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Kein Ausstieg aus dem Kükentöten, sondern fauler Kompromissvorschlag



Wenn man schon Tiere ißt, sollte man auch den Respekt vor deren Leben bewahren und keine Ware draus machen.

18|12|2019 | Geflügel-Lobby rechtfertigt grausame Praxis mit Verweis auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Bislang wollte sich die Geflügel-Lobby in den Verhandlungen mit Bundesagrarministerin Julia Klöckner nicht auf einen Ausstieg aus dem Kükentöten einlassen – jetzt bereitet sie einen ganz und gar faulen Kompromiss vor, wie die Verbraucherorganisation foodwatch kritisiert. Dem Entwurf eines Lobby-Papiers zufolge, das foodwatch am Dienstag öffentlich machte, will der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft [ZDG] zwar ein vorgeblich vollständiges Ende des Kükentötens ab Anfang 2022 als Ziel ausgeben – dabei bezieht er sich jedoch nicht mehr auf alle Eier, sondern nur noch auf den Bereich der Schaleneier, also der unverarbeitet in den Handel kommenden Eier. Für andere Eier, die zum Beispiel in der Lebensmittelindustrie weiterverarbeitet werden, nennt der Verband dagegen kein Zieldatum für einen Ausstieg. Demnach sollen nach dem Willen des ZDG Millionen männlicher Küken auf unbestimmte Zeit weiter unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet werden. Mit dem Papier-Entwurf lotet der ZDG nach Informationen von foodwatch im Vorfeld weiterer Verhandlungen mit Ministerin Klöckner aus, ob er Zustimmung für diesen Vorschlag erhält.

In einem zweiten, "Faktensammlung" überschriebenen Papier benennt der Verband die weit zurückliegende "Ausrichtung der Geflügelzucht" als Ursache für die Praxis des Kükentötens – und rühmt den "positiven Beitrag zum Klimaschutz" und "zur Verbesserung der Nachhaltigkeit", den diese Politik gebracht habe. Schließlich sei durch die Hochleistungszucht eine bessere "Futterverwertung" der Hühner erreicht worden und die Tiere könnten länger als Legehennen genutzt werden, wohingegen so genannte Zweinutzungshühner "weder wirtschaftlich noch nachhaltig" seien. foodwatch kritisierte, dass der Verband damit nicht nur eine grausame Praxis wie das millionenfache Kükentöten wie ein Kollateralschaden verniedliche, sondern auch andere Effekte der verfehlten Hochleistungszucht unter den Teppich kehre: etwa die massiven Knochenbrüche bei Legehennen, die so viel Kalzium zur Produktion von Eierschalen einsetzen, dass es ihnen für den Knochenbau fehlt.

"Die Geflügelwirtschaft will das Kükentöten noch bis zum Sankt-Nimmerleinstag fortsetzen, weil es für sie die billigste Lösung ist. Dabei auch noch die Karte Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu spielen, ist nur noch pervers. Julia Klöckner muss die Frage beantworten, weshalb sie noch immer bei derart scheinheiligen Verhandlungen um einen freiwilligen Ausstiegstermin mitspielt, anstatt das Kükentöten endlich per Gesetz zu verbieten – im Koalitionsvertrag hatte sie schließlich versprochen, dass 2019 Schluss ist", erklärte foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. "Frau Klöckner drückt sich und setzt immer weiter auf freiwillige Lösungen, von denen sie genau weiß, dass sie nicht kommen. Die Ministerin darf sich nicht länger von der Geflügelwirtschaft auf der Nase herumtanzen lassen, sondern muss besser in Wochen als in Monaten ein gesetzliches Verbot des Kükentötens auf den Weg bringen."

Zuletzt hatte Ernährungsministerin Julia Klöckner der Geflügel-Branche einen Stufenplan vorgelegt, dem zufolge die Zahl der getöteten männlichen Eintagsküken bis Ende 2019 um 20 Prozent, bis Ende 2020 um 50 Prozent reduziert und bis Ende 2021 ein vollständiger Ausstieg erreicht werden soll – alles freiwillig. Davon wollte der ZDG jedoch zunächst nichts wissen, sagte allenfalls einen 50-prozentigen Ausstieg zu einem späteren Termin zu. In dem Entwurf des neuen Lobby-Papiers heißt es nun: "ZDG setzt sich als Ziel, ab 1.1.2022 bei der Produktion von Legehennen zum Zweck der Erzeugung von Schaleneiern in Deutschland auf das Töten von Hahnenküken zu verzichten." Damit greift der Verband die Zielmarke der Ministerin sprachlich auf – schränkt sie aber wesentlich ein, indem nur die so genannte Schaleneierproduktion adressiert ist. Dem Verbandspapier zufolge beträfe dieser Kompromiss lediglich 26 Millionen männliche Küken pro Jahr – insgesamt werden jedoch nach Angaben der Bundesregierung jedes Jahr bis zu 45 Millionen Küken getötet.
Bereits mit ihrem Verhandlungsangebot verstieß die Ministerin gegen den Koalitionsvertrag. Darin hatten Union und SPD unmissverständlich vereinbart: "Das Töten von Eintagsküken werden wir bis zur Mitte der Legislaturperiode beenden." Die Mitte der Wahlperiode war im Herbst 2019 erreicht. Frau Klöckners Vorgänger Christian Schmidt hatte den Ausstieg sogar bereits für 2017 versprochen. In seinem Urteil vom 13. Juni 2019 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass das Töten männlicher Küken zwar nicht mit dem Grundsatz des Tierschutzes vereinbar ist, übergangsweise jedoch noch fortgesetzt werden darf.
foodwatch kritisierte, dass Frau Klöckner ausschließlich auf technische Verfahren setzt. Am Grundproblem ändere sich nichts, wenn im Brut-Ei das Geschlecht bestimmt würde und männliche Küken nicht auf die Welt kämen. Auch die Legehennen litten massiv an der Hochleistungszucht, so die Verbraucherorganisation. Statt auf Geschlechterselektion zu setzen, müsse sich Bundesagrarministerin Julia Klöckner daher für ein Ende der einseitigen Hochleistungszucht einsetzen. Die Verwendung von sogenannten Zweinutzungs-Hühnern, die sowohl für die Eierproduktion als auch für die Mast geeignet sind, wäre eine gute Alternative. Diese Tiere sind gesundheitlich weniger anfällig und auch die Hahnenküken können als Nutztiere eingesetzt werden.

Zudem verlängere ausgerechnet die Fokussierung der Politik auf Techniken zur Geschlechterbestimmung im Ei das Kükentöten, so foodwatch. Dass solche – massiv von der Bundesregierung geförderten – Verfahren in absehbarer Zeit marktreif sein könnten, sei für das Bundesverwaltungsgericht der Grund gewesen, das Kükentöten übergangsweise noch weiter zu erlauben.

Quelle: foodwatch


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