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NABU startet Projekt „Saubere Luft in Häfen“
09|02|2013



Auch Wilhelmshaven wird zunehmend mit fossilen Schiffs-Emissionen eingedeckt.

Miller: Gefahr durch Luftschadstoffe für Umwelt und Gesundheit wird unterschätzt

Anlässlich des europaweiten „Jahres der Luft“ hat der NABU das Projekt „Clean Air in Ports“ [Saubere Luft in Häfen] gestartet. Ein Auftaktworkshop mit knapp hundert Fachvertretern aus Hafenwirtschaft, Reedereien, Behörden, Herstellern von Systemen zur Emissionsminderung sowie aus Landes- und Bundespolitik fand am Freitag in Hamburg statt. „Häfen sind nicht nur das Tor zur Welt, sie sind auch Einfallstor für massive Schadstoffbelastungen unserer Atemluft – dabei stehen wirksame, kosteneffiziente und unmittelbar wirksame Lösungen zur Verminderung krankmachender Feinstaubpartikel bereit“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Dies bestätigt der internationale Verkehrsexperte Dr. Axel Friedrich: „Dass seit Jahren entschiedene Maßnahmen zur Luftreinhaltung verschleppt werden, darf für die deutschen Häfen und dort ansässige Unternehmen keine Ausrede sein, nicht selbst aktiv zu werden – zum Schutz der Anwohner, aber auch weiten Teilen der Bevölkerung, denn Emissionen werden weit geweht.“



Trotz europaweit geltender Grenzwerte für Luftschadstoffe entspricht die Luftqualität in Deutschland und weiten Teilen der EU nicht den Werten, die die Weltgesundheitsorganisation [WHO] für gesundheitlich unbedenklich hält. Häfen tragen durch das hohe Transportaufkommen des Güter- und Personenverkehrs sowie eine Vielzahl an Fahrzeug- und Maschinentypen vom Containerschiff bis zum Gabelstapler entscheidend zur Luftverschmutzung bei. Die dort verursachten Feinstaub-Emissionen, aber auch große Mengen an Schwefel- und Stickoxiden schädigen Jahr für Jahr sensible Ökosysteme, sind mitverantwortlich für den Klimawandel und beeinträchtigen die menschliche Gesundheit.



„Epidemiologische Studien weisen auf das große Gesundheitsrisiko von Feinstäuben aus dem Schiffsverkehr hin. Unsere aktuellen Forschungsarbeiten zeigen damit übereinstimmend sehr hohe Belastungen von Schiffsdiesel-Feinstäuben mit gesundheitsschädlichen Stoffen. Im Rahmen des virtuellen Helmholtz-Institutes „HICE-Aerosols and Health“ werden derzeit Untersuchungen zur Wirkung von Schiffsdieselpartikeln auf menschliche Lungenzellen durchgeführt. Dabei zeigen erste Ergebnisse vergleichsweise starke Effekte durch die Partikel aus Schiffsdieselabgasen“, so Prof. Dr. Ralf Zimmermann von der Universität Rostock und dem Helmholtz-Zentrum München sowie Leiter von HICE. „Aus unserer Sicht sollten Häfen umgehend für eine Minimierung unnötiger Schiffsemissionen, zum Beispiel durch Landstromanschlüsse sorgen.“



Bei insgesamt sechs Workshops in europäischen Hafenstädten wie Danzig und Kopenhagen will der NABU mit Experten diskutieren, Anregungen sammeln, „Best-Practice“-Beispiele zusammentragen und sich gemeinsam mit den Beteiligten über die lokalen Möglichkeiten und Hindernisse zur Verbesserung der Luft austauschen. „Der NABU will nicht nur die Probleme der Luftverschmutzung beim Namen nennen, sondern auch an der Entwicklung und Verbreitung wirksamer Instrumente und Techniken zur Reduzierung der Schadstoffbelastung beitragen“, sagte NABU-Verkehrsexpertin Julia Balz.



Das NABU-Projekt zu sauberer Luft in Häfen ist Teil des EU-geförderten LIFE+ Projekt „Clean Air“, das neun weitere Umweltverbände in fünf europäischen Ländern zusammen durchführen.

Quelle: NABU


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