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Heilig, heilig, über alles
25|03|2013



Es war einmal: "Wir sind Pabst".

Ein Volk, ein Reich, eine Sakristei

Die Sakristei: Das ist der Nebenraum der Kirche in dem die Wandlungs-Gewänder hängen, der Messwein gestapelt wird, die Hostien und die Kerzen aufbewahrt werden. Hier wird die Messe vorbereitet. Ganz Deutschland wurde gerade zur Sakristei. Gefühlte drei Wochen. Damals, als mit dem Ratzinger-Papst ein echter Deutscher an die Spitze der heiligen Bewegung gelangte, gab es es noch den Schein nationaler Folklore: WIR SIND PAPST brüllte der deutsche Furor. Aber jetzt?

Jetzt ist es einer vom Rande der bekannten Welt. Oder kennt jemand außer Evita, der Begründerin des gleichnamigen Musicals, irgendjemanden aus Argentinien? Don´t Cry for Me, Argentina! Auch wenn in Argentinien Klaus Barbie, der Nazi-Schlächter von Lyon, seine himmlische Ruhe fand. Wenn Adolf Eichmann, der banale Massenmörder, dort sein Asyl bekam. Wenn SS-Generalleutnant  Ludolf-Hermann von Alvensleben, ganz gemütlich in Argentinien seinen Lebensabend verbrachte. Alles was an Nazis noch rechtzeitig rauskam erhielt dort eine neue Heimat. Sie alle hatten über die "Rattenlinie", das vatikanische Reisebüro für Nazi-Verbrecher, das sinkende Dritte-Reichs-Schiff in Richtung Lateinamerika verlassen. Doch nun? Der Papst hat keine roten Schuhe an, weil er so selig mit den Leuten kann. Liest und und hört man in den deutschen Medien. Jeden Tag.

"

Wie er einen Blindenhund segnete und was sein Taxifahrer erzählt", schreibt die BILD-Zeitung, das hätten wir gern anders gelesen: Was hat ihm der Blindenhund erzählt? Wegsehen ist eine Tugend? Oder: Ein blinder Hund trinkt selten Korn? Ja dann, dann kann er den Taxifahrer solange segnen wie er will. Soll ja gesund sein. "Seit dem 15. Jahrhundert tragen Päpste die rötlichen Schuhe. Die rote Farbe, heißt es, soll an die Kreuzigung und das Blut Christi erinnern", klärt uns Springers Blut & Hoden-Blatt auf. Nüchtern behauptet der schweizerische BLICK: "Papst Franziskus hat grosse Füsse: Die roten Schuhe sind dem Neuen zu klein!" Bäh, er lebt auf großem Fuß? Wo bleibt da die in Deutschland generalamtlich festgestellte Bescheidenheit? Die barfüßige Armut, die dem Argentinier ständig unterstellt wird? Sie bleibt im Hals des West-Berliner TAGESSPIEGELS stecken: "Ach, wie möchte ich eine arme Kirche!“, soll der Neue gesagt haben. Löst er die Vatikan-Bank auf? Verteilt er die päpstlichen Juwelen unter den Seligen, den Armen, denen ja nach der Verheißung das Himmelreich sicher ist? Versteigert er die Sixtinische Kapelle und erlöst mit dem Gewinn die Zyprioten vom Merkelschen Übel? Amen, so sei es. Hallelujah, jubeln die Ränge und die Südkurve skandiert: "Franz,  Franz, noch einen Tanz - heute gehen wir nicht heim, unser Franz das ist der Stein, Petrus, Petrus, eijeijeijei!



Wie besoffen steht der deutsche Redakteur an seiner Choral-Orgel und dreht sich eins. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU, völlig zu Recht zum Tode verurteilt, schnarrt Preussisches: "Papst Franziskus meldet sich zum Dienst." Jawoll, und das wagemutige NEUE DEUTSCHLAND weiß, woher auch immer, "dass die Kirche nicht politisch, sondern im Kern spirituell sei." Ach ja, so wird es sein: Der neue Papst wird die Atheisten lieben, die Banken verdammen und den Kern seiner katholischen Unfehlbarkeit spirituell verflüssigen, Prost. Die ARD berichtet vom Papst der "Armen und Barmherzigkeit". Dies Lied weiß auch die SÜDDEUTSCHE zu singen, der STERN zu jubilieren und das DEUTSCHLANDRADIO zu senden. Und der Beweis? ER IST ZU FUSS GEGANGEN. Denn ER hat das Papamobil verlassen und hat am Wegesrand einen Behinderten geküsst. War da nicht der kranke, später verstorbene Lazarus, der nach dem Johannes-Evangelium von Jesus aus dem Grab geholt worden ist? - Der neue Franziskus kennt die Marketing-Schriften und alle Paparazzi warten nur auf den Moment, an dem er mit den Vögeln redet.



Jetzt zoomt die TAGESSCHAU auf die Hand des Papstes. Ein Ring wird sichtbar: "Franziskus hat sich aber für ein schlichteres Modell entschieden als sein Vorgänger", kommentiert der devote Journalist. Man ist per Du mit dem Neuen. Denn der ist "Realistisch, ungewöhnlich offen und ziemlich revolutionär" Woher weiß die ARD das? Vom gemeinsamen Molotow-Cocktail abfüllen? Von einer völlig realistischen Drei-Tage-Beobachtung? Von einer ungewöhnlich offenen Recherche ohne Sinn und Verstand? Nein, sie haben alle Weihrauch geschnüffelt, sie haben Macht gewittert, sie haben sich am Konformitäts-Wein berauscht: Alle sind für Franz, der ist so gut wie heilig und ihr kritischer Verstand so gut wie tot. Die ganze Redaktion: Eine Sakristei.

Uli Gellermann

Quelle: Rationalgalerie

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