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Syrisches Blut an Obamas Händen
23|06|2015



Was so intransparent erscheinen soll ist inzwischen immer durchsichtiger, die globale Wirtschafts-Expansionspolitik der USA mit Hilfe von Kriegen.

Auch deutsche Beihilfe zum Mord ist strafbar

Fröhlich bleckte Frau von der Leyen die Zähne in Polen: "Eine angemessene defensive Maßnahme", nennt sie die Stationierung von US-Kampfpanzern und anderem schweren Kriegsgerät der amerikanischen Armee in Polen und dem Baltikum. Die Merkel-Freunde schieben die Frontlinie immer näher an Russland heran. Und die von der Leyen will die blutigen Hände Obamas nicht wahrhaben und nicht die Blutspitzer auf der eigenen Bluse. Doch jeder, der mit den USA paktiert besudelt sich. Erneut und wieder in Syrien. Denn seit Mai verschärft das Interventions-Regime in Washington die mörderische Lage für die Syrer erneut: Die US-Armee will weitere 5000 syrische Söldner für den Kampf in deren kaputtem Land ausrüsten und ausbilden. Nur 500 Millionen Dollar soll die wachsende Qual syrischer Zivilisten kosten. Syrer bringen Syrer um: Das neue US-Gewinnspiel. Was mag der einzelne tote Syrer kosten? Lächerliche 100.000 Dollar? Wie lange kann man davon eine syrische Familie ernähren? Die Gewinner in den Chefetagen des Rüstungskomplexes sabbern schon in Vorfreude.

Wer sich, anders als die hämisch grinsende von der Leyen, an den Beginn des Syrien-Krieges erinnern mag, der erinnert den Beginn einer Oppositionsbewegung Anfang 2011. Es kam zu bewaffneten Zusammenstößen zwischen der Opposition und der Regierung. Das Muster war aus Libyen bekannt: Ähnlich wie dort war und ist der syrische Staat aus einer Vielzahl unterschiedlicher Volks- und Religionsgruppen gebildet. Wer wissen wollte, was eine Einmischung von außen auslösen würde, musste nur nach Libyen schauen: Tod und Zerstörung. Schneller als die Toten der "Demokratisierung" begraben waren, bliesen die Willigen in den Medien und die Speichelnden auf deutschen Regierungsrängen zur Hatz auf Syrien, dessen Regime nicht demokratisch war, das aber seine vielen Minderheiten vor dem religiösen Hass schützte.

Noch schneller hatten sich die Hetzhunde der USA, die Saudis, die Katari und andere, die von Demokratie so viel wissen wie der Strichjunge von der Liebe, zum Zerfleischen der Beute zusammen gefunden. Selbst im scheinfriedlichen Deutschland wurde im Think Tank der Bundesregierung eilfertig an Plänen für eine syrische Nachkriegsordnung gebastelt. Der lupenreine türkische Demokrat Erdogan mischte natürlich mit: Unter dem Schutz deutscher Patriot-Raketen, sollte ein Stück syrischen Fleisches aus dem Leib des Nachbar-Landes gerissen werden. Auch das Apartheid-Land Israel, das seit seit 1967 wiederrechtlich die syrischen Golan-Höhen besetzt hält, witterte Blut: Mal bombte der vorgeblich jüdische Staat syrisches Gebiet, mal beschoss er Syrien nur mit Granaten. - Mehr als 220.000 Tote zählt man bisher im Ergebnis des Krieges. Wenn man denn noch zählen kann.

Nicht selten beneiden die Lebenden die Toten: Mehr als vier Millionen Syrer sind aus ihrem Land geflohen. Rund 6,5 Millionen Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht. Hunger, Elend und Krankheit suchen das Land heim, dessen größte Heimsuchung USA heißt. Denn die letzte verbliebene Supermacht - die in Syrien den Russen einen Militärstützpunkt neidet, obwohl sie doch hunderte solcher Stützpunkte in aller Welt besitzt - könnte dem Krieg ein Ende machen: Den Geldhahn für die sogenannten Rebellen zudrehen, den totalitären arabischen Regimes ihre perverse Zuneigung entziehen, ihre Hetz-Hunde zurückpfeifen und mit dem Iran gemeinsam den "Islamischen Staat" zurückdrängen, jene islamistische Nachgeburt des Irak-Krieges, die von den US-Freunden in Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten durch Spenden gesäugt und groß gezogen wurde und wird.

Doch der US-Kriegsminister Ashton Carter - einer der sein dreckiges Gewissen auch schon mal der Investment-Bank Goldman Sachs zu Verfügung gestellt hat - sortiert lieber "Freiwillige" unter den Syrern, die aus Not und politischer Verwirrung heraus bereit sind, Blut-Dollars für den Kampf gegen das eigene Land anzunehmen. Denn die Freunde von Frau Merkel haben nur ein Lösung für den Krieg: Noch mehr Krieg. Die USA wollen nur Männer ausbilden, die sich verpflichten, sowohl gegen das Regime in Damaskus, als auch gegen die Dschihadisten des IS und der Nusra-Front zu kämpfen. Aber sie finden kaum jemanden dieser Sorte. Denn der Krieg in Syrien ist zunehmend religiös determiniert: Und sowohl der IS als auch die Nusra-Front scheinen zumindest religiös. Macht nichts, sagt der US-Generalstabschef Martin Dempsey: "Mit irgendjemandem müssen wir ja zusammenarbeiten." Der Mann hat schon im Irak eine tödliche Dosis US-Demokratie verbreitet. Und er hat die saudische Nationalgarde "modernisiert", ob er dabei das Steinigen von Frauen auf das Werfen von modernen Handgranaten umgestellt hat, ist unbekannt.

Wer sich mit den USA gemein macht, der besudelt sich. Wer sich zum US-Liebchen macht, wie Merkel und von der Leyen, der verkauft sich selbst und sein Land. Die Völker haben ein langes Gedächtnis. Mord verjährt nicht. Und auch Beihilfe zum Mord ist strafbar.

Uli Gellermann
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