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Eine feste Bank ist unser Gott
07|09|2012



Der Freifahrtschein für die Schuldenunion hat nun ein weithin sichtbares Zeichen.

Zentral nennt sich das Komitee deutscher Katholiken, zentral war das Komitee der KPdSU, hanseatisch central ist das Hamburger Congress Center, aber die zentralste aller Zentralen ist doch die Europäische Zentral Bank, die E-ZettBe.

Denn von der EZB glaubt man, sie könne den Markt beruhigen. Ihr allein wäre dann die Macht und die Herrlichkeit, sie solle das Monster einschläfern, jenen gefrässigen Markt, der vor allem die südeuropäischen Länder zu verschlingen droht. Und dann, wenn der erste Hunger gestillt sei, würde der Markt sich zum Nachtisch die restlichen europäischen Länder in den Rachen schieben. Also will die zentrale Bank schon bald ein altes, schon bisher unsinniges Dogma fortsetzen: Sie schaufelt Geld in ein Fass ohne Boden, um das Fass bis zum Rand füllen zu können. Dass es unten raus rieselt weiß jeder, sagt aber keiner.

Meilenweit sind die Bekenntnisse von europäischer Bank und europäischen Regierungen von wirtschaftlicher und politischer Realität entfernt, sie sind zur "Eschatologie", zur Lehre von den letzten Dingen erstarrt. Auch der Markt hat seine alte ideologische Postion als eine Art permanentes, jüngstes Gericht über die Faulen und die Fleißigen, über Erfolg und Misserfolg, verloren: Über die lange Dauer der Finanzkrise gerät er nun zu einer Art Fegefeuer, in dem die Seelen verstorbener Transaktionen geläutert werden: Ihre Auferstehung in Euro ist den Propheten gewiss. So rutscht der Markt, einst in der Nähe des Himmels platziert, in die Gegend der Hölle. Doch eine Reinigung durch Feuer findet nicht statt: Keine Bank darf Pleite gehen, alle Spekulanten dürfen mit der Wiederauferstehung rechen. Denn es gibt die EZB, die in neuer Gottesfunktion ausgerufen hat: Rettung naht!

Noch in dieser Woche wird die Zentralbank zum Kauf von allerlei Staatsanleihen blasen, bevorzugt werden die Anleihen jener europäischen Ländern, die auf dem Markt nur noch schwer Geld bekommen. Das entlastet, so glaubt man bei der EZB, die verkaufenden Länder bei der Kreditaufnahme und soll deren Wirtschaft stabilisieren. Mit diesen und ähnlichen Rettungsmassnahmen rettet sich der Euro von einem Tag auf den anderen in die nächste Krise. Es soll Religionen geben, in denen gilt der Regenwurm als heilig. Das hat einen gewissen Sinn: Denn der Regenwurm kann sich nach seiner Teilung sein hinteres Ende neu ausbilden. In dieser Selbsterneuerung vermuten die Wurm-Gläubigen eine Sorte ewigen Lebens, das sie auch gern hätten. Deshalb wird der Regenwurm angebetet.

Die Anbetung der EZB wird von der deutschen Regierung scheinbar als Irrglaube betrachtet: Sie will angeblich dem Kauf von Staatsanleihen nicht zustimmen. Das hat sie aber in der Vergangenheit letztlich immer gemacht: Erst nein sagen, das bedient die deutsche Hoffnung auf Stabilität, dann jein, dann ja, dann `jawoll´ sagen: Das beruhigt die Nachbarstaaten und die Banken. Kurzfristig. So wird die sonderbare Heiligsprechung einer Zentralbank, wie sie schon lange in den USA zu beobachten ist, auch zur europäischen Religion: Eine feste Bank ist unser Gott. Und so gewinnt Angela Merkel die nächsten Wahlen, so kann sie weiterwursteln. Der Bauer weiß, dass die Arbeit des Regenwurms den Boden verbessert. Immerhin. So ist er um einiges nützlicher als jede Zentralbank. Der Wurm ist die Alternative zu all der alternativlosen Bankgläubigkeit. Es wird Zeit für einen Glaubenswechsel.

Uli Gellermann

Quelle: Rationalgalerie

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