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Bild: GRUPPO|635 | hufenbach Nichts ist so umstritten, wie die Aufstellung vergangener Heroen in Metallform auf formschönen Sockeln bei Sonnnenschein. In Wilhelmshaven gibt es ganz bestimmt wichtigere Probleme zu lösen, als ein ehemaliges Bismarck-Denkmal zu reaktivieren ... [... zum Video]

   

Angela Lynch-Merkel
21|05|2015



Ist "Mutti" kriegslüstern?

Auf Verbrecherjagd mit der Bundeswehr

Wer ein Verbrechen begeht, ist ein Verbrecher. Und weil Angela Lynch-Merkel – Ankläger-Richter-Vollstrecker in einer Person – jüngst in Moskau entschieden behauptet hat, dass die russische Besetzung der Krim ein Verbrechen ist, kann der russische Präsident nur ein Verbrecher sein. Weil der sich aber nicht freiwillig stellen will, wird Richterin Lynch wohl eine Gruppe von Vigilanten ausrüsten müssen, um den Verbrecher zu stellen. Wie gut, dass die Bundeswehr eine Freiwilligen-Armee ist.

Nun ist es so, dass der Beschuldigte und mit dem Diktum der Merkel auch schon verurteilte Verbrecher sich im Kreml verschanzt hat. Doch er darf sich dort nicht in Sicherheit wiegen. Denn mit dem "Medium Extended Air Defense System" [MEADS] wird die Bundeswehr bald über ein Raketenabwehr-System verfügen, dass auch ganz Hartgesottene aus ihrem Bau holt. Zwar hat das Auswärtige Amt jüngst erklärt: Die Raketenabwehr der Nato ist weder gegen Russland gerichtet noch in der Lage, das russische strategische Dispositiv zu beeinträchtigen. Sie richtet sich gegen Bedrohungen außerhalb des euroatlantischen Raums." Aber wer will schon dem Auswärtigen Amt glauben, es bezieht seine Existenz aus der diplomatischen Verschleierung.

Das neue, ein paar Milliarden teure Raketen-System dient natürlich nicht der Verteidigung, dem ursprünglichen Job der Bundeswehr. Es ist, so liest man in einer Vorlage des Verteidigungsministeriums, "für den Schutz von Soldaten im Auslandseinsatz gegen ballistische Flugkörper mit einer Reichweite von bis zu 1.000 km" gedacht. Zwar hat die Bundeswehr im Ausland nichts zu suchen. Aber, wenn sie doch auf Verbrecherjagd geht? Die Entfernung von Berlin nach Moskau beträgt 1.600 Kilometer. Man muss also näher ran an den Putin, wenn die Reichweite des neuen, schönen Raketen-Gerätes nur 1.000 Kilometer beträgt. Zwar können die im Verteidigungsministerium nicht rechnen, wenn es um Beschaffungskosten geht. Aber, dass es von zum Beispiel Kiew nach Moskau nur noch 756 Kilometer weit ist, das können sie von Tabellen ablesen, die sie aus dem Führerhauptquartier gerettet haben.

Halt, halt, halt, sagt jetzt der aufgeregte Leser: Sie können doch der verehrten Frau Merkel kein Viertes Reich anhängen. Die ist doch das brave Mädchen aus der Uckermark, das zur redlichen, schwäbischen Hausfrau aufgestiegen ist, die würde doch nie, würde die. – Gerade war ein guter Freund von Frau Merkel, ein gewisser Herr Poroschenko, zu Gast in Berlin. Kaum war er wieder zu Hause, hat er ein Gesetz unterschrieben: Das Gesetz bezeichnet die Angehörigen der UPA – und anderer nationalistischer Organisationen – als "Kämpfer für die Unabhängigkeit" der Ukraine. Und wer diese tapferen Kämpfer beleidigt, der wird ab jetzt strafrechtlich verfolgt. Ob es eine Beleidigung ist, wenn man die Wahrheit sagt? Die Ukrainische Aufstandsarmee [UPA] arbeitete mit den Nazis zusammen, war beim Polen- und Juden-Abschlachten ganz vorne dabei und hat sich im Kampf gegen die Rote Armee wirklich viel Mühe gegeben.

Doch Petro Poroschenko, Chef des Kiewer Putschregimes, ist nicht der einzige tapfere Vigilant im Dienste der gnadenlosen Merkel. Ganz vorn unter den Russenjägern ist die DGAP. Die "Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik" ist der Hochkaräter unter den Fabriken bei denen Angela Merkel denken lässt. Dort hat jüngst einer dieser Vordenker der Frau Merkel ein Papier vorgekaut, das einen "langfristigen Politikwechsel" in Russland vorsieht. Und was meint dieser Kriegsfreiwillige Stefan Meister: "Einzig Stärke ist die Sprache, die Russlands Präsident versteht." Und weiter: "Mit dem aktuellen russischen Regime ist kein echter Politikwechsel möglich ... und nur Regimewandel kann echte Veränderung bringen." Wer im offiziellen Sprachgebrauch von der "Regierung" zum "Regime" abgestiegen ist, der muss einfach gechanged werden: Das kennt man aus Libyen. Neulich bei der DGAP: Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, hatte den dortigen Denkern aus dem Herzen der Frau Merkel gesprochen: Deutschland habe nun mal die "Rolle einer europäischen Orientierungsmacht". Orientierung muss sein. Auch in Russland. Ist das klar?

So einem wie dem Hans Rühle – der war lange Chef des Planungsstabes im Verteidigungsministerium und verdiente sein Geld danach in Leitungspositionen bei der NATO – ist das alles klar. Den ließ jüngst DIE WELT von der Leine: "Der Bundeswehr fehlt für den Kampf gegen den russische Panzer T 90 wirksame Munition." Na klar, das Raketensystem kann nicht allein nach Putin jagen. Und weil der neue Russen-Panzer irgendwie gut gepanzert ist und auf dem Weg nach Moskau einfach im Weg steht, braucht die Bundeswehr dringend die "Urankern-Munition". Rühle hat sich die "Secretary of Defense Medal for Outstanding Public Service" des US-Verteidigungsministeriums redlich verdient: Ausserordentliche öffentliche Dienste für die USA leistet er gern und immer. Auch wenn hier die öffentliche Dienstleistung ein wenig nach Straßenstrich klingt: Der Mann redet nicht über eine beliebige Lustseuche, er quatscht haltlos über atomar verseuchte Munition. Aber da unsere Freunde in den Irak-Kriegen von 1991 und 2003 mindestens 400.000 Kilogramm Uranmunition verschossen haben, sind wir jetzt auch mal dran.

Als Frau Merkels Schwester im Geiste, die schwer bewaffnete Ursula von der Leyen, im April im Baltikum war, hat sie den Litauern schon mal ein Dutzend Panzerhaubitzen sowie Hilfe beim Erwerb von Transportpanzern für deren unermüdlichen Kampf gegen die Russen zugesagt. Das reicht natürlich als Flankenschutz für die Ergreifung Putins nicht aus. Deshalb wünschen sich die Balten jetzt sehnlichst 1.000 echte NATO-Soldaten. Auch die Türken werden bei der Ergreifung Putins eine Rolle spielen müssen. Denn der Vor-Kriegsberichterstatter der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, Daniel Brössler, stellt zum NATO-Außenminister-Treffen in Antalya sachkundig fest: Die "Türkei liegt in Nachbarschaft zu den Krisenregionen der Ukraine". Stimmt, von Istanbul bis Kiew sind es nur 1.056 Kilometer. Wahrscheinlich deshalb will sich die friedliebende Türkei an der neuen NATO-Eingreiftruppe beteiligen. Ob im Zuge der Anschaffung des neuen Raketen-Systems MEADS die deutschen Patriot-Raketen in der Türkei abgelöst werden, weiß man nicht. Was man sicher weiß: Angela Merkel wird keine Ruhe geben, bis Putin gechanged ist. Oder wie immer die Vokabel für die völkerrechtswidrige, bewaffnete Einmischung in die Angelegenheiten anderer Völker auch heißen mag.

Uli Gellermann | rationalgalerie

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