zur ZKA bei einer Havarie weiterlaufen, weil die neue DRL die Funktion der alten übernehmen kann. So weit so gut. Wenn nicht das böse Wort ‚Aber’ wäre.

Dieses betrifft erstens die Kosten:
Die bisherige Kostenschätzung aus dem Gutachten 2008 sieht rund 18 Mio. Euro vor.

Bisher nicht beziffert wurden aber weitere Zusatzkosten:
- für den langen Weg, den die neue DRL vom Pumpwerk Süd zur ZKA zurücklegen muss;
- für Anpassungs-, Umbau-, Straßenaufreiß- und Grabungsarbeiten,
- für den Ersatz von Straßenbepflanzungen und den Ausgleich bei Schäden an Wurzelwerken etc.,
- für Planung und Grunderwerb [z.B. für eine Mischwasserbehandlungsanlage an der ZKA],
- für den Verwaltungsaufwand [Anordnung und Durchführung von Straßensperren, Untergrundsuntersuchungen],
- nicht zu vergessen: mögliche Kostenerhöhungen seit 2008 [dem Jahr der Kostenschätzung].

Das Aber betrifft auch die Dauer der Realisierung, bisher auf 3 Jahre geschätzt, inzwischen spricht man aber auch schon von 4 Jahren. Das heißt, wir müssen immerhin noch drei bis vier Jahre mit der Gefahr leben, dass die alte DRL ihren Geist aufgibt. Sollte dieses während der Bauphase der neuen passieren, müsste die alte DRL wegen akuter Verschmutzungsgefahr umgehend saniert werden und nicht, wie Herr Menke sagte, ‚irgendwann’. Damit ergibt sich dann auch neuer Finanzbedarf zusätzlich zu den verplanten Mitteln für den Bau der neuen DRL.

Das Aber betrifft schließlich die schon wie ein konkretes IST verkündete 85%-Reduzierung der Mischwasserabschläge am Banter Siel. Denn auch sie kommt erst in drei bis vier Jahren zum Tragen. Zwar verweisen manche Gestrige darauf, dass es ja zumindest schon die 50%-Reduzierung gäbe [worin das nur ästhetisch und nicht hygienisch wirkende Feinsieb eingeschlossen ist], vergessen aber ganz gerne, dass Angaben wie 50 oder 80%-Reduktionen rein numerische Größen sind. Diese lassen sich nicht auf die realen Einleitungen übertragen, da deren Häufigkeiten und Mengen von temporären Wetterereignissen bestimmt sind.

Mit anderen Worten:
Wen eine Einleitung am Badestrand trifft, den trifft sie immer noch mit 100%.

Die numerischen Kalkulationen der Einleitungsreduktionen erfassen auch nicht den Wechsel des Wettergeschehens innerhalb eines Tages: Gerade im Sommer kommt es häufiger zu mehrfachen Regenschauern pro Tag, worauf kettenartig Einleitungsintervalle folgen. Entsprechend lang sind dann die Phasen der Kontamination des Badegewässers. Die an einem Tag rasch wechselnden Spitzenwerte sind für die Badenden schlimm, haben aber in der Kalkulation der Jahresreduktion keinen Stellenwert.

Das Aber betrifft auch die Gebühren:
Die alte DRL [nunmehr 36 Jahre alt] wurde durch die Wassergebühren der Vergangenheit amortisiert. Welche Folgen die gebührenbürtige Amortisation der neuen DRL für die Bürger hat, ist noch unklar. Die Beschlussvorlage für den Rat vom 18.03.2011 sah eine Gebührenerhöhung von vorerst 26 ct pro m3 Wasser, bezogen auf die zu diesem Zeitpunkt genannte Investition von 13 Mill. €, vor. Weitere 10 ct/m3 wurden für die bereits vorgeplantenZusatzkosten von 5 Mill. € genannt. Welche Erhöhungen der oben aufgeführte weitere Investitionsbedarf mit sich bringt, wurde noch nicht beziffert. Aber alles in allem dürfte die Investitionssumme 20 Millionen wohl bei weitem überschreiten.


Das alternative Luritec-Projekt
ist billiger und wirtschaftlicher, zumal aufgrund seines innovativen Ansatzes Fördermittel möglich wären und in Kombination gleichzeitig für den Banter See ein Sanierungsansatz mit enthalten wäre. In der Art, wie dieses Konzept mit fadenscheinigsten Begründungen vom Kandidaten der CDU [WZ vom 24.8.11] und anderen abgelehnt wurde, offenbart sich die ganze Tragik dieser Stadt, die es durch bürokratische Kleingeisterei und intransparenten Seilschaftenproporz einfach nicht schafft, mal einen großen Wurf zu wagen.


Klar wird indessen, dass man nicht der Bürgerinitiative „Die Kaiserlichen KanalarbeiterInnen“ die Schuld an Gebührenerhöhungen im Zusammenhang mit der DRL anlasten kann, sondern sie der Stadt anlasten muss, die sich offensichtlich nicht vorsorglich genug um den Substanzerhalt des Kanalsystems gekümmert hat und nun hohe Kredite aufnehmen muss, um nachfolgenden Generationen ein funktionierendes Kanalnetz zu erhalten.

Der verbale Stacheldraht, mit dem sich städtische Beamte und Politiker gegen das ihnen unerwünschte Einmischen der Kaiserlichen KanalarbeiterInnen in das städtische Kanalisationsressort zu schützen suchten und das immer noch versuchen, hat Löcher, durch die Mitbürger schauen können, um zu erkennen, wie blöd man sie halten will, damit sie von verbal fein herausgeputzten Unwahrheiten verführt den wahren Kern der Dinge nicht sehen.

Für die „Kaiserlichen KanalarbeiterInnen“,
Dr. Gisela Gerdes

Links:
Video Luritec-Abwasserlösung [BUERGER-WHV-TV]
Bürgerinitiative: Die Kaiserlichen KananlarbeiterInnen
24|08|11 Luritec: Fäkalieneinleitungen ade?
www.luritec.com

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Die Darstelllung des "Trio Infernale Wilhelmshavens" sorgt für Aufregung.
Eine Menge Wilhelmshavener Bürgerinnen protestieren unter dem Motto "Planungswahnsinn am Banter See tut 5.000 Menschen weh" für den Erhalt des Banter Sees, so, wie er ist. Sie wehren sich gegen eine Wohnbebauung für "Priveligierte". Mehr dazu in einem Video ... [das Bild ist vom 15-07-2014] ... .... zum Video | youtube ...



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