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Die Haut Gottes
29|08|2012



Stein des Anstosses, weil, Gebrauch bei Kleinkindern ohne deren Einverständnis und ohne Betäubung.

Der Zipfel des religiösen Eisbergs

Ich kann mitreden: Im zarten Alter von fünf Jahren wurde mir jenes Stückchen Haut entfernt, von dem zur Zeit die Feuilletons und die juristischen Fachblätter voll sind. Nicht aus religiösen Gründen kamen meine Eltern auf die Idee mir die Vorhaut entfernen zu lassen. Es waren nüchterne medizinische Überlegungen, die zur Operation führten: Der Knabe Gellermann litt an einer Phimose, einer Verengung der Vorhaut, ein Ärgernis, dass mich, den kleinen zarten Jungen, zu einem zehntätigen Aufenthalt im Krankenhaus zwang. Der Schmerz des Alleinseins war größer als jener des Eingriffs. Meinen Bund mit Gott, der sich in der jüdischen und der islamischen Religion in der Beschneidung manifestiert, hatten mich meine Eltern schon kurz nach meiner Geburt mit dem kaltem Wasser eines katholischen Taufbeckens schließen lassen.

Den Körper von Kindern zu verletzen, um sie in eine Gemeinschaft aufzunehmen, ist ein uraltes, primitives Ritual. Bei den Sateré-Mawé zum Beispiel, einer Ethnie, die am Amazonas lebt und nur noch 10.000 Menschen zählt, wird den Jungen im Alter von zehn Jahren eine Art Handschuh übergestreift, der mit höchst aggressiven Riesen-Ameisen gefüllt ist und den Kindern solche Schmerzen bereitet, dass nicht wenige während der Prozedur in Ohnmacht fallen. Man darf sicher sein, dass viele der Beschneidungs-Gegner, die sich in der aktuellen Debatte über die Entfernung der Vorhaut aus religiösen Gründen erregen, nie auf die Idee kämen die Sateré-Mawé über ihre Riten zu belehren: Sie würden sich hüten diesem aussterbenden Volk christlich-westliche Urteile aufzuzwingen.

In der leidenschaftlichen Beschneidungs-Debatte hat sich bisher weder der türkische Präsident noch ein hoher türkischer Geistlicher eingemischt. Das freut mich sehr. Würde doch deren lautstark vertretene Position sofort die Frage aufwerfen, warum sich denn der Türke in die inneren Angelegenheiten der Deutschen einmische. Diese Frage wurde nicht gestellt, nachdem der israelische Präsident den deutschen mahnte, er solle sich auf die Seite der Beschneider schlagen, und auch nicht nachdem der israelische Oberrabbiner Yona Metzger Ähnliches verlangte. Es gab nicht einmal einen Widerspruch, als Metzger forderte, dass deutsche Beschneider von ihm zu lizensieren seien. Wo bleibt das Gewerbeaufsichts-Amt hätte die Frage lauten müssen, dürfen ausländische Autoritäten deutschen Handwerkern die Lizenz zum Schneiden verleihen?

Im Zentrum der christlichen Religion steht ein barbarisches Symbol:
Ein Gefolterter, Hände und Füsse mit schweren Nägeln an ein Kreuz geschlagen, von den Gliedmassen und der Stirn, auf die eine Dornenkrone gedrückt ist, tropft Blut. So einer schmückt die Kirchen. Den ersten Schmerzensmann habe ich nach meiner Beschneidung gesehen, meine Eltern waren laue Christen, erst als ich zur Schule ging, begann für mich der Kirchenbesuch und vor allem der Religionsunterricht. Den Gequälten am Altar fand ich schon ziemlich bedrückend. Schlimmer aber empfand ich das Instrumentarium, mit dem ich zum religiösen Wohlverhalten gezwungen werden sollte. Mit der Hölle wurde ich eingeschüchtert - jener Ort der in der Offenbarung des Johannes als "Feuersee" beschrieben wird - wo die schlechten Menschen mit "Schwefel brennen" und die ewige Verdammnis erleiden.


Im Buch Hennoch der Juden ist für die "Ungerechten" ein Ort vorgesehen, an den ihn die Engel führen: "Entsprechend der Taten der Bösen werden sie in lodernden Flammen brennen, schlimmer als Feuer. Und niemand wird ihnen helfen." Im Wettbewerb der Folterungen kann der Islam natürlich nicht zurückstehen: "Die Unseligen werden dann im Höllenfeuer sein," beschreibt die Sure 11,106–107, "wo sie laut aufheulen und hinausschreien, und wo sie weilen, solange Himmel und Erde währen, - soweit es dein Herr nicht anders will." Immerhin kann der HERR der Muselmanen die Strafe noch mal rückgängig machen, wenn er "anders will." Für in Sünde gefallene Juden und Christen gibt es immer nur UNENDLICH. "Absichtlich falsch beichten", sagte mir damals der Religionslehrer mit bösem Blick, "und dann auch noch unwürdig zu Kommunion gehen, das zieht die ewige Verdammnis nach sich." Nie hätte ich dem dicken, lüsternen Kaplan sexuelle Verfehlungen in sein behaartes Ohr gestanden. Und nie hätte ich damals die Kraft aufgebracht mich dem Hostien-Konformitätsdruck zu entziehen. Also war ich verdammt.

Es ist erstaunlich, wie sehr ein bisschen Haut die Gemüter erregt, während der frühe elterliche und gesellschaftliche Zwang an ein zwar unsichtbares aber höheres, herrschendes Wesen zu glauben als allgemein üblich, also rechtskonform begriffen wird. Wenn sich erwachsene Personen freiwillig verpflichten Himmel und Hölle als real anzusehen, wenn sie an ein verbrieftes Jenseits glauben wollen und daran, dass viel beten viel hilft: Bitteschön, auch der Glaube an UFOS sollte nicht unter Strafe gestellt werden.

Aber die Psyche unschuldiger kleiner Kinder mit jenem staatlich sanktionierten Aberglauben, den man wahlweise christliches, islamisches oder jüdisches Bekenntnis nennt, zu verseuchen, das immerhin hätte das Kölner Landgericht als strafbare Geistes-Verletzung einschätzen können.

Aber so viel säkularer Mut war dann doch nicht drin. So haben die Richter sich eben nur mit dem Zipfel des religiösen Eisbergs befasst.


Uli Gellermann

Quelle: Rationalgalerie

Links:
28|08|2012: Nicht die Beschneidung macht den Juden

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