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Küstenschutz in Wilhelmshaven »NLWKN nimmt ehemalige Hafenzufahrten in den Blick«



Kriegserinnerungen, aber auch ein Schildbürgerstreich kennzeichnen die Molenköpfe bis heute und üben eine hohe Anziehungskraft auf Besucher aus.

09-10-2019 – Instandsetzungsarbeiten im Bereich der dritten Hafeneinfahrt starten Mitte Oktober

Einst passierten sie Großkampfschiffe - heute tragen sie vor allem zu einer höheren Deichsicherheit bei: Die vor dem Hauptdeich liegenden vier Molen der ehemaligen zweiten und dritten Hafeneinfahrt spielen für den Küstenschutz im Raum Wilhelmshaven eine wichtige Rolle. Um die vom Verfall bedrohten Bauwerke langfristig zu erhalten, plant der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz [NLWKN] ab Mitte Oktober umfassende Instandsetzungsarbeiten.

Auslöser der Maßnahme ist eine im Jahr 2015 durchgeführte Bauwerksprüfung an den Anlagen, die nach der Verschließung der beiden Einfahrten nach dem Zweiten Weltkrieg ins Eigentum des Landes Niedersachsen übergegangen sind. Die in die Jade hineinreichenden Molen dienen in diesem Deichabschnitt heute als Stromabweiser mit Buhnenfunktion. "Die Überprüfungen ergaben, dass an allen vier Molen Handlungsbedarf in verschiedener Form besteht", erläutert Jan Krakowski, zuständiger Projektingenieur beim NLWKN in Wilhelmshaven. In den vergangenen Jahren seien deshalb bereits kleinere Instandsetzungsarbeiten an den Molen durchgeführt worden.

Im Rahmen der nun bevorstehenden umfangreicheren Bauwerkssicherung rückt ab Mitte Oktober zunächst die Nordmole der ehemaligen dritten Einfahrt in den Blick. "Hier sind große Schadensbilder an der seitlichen Bauwerkssicherung zu erkennen, die es zu beheben gilt", so Krakowski. Die bestehende seitliche Bauwerkssicherung besteht aus einem Stahlspundwandkasten, welcher mit Beton aufgefüllt und mit Basaltsäulen aufgemauert sowie mit vollvergossenen Wasserbausteinen abgedeckt worden ist. "Diese Wasserbausteine sind zum Teil herausgebrochen oder liegen locker. Es bilden sich zudem Risse in der gesamten Steinabdeckung und Abbruchkanten entlang der Spundwandeinfassung", beschreibt der NLWKN-Experte den schlechten Zustand der Sicherung an der in den 1910er Jahren errichteten Anlage.

Die zum Teil großflächigen Schadstellen im Bereich der seitlichen Bauwerkssicherung müssen beseitigt werden, damit die Stabilität des Bauwerks weiter gewährleistet ist. In den kommenden Wochen werden hierzu die betroffenen Bereiche in der Abdeckung umfassend zurückgebaut. Anschließend soll die Abdeckung mit neuen Wasserbausteinen wiederhergestellt und mit Spezialbeton vergossen werden. Ein Abschluss der Arbeiten ist für den November vorgesehen. "Wie bei allen Maßnahmen im Tidebereich können ungünstige Tide- und Witterungsverhältnisse zu einer Verlängerung des Ausführungszeitraumes führen", betont Jan Krakowski.

Während der Bauzeit wird die Nordmole aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit komplett gesperrt. Für die Anlieferung der erforderlichen Geräte und Materialien muss zudem der an das Bauwerk angrenzende Deichsicherungsweg genutzt werden. Der NLWKN wirbt in einer Pressemitteilung um Verständnis dafür, dass es auch hier zu Beeinträchtigungen kommen kann.

Finanziert wird die Küstenschutzmaßnahme durch Haushaltsmittel des Landes Niedersachsen. Insgesamt investiert das Land rund 70.000 Euro in die Instandsetzung der Nordmole der ehemaligen dritten Hafeneinfahrt.

Quelle: Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz [NLWKN]


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