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Asse II: Keine weiteren Hürden für die Rückholung!
06|10|2012



Nach der geplatzten Endlagerdiskussion wird deutlich, das keiner den Atommüll vor der eigenen Tür haben möchte. Es könnte sich langfristig auch ein ähnliches Szenario ergeben, wie beim Asse Desaster.

Die Organisierung der Rückholung des Atommülls aus der Asse duldet keine Verzögerungen.

Auch die zuletzt vom Bundesamt für Strahlenschutz [BfS] ins Spiel gebrachten theoretischen Betrachtungen zu einer nicht vorhandenen Langzeitsicherheit dürfen keine weiteren Hürden aufbauen.

Eile ist und bleibt geboten: Alle Beschleunigungsmöglichkeiten für die Rückholung müssen ausgeschöpft werden. Das betrifft den Bau eines neuen Schachts „Asse V”, die Planung und Errichtung eines Puffer- und eines Zwischenlagers für den zu bergenden Atommüll, die Beschaffung und ggf. Entwicklung geeigneter ferngesteuerter Bergetechnik, die Einstellung von Fachpersonal und die Erstellung des notwendigen Regelwerkes.

Spätestens seit der Veröffentlichung des „hydrogeologischen Strömungs- und Transportmodells” von Dr. Ralf Krupp im Juni 2010 ist klar:
Die Radioaktivität wird nicht im Berg bleiben. Dr. Krupp hatte gezeigt: Sollte man versuchen, das Bergwerk zu füllen – und das heißt zu fluten! – dann würde nach einem Schachtverschluss in wenigen Jahren ein großer Druck aufgebaut werden, durch den Bergdruck und durch die bei der Korrosion der Metalle entstehenden Gase. Dieser Druck würde die Radionuklide, die in der Flutungslauge in Lösung gegangen sind, über die gleichen Wege aus dem Berg auspressen, über die derzeit Lösung ins das Bergwerk einfließt. Diese Wege führen ins Grund- oder Oberflächenwasser. Daher wäre dann mit unkontrollierbaren Radioaktivitätsfreisetzungen zu unbekannten Zeiten an unbekannten Orten in Norddeutschland zu rechnen. Das kann niemand wollen.

Bei einer Abwägung zwischen radioaktiver Belastung durch die Auspressung der Radionuklide aus dem Berg auf der einen Seite und der radioaktiven Belastung durch eine Rückholung des Atommülls auf der anderen Seite würden sich zwei Modellrechnungen mit hohen Unsicherheitspotentialen gegenüberstehen, die eine verantwortliche Entscheidung unmöglich machen. Zwei Unbekannte lassen sich nicht der Größe nach sortieren.

Künftige Generationen wären bei einer Auspressung der Radionuklide den Geschehnissen passiv ausgeliefert. Dagegen hat die heutige Generation Möglichkeiten, im Prozess der Rückholung den Strahlenschutz immer weiter zu verbessern und die Belastungen dadurch zu minimieren. Die Verantwortung zu handeln liegt also bei uns Heutigen; es ist und bleibt ethisch geboten, den Atommüll zu bergen.

Die Bundesrepublik Deutschland hat schuldhaft ungesetzlich den Atommüll in die Asse eingelagert, sie hat ihn auch wieder aus dem Bergwerk zu entfernen.

Der Bundestag muss der Notwendigkeit, die Asse zu räumen, durch eine klare Festlegung auf die Rückholung in einer neuen Lex Asse gerecht werden, diese Entscheidung darf nicht auf nachgeordnete Behörden von Ministerien abgeschoben werden. Das Parlament ist hier gefordert, eine eindeutige Positionierung vorzunehmen, ohne jegliche Hintertüren für eventuell anders gelagerte Bestrebungen von Behörden.

Im Notfall kann die Entscheidung für die Rückholung des Atommülls aus der Asse vom Gesetzgeber immer noch revidiert werden, das wäre dann wiederum eine politische Entscheidung. Aber die seit mittlerweile bald 35 Jahren betriebene Unterlassung der Rückholung wird irgendwann nicht mehr umkehrbar sein. Daher gilt: Die Organisierung der Rückholung des Atommülls aus der Asse duldet keine Verzögerungen, sie duldet keine ablenkenden Diskussionen, keine Winkelzüge von Atom-Lobbyisten.

Der Asse II-Koordinationskreis fordert Betreiber und Behörden auf: Beginnt endlich mit den Arbeiten zum neuen Schacht, beschafft Bergetechnik, stellt hochqualifiziertes Personal ein, erstellt die Regelwerke und geht die Planung und den Bau eines Puffer- und eines Zwischenlagers an!

Quelle: www.asse-watch.de und www.asse2.de


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