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DGB: Bildungsrepublik auch nach PISA nicht in Sicht!
08|12|2010



Die Studie wiegt anscheinend wichtiger, als wirklichen Erfolge im Bildungssektor.

Anlässlich der in Berlin vorgestellten PISA-Studie 2009 fordert Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, von Bund und Ländern eine gemeinsame Politik gegen die soziale Spaltung im Bildungswesen.

„Die leichten Verbesserungen bei den PISA-Tests geben Anlass zur Freude, aber nicht zur Selbstzufriedenheit. Es wäre völlig falsch, wenn jetzt Bund und Länder frei nach dem Motto ‚Hurra, wir sind Durchschnitt’ die Hände in den Schoß legen.

Noch immer beträgt der Abstand zu den Spitzenländern Finnland und Korea mehr als ein Schuljahr. Noch immer bleibt die soziale Spaltung in unserem Schulsystem das größte Problem. Die Bildungsrepublik Deutschland ist noch nicht in Sicht“, sagte Sehrbrock.
 
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende forderte Bund und Länder auf, die soziale Auslese im Bildungswesen zum Schwerpunkt zu machen. Die PISA-Studie habe gezeigt, dass vor allem Jugendliche an Schulen in armen Stadtvierteln besonders benachteiligt werden. Die Politik müsse sich deshalb auf die sozialen Brennpunkte konzentrieren und hier gezielt Angebote schaffen, erklärte Sehrbrock.

„Beim Ausbau der Ganztagsschulen stand bisher die Förderung von Schulbauten und offenen Angeboten im Mittelpunkt. Jetzt brauchen wir mehr Qualität. Der Bund muss deshalb mehr Schulsozialarbeiter an Brennpunktschulen fördern. Mit zwei Milliarden Euro ließe sich so ein flächendeckendes Angebot für mehr Qualität schaffen“, sagte Sehrbrock. Zudem sollten herkömmliche Kindergärten in Brennpunkten zu Eltern-Kind-Zentren ausgebaut werden, die neben hervorragender frühkindlicher Bildung auch Beratungs- und Bildungsangebote für Eltern schaffen. Mit dem Sprachförderprogramm der Bundesregierung für Brennpunkt-Kitas wird hier ein wichtiger Schritt für mehr Chancengleichheit unternommen
 
Nach Auffassung des DGB haben sich Bund und Länder in der Vergangenheit zu sehr auf Klein- und Kleinstprojekte konzentrierte. Allein in der Sprachförderung gebe es in 14 Bundesländern 17 verschiedene Programme. Gemeinsam evaluiert werden sie nicht.

Sehrbrock:
„Das Problem des Bildungsföderalismus: Alle ziehen an einem Strang, aber fast jeder in eine andere Richtung.


Der Föderalismus stößt bei den Bildungsreformen an seine Grenzen. Wir müssen daher das unsinnige Kooperationsverbot aus dem Grundgesetz streichen und endlich wieder zu einer gemeinsamen Bildungsplanung von Bund und Ländern kommen.“

Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund


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