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Wehe, Sie wollen oder müssen Ihren
Riester-Rentenvertrag abbrechen …
08|11|2008



Immer wieder in der Kritik: Die Riester Rente [Bildausschnitt: Screenshot sueddeutsche.de]

„Die Summe aller Beiträge beläuft sich auf stolze 1293 €. Lediglich 38% bekomme ich ausgezahlt – das sind 493,91€ - und 62% behält die Bank für sich“, berichtet uns einer unserer Leser über seine Erfahrungen mit einer Riester-Rentenversicherung. Hier der Bericht seiner praktischen Erfahrung.

Heute bekam ich die Bestätigung meiner Kündigung der Riesterrentenversicherung und war so dermaßen überrascht, oder viel mehr in meiner Erwartung bestätigt, dass ich meinen Fall Ihnen mitteilen wollte.

Zur Vorgeschichte: Ende 2004 schloss ich bei der R+V eine Riesterversicherung ab. Da ich Student bin, wollte ich nicht so viel Beitrag zahlen, und entschied mich dafür, bei lediglich 25€ pro Monat zu beginnen - wie sich später herausstellen sollte, eine weise Entscheidung! Den Beitrag sollte ich mit dem Ablauf eines Jahres geringfügig erhöhen und damit auch den zukünftigen Ertrag steigern.

Nachdem ich auf Nachdenkseiten.de einen Artikel zu den vernichtenden Zahlen der Riesterrente gelesen hatte, beschloss ich mal die versprochenen Zahlen der Bank bei Seite zu legen und mal genauer nachzurechnen. Ausgehend von dem garantierten Rückkaufswert, stellte ich fest, dass ich mehr einzahlen würde, als am Ende heraus kommen würde. Es wäre nicht einmal ein Inflationsausgleich drin gewesen. Garantierter Rückkaufwert darum, weil alles andere ja unverbindlich war seitens der Bank und die dort aufgezählten Traumsummen nur bei ständigem Wachstum zu erreichen gewesen wären. Dass es kein unendliches Wachstum gibt, wissen wir ja alle.

Ich beschloss daraufhin, diese Versicherung zu kündigen. Nach nun vier Jahren endet der Vertrag und man teilte mir heute mit, welchen Betrag ich auf mein Konto überweisen bekommen werde. Man sprach mir einen Betrag von 551,11€ zu! Darin enthalten sind „satte“ Überschüsse von 0,68€. Außerdem behielt die Bank einen Beitrag in Höhe von 57,88€ für sich. Am Ende also bekomme ich einen Betrag von 493,91€ überwiesen.

Jetzt habe ich mal nachgerechnet, wie viel Geld ich denn in den letzten Jahren eingezahlt hatte. Die Summe aller Beiträge beläuft sich auf stolze 1293€. Lediglich 38% bekomme ich ausgezahlt und 62% behält die Bank für sich. Welch ein Verlustgeschäft.

Zum Glück habe ich nur einen kleinen Betrag eingezahlt und den Spuk rechtzeitig beendet, so dass sich der Verlust in “Grenzen” hält. Dennoch ist es schon beachtenswert, wer bei so einem Vertrag wirklich die Gewinne verbucht und warum die Politik gedrängt wurde, die staatliche Rente zurück zu fahren und die Bürger zu ermutigen/zu zwingen sich privat zu versichern.

Überhaupt frage ich mich, dass ein solcher Verlust rechtens ist. Sicherlich sind die Verträge wasserfest und man kommt da gegen nicht an. Bitte warnen Sie Ihre Leser weiterhin davor, diese Verlustverträge abzuschließen und sich nicht von den Versprechungen der Banken blenden zu lassen.
Paul C.

P.S. AM: Es gibt eine Form der Aus-Nutzung der Riester-Förderung, bei der man zumindest in der Ansparphase nicht mit derartigen Kosten und Abzügen belastet wird: der Banksparplan. Dieses Produkt wird aber nur von wenigen Instituten ohne Abzüge angeboten, unter anderem von der Sparkasse Pfullendorf - einer Art Pionier.

Mit diesem Hinweis nehmen wir nichts zurück von unserem Urteil über die Riester- und Rürup-Rente:
gesellschaftspolitisch ein Wahnsinn. Aber aus der Sicht des Individuums kann man verstehen, wenn jemand sagt:
als Steuerzahler bezahle ich für den Wahnsinn dieser Fördererrente, dann nehme ich wenigstens auch die Förderung mit, wenn mir dabei keine oder nur sehr geringe Kosten entstehen. Im zuvor geschilderten Fall unseres Lesers lohnt es sich trotz Förderung nicht.

Verantwortlich: Albrecht Müller

Quelle:
www.NACHDENKSEITEN.de
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