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Die vierte Gewalt
25|05|2012



An einem ähnlich schlechten Journalismus leidet auch ganz Wilhelmshaven. In den Zeilen des Lokalen Heimatblattes blendet man gerne einmal die eigenen Meinung zugunsten der Lobbyisten aus, auch gegen die Interessen der Bürger.

Medien in der NATO-Prostitution

Hinter einer strengen Brille blickt eine blonde Frau in die ARD-Kamera: "Die Truppen werden das Land verlassen, doch die NATO bleibt weiter präsent". Gemeint ist das Land Afghanistan. Die kommentierende Dame überlegt für keine drei Sekunden, was die Afghanen von den Plänen halten könnten. Die Afghanen, nicht die korrupte Kabuler Marionettenregierung. Auch was die nationalen Parlamente von der faktischen Verlängerung des Afghanistankrieges halten könnten, mag sie nicht erwägen. Denn in Wahrheit kommentiert sie nicht. Denn Kommentieren hieße Hintergründe erwägen, einen eigene Meinung haben. Sie referiert. Wie nahezu die komplette deutsche Medienlandschaft, die den Kellner für die jeweils herrschende Meinung macht: Bitte sehr, bitte gleich, darfs noch ein paar Jahre Krieg mehr sein?

Denn bei allem Abrüstungsgeklingel, allem Abzugsgewese, gibt es eine neue Zahl: Bis 2024, stellt der NATO-Gipfel fest, wollen die "Schutzmächte" in Afghanistan bleiben. Natürlich nicht mehr im direkten Kampfeinsatz. Aber Militärausbilder bleiben und Polizeiausbilder auch und natürlich Waffen aller Art.

Rund 500 Millionen Dollar soll der neue Einsatz, der nicht so genannt werden darf, jährlich kosten. Dass es sich um die faktische Verlängerung des Kriegs handelt, darauf mag kein deutsches Medium kommen. Lieber wendet man sich dem Praktischen zu: Welchen Rückzugsweg denn jene Truppenteile nehmen, die schon mal gehen dürfen. Was an den West-Militär-Einrichtungen denn stehen bleibt, was nicht. Auch ist der deutsche Redakteur schwer von der Sorge gebeutelt, dass es einen "Wettlauf um den frühesten Rückzug" geben wird. Da kann die höchst alternative "taz" beruhigen: "Die Irritationen um den Eilabzug der französischen Truppen aus Afghanistan" können ausgeräumt werden. Erleichterung breitet sich in den Redaktionen aus.

Was ist das für eine Klasse, die sich nicht als kritische Journalisten, sondern als loyale Kriegsberichterstatter versteht? Liegt es an den durchweg guten Gehältern, die den bescheidenen Verstand vernebeln? Oder ist es eher der Anschein von Bedeutung, der auf sie fällt, wenn sie im Berliner Einstein Unter den Linden, im Borchert am Gendarmenmarkt oder anderen einschlägigen Kneipen ihr Ohr und ihren Ethos den Einflüsterern aus Politik und Wirtschaft leihen? Wer sie des morgens rund um den Charlottenburger Lietzensee joggen sieht - hochmütig und verschlossen - der darf gewiss sein: Sie gehören nicht zum gewöhnlichen Volk, sie sind auserwählt, zu Besserem geboren, die Mittler zwischen den Herrschenden und Beherrschten.

Die "Auserwählten" berichteten zwar zuweilen darüber, dass am unspektakulären Rand des NATO-Gipfels die Deutschen dazu gedrängt wurden, ihre lästigen Parlamentsvorbehalte bei gemeinsamen Kriegsprojekten aufzugeben: Wenn man denn nun teures, gemeinsames Gerät, zum Beispiel bei der Luftüberwachung angeschafft habe, dann dürfe so ein popliges Parlament im Kriegsfall über dessen Einsatz nicht auch noch abstimmen.

Statt aber nun aufzuschreien und über Demokratie zu reden, meldet der Kriegsredakteur untertänig: "Deutschland wird seinen Parlamentsvorbehalt so verändern müssen [!], dass es anderen Bündnispartnern nicht den Weg versperrt." Das schreibt der selbe Autor der vorgeblich seriösen "Süddeutschen Zeitung", der im NATO-Zusammenhang auch von der "Befreiung" Libyens schwadroniert. Der Frage nach der Befreiung zu was, zum reaktionären Islamismus, zur Verletzung von Menschenrechten, zum Zerfall eines Staates, diese Frage mag der Rüstungs-Industrie-Bediener nicht stellen.

Einst, in grauen Vorzeiten, nannte man die Medien die "Vierte Gewalt". Neben der Legislative, der Exekutive und der Judikative, sollten die Medien ein eignes, unabhängiges Korrektiv darstellen. Inzwischen widmen sich die Mainstream-Medien zunehmend der Nachrichten-Zuhälterei. Das ZDF zum Beispiel lässt sich mit dem NATO-Begriff "Smart Defense" selbst auf den Lobbyisten-Strich gehen. Jubilierend vertritt der Sender das "Pooling and sharing", nach dem sich "die NATO-Staaten in Technologie, Logistik und Ausbildung intelligent vernetzen und damit Kosten senken und effektiver zusammenarbeiten. Deutschland solle dabei eine Führungsrolle übernehmen." Vom smarten phone zum smarten Krieg, da will die BILD-Zeitung nicht zurückstehen. Sie weiß nach dem NATO-Gipfel genau: "Mit Tausenden Ausbildern und milliardenschweren Hilfen flankiert die NATO nach Ende des Kampfeinsatzes Ende 2014 den demokratischen Wiederaufbau in Afghanistan." Demokratischer Wiederaufbau? Mit Karsai? In Verhandlungen mit den Taliban? Ja, wenn eine dieser schreibenden Nutten den Mut aufbrächte zu sagen: Milliarden für den Opium-Export für die weitere Unterdrückung der afghanischen Frauen, für die Waffenindustrie, aber dann hätten sie sich weg von der Nachrichten-Prostitution einem ehrlichen Beruf zugewandt. Das kann keine der amtierenden Regierungen wollen.

Auf den Journalisten-Schulen wird immer noch der Arbeitskriterien-Begriff des "Was-Wo-Wer-Wann-Warum" gelehrt. Doch schon die Frage nach dem "Was" wird gerne mit "Einsatz" beantwortet, statt mit "Krieg".

Das "Wo" kriegen sie in den Redaktionen noch so leidlich hin.

Das "Wer" heißt nie "Rohstoffräuber" sondern "Friedens- oder "Freiheitskräfte".

Das "Wann" ist der Sankt-Nimmerleins-Tag.

Die Frage nach dem "Warum" stellt sich der Redakteur, der sich noch eine Karriere ausrechnet, keinesfalls. Sonst käme der den Gipfel kommentierende Martin Winter in der "Süddeutschen" kaum auf die Idee, den Fortbestand der NATO herbei zu beten: "Dabei gibt es zumindest zwei gute Gründe, sie [die NATO] wieder zu neuem Leben zu erwecken. Im Nahen Osten und Südafrika brauen sich Kriegsgefahren zusammen, gegen die ein funktionierendes Verteidigungsbündnis eine kluge Reserve wäre."

Nach tödlichen und erfolglosen Einsätzen in Afghanistan oder Libyen, jetzt erfolglose und tödliche Einsätze im Iran?

Da sind richtige Nutten einfach ehrlicher: Mit Gummi, sagen sie, 100 Euro. In des Redakteurs feuchten Träumen spielt das Gummi keine Rolle. Um Kriegsverhütung kümmert er sich nicht. Er lässt ja Ficken.


Uli Gellermann

Quelle: Rationalgalerie

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