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Bode möchte Sander Bürger für dumm verkaufen
23|11|2010



Sollte die Bahn hier einmal mit der gewünschten Geschwindigkeit über die Bahnstrecke "donnern", dann wird es "ungemütlich" für die Bahnanlieger.

In großen Lettern druckt die WZ am Montag, 22. November 2010, die Aufforderung von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bode an die heimische Bevölkerung, bei dem anstehenden Planfeststellungsverfahren keine Zicken zu machen.

Wäre die Zweigleisigkeit [notwendig, um die am Voslapper Welthafen angelandeten Container an die Auftraggeber weiterzuleiten] erst mal über die Bühne, würde dann auch irgendwann der Lärmschutz kommen. Toll!

Was verlangt der – sicherlich nicht an einer Güterzugstrecke wohnende – Wirtschaftsminister da den Anwohnern der Containertransportstrecke in Sande ab? Sie sollen „ein Auge zudrücken“, wenn der Bürgerschutz erst – fünf Jahre? Überhaupt? - nach den Wirtschaftsinteressen und Landtagswahlen kommt.

Er meint wohl eher, sie sollen nicht ein Auge zudrücken, sondern ihr Gehör für einen vorübergehenden Zeitraum abschalten. Nur wie macht man das bloß? Man könnte sich bei einem Rock-Konzert für eine halbe Stunde direkt an eine Box stellen. Vielleicht wird man dann taub, und dann hört man auch nicht mehr die vorbeirollenden Metall-Metall-db [dezibel] -Verstärker der DB Logistics [steht hier DB auch für dezibel?].

Vielleicht meint der Minister aber auch, man brauche ja einfach nicht hinhören, wenn solch ein 4.000 Tonnen-Kohle Zug an ihrem mühsam ersparten Einfamilienhaus vorbeidonnert.

Es ist doch alles nur eine Sache der Einstellung. Wenn man nur genügend will, kann man doch alles erreichen, oder nicht?

Hat doch auch schon Leni Riefenstahl in ihrem Nazi-Propagandafilm „Triumph des Willens“ 1936 so schön gezeigt. Leider wird er nicht im Fernsehen ausgestrahlt. Er ist nicht einmal als DVD in der Videothek erhätlich. Warum eigentlich?

Mindestens müßte es doch erlaubt sein, ein Exemplar auf der hompage der FDP in Nordrhein-Westfalen anzuschauen.

Die Politiker in Hannover verlangen von der hiesigen Bevölkerung etwas ab, was sie sich selbst persönlich niemals abverlangen würden. Einfach mal zu vertrauen auf den Sankt Nimmerleinstag. Wie wäre es? Frieren wir doch mal die Diäten von den beteiligten Herren ein, und wenn der Lärmschutz dann da ist, kann man ihnen ihr wohlverdientes Geld DANN ja auch gerne auszahlen. Dann könnten die Funktionäre IHR EIGENES Vertrauen doch mal echt unter Beweis stellen!

Naja, es ist mal wieder alles sehr durchsichtig: die Wahlen kommen bald, der Mega-Hafen droht ein Flop zu werden, und die Bahn bzw. das Verkehrsministerium in Berlin stellt nicht genügend Mittel bereit, um den Welthafen auch infrastrukturell genügend an den Rest der Welt anzubinden.

Das ist alles nicht so schlimm, denn die Steuermittel für Bau des Hafens und die Aufsichtsratstantiemen bzw. sogar eigene Gehälter [z.B. Wilfrid Adam , Geschäftsführergehalt von 60.000 Euro pro Jahr für eine Hafenbetriebsgesellschaft, die überhaupt keinen Betrieb hat] sind schon längst geflossen, und die Diäten von Herrn Bode, Herrn Biester etc. fließen sowieso, völlig unabhängig vom Erfolg des steuermilliarden schweren Bauprojekts.

Aber man steht nicht gut da vor den Bürgern, für die man doch eigentlich da ist. Und für die man die Verantwortung hat. So jedenfalls deren Stellenbeschreibung. Aber die wird gerne großzügig ausgelegt. Was Verantwortung ist, das definieren wir schon selber. Verantwortung heißt, die Interessen der Begüterten zu vertreten. Denn, wenn's denen gut geht, geht’s auch allen anderen gut. Ist doch logisch, oder? Schließlich kann man ja Millionen immer zweimal ausgeben. Einmal tatsächlich, und einmal in der Illusion. Und für die Illusion sind die Bürger dann zuständig. Die sind nämlich blöd. Deswegen darf man auch keine Volksbegehren abhalten.

Da die Bürger – und damit auch die Leser der WZ – blöd sind, braucht man ihnen auch nicht die Lage so schildern, wie sie ist.

Statt zu schreiben:
„Lärmschutz für die nächsten Jahre tot“,
versteht man sich lieber als unreflektierendes Sprachrohr der Regierungsbeamten.

So etwa, wie die früheren „Roland“-Ausrufer:
Der Graf hat verkündet, das Volk möge höhere Abgaben leisten. Bei Zuwiderhandlung droht Schuldturm oder Zwangspfändung.


„Bode appeliert an Sander Bürger: Minister hofft auf schnelle Realisierung der neuen Bahnstrecke“, titelt die WZ am Montag. Was damit WIRKLICH gemeint ist, wird aus dem dann folgenden Text nicht klar.

Die Bürger sollten „in ihrem eigenen Interesse“ auf „zeitverzögernde Einwendungen im Laufe des Verfahrens“ möglichst verzichten. Welches Verfahren das ist, wird nicht benannt. Es ist das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Strecke auf Zweigleisigkeit.

Welche Einwirkungen Bürger haben, wenn ein Planfeststellungsverfahren erst einmal durch alle Gremien durch ist, sieht man in Stuttgart: Keine. Weiter berichtet die WZ treu, was ihr die Politiker eingeflüstert haben: „Die Elektrifizierung sei erst möglich, wenn die ganze Strecke zu beplanen sei.“ Was soll das denn schon wieder heißen? Die „Erklärung“ folgt prompt: „Mit dem zweigleisigen Ausbau würden auch die Vorbereitungen für die Elektrifizierung UND DEN LÄRMSCHUTZ getroffen, so Bode weiter.“

Aha! Den Lärmschutz gibt’s erst danach.

Wann, sagt Bode nicht.


Nein, er dreht das Ganze noch volksverblödend um: Erst wenn ihr die erste Stufe der Baumaßnahme [Zweigleisigkeit] durchwinkt OHNE MURREN [=ohne Bestehen darauf, daß gleichzeitig Lärmschutz und Umfahrung Sande kommt, worauf man aber nach den Gesetzen ein Recht hätte], nur dann kriegt Ihr Euren Lärmschutz [VIELLEICHT]! Vielleicht, habe ich hinzugefügt. Das sagt der Minister nämlich nicht so explizit. Er ist ja schlau.

Die Sander Bürger haben aber einen Trost:
Während sie sich bei dem ohrenbetäubenden Lärm die Ohren zuhalten, das Porzellan im Schrank auf dem Regalboden festkleben und vorsorglich einen Aufenthalt in der Nervenheilanstalt schon einmal buchen, können sie sich der heldenhaften Unterstützung der heimischen [globalen] Wirtschaft wähnen:
„Bode unterstrich die Bedeutung der Schienenanbindung für den JadeWeser“- Pfurz [ ...pardon] „Hafen“.

Ohren zu halten für den Endsieg. Spitze!


Von Vertrauen spricht der Wirtschaftsminister dann auch lieber [auf Seite 11 der WITZ vom selben Tag] in Bezug auf das Verhältnis zwischen den beiden Gesellschaften, die wirtschaftlich von dem Hafen profitieren: die „JadeWeserPort Logistics Zone und JadeBay wollen noch enger kooperieren“ heißt es da vollmundig und kraftstrotzend.

Da ist man gerne unter sich. Vertrauen gegenüber dem Bürger braucht man nicht. Der soll sich lieber in Dankbarkeit üben.

„In Anwesenheit von Wirtschaftsminister Jörg Bode wurde ein Kooperationsvertrag unterzeichnet.“ Der Ausdruck „noch enger zusammenarbeiten“ wird gleich dreimal hintereinander gebetsmühlenförmig wiederholt, bevor ausgeführt wird, um was es überhaupt geht.

Der Ausdruck soll erst einmal in das „blöde“ Gehirn des dummen Volkes, welches keine Volksbegehren braucht, eingetrichtert werden. Dann kann das Stimmvieh den Artikel gerne weiterlesen und stolz sein, was für tolle Volksvertreter und alpha-Tiere es doch hat, die alles Erdenkliche tun, um die [große] Wirtschaft, das Big Business voranzutreiben.

Es fällt dann auch immer etwas an Krümeln für die umstehenden Staunenden ab. In Falle des Gleisausbaus vor allem Dezibel in ausreichender Menge [bis zum Gehörschaden und Nervenzusammenbruch].

Drogen oder Psychopharmaka zum Verrücktwerden brauchen die Sander Bürger dann nicht mehr.


Heidi Berg [ohrenzuhalt]

Links:
Video: Wenn Lärm unerträglich wird | 05-11-2010

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