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Nichtregierungsorganisationen verlassen aus Protest die Klimakonferenz in Warschau
22|11|2013



Die Rauchzeichen der Industrie sollen uns anscheinend noch lange erhalten bleiben und damit auch die exorbitante Umweltbelastung.

Einfluss der Industrie inakzeptabel

Aus Protest gegen das schleppende Vorankommen und die gleichzeitige Dominanz von Wirtschaftsinteressen bei den Klimaverhandlungen in Warschau verlassen heute Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt, darunter der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland [BUND], Greenpeace, WWF und Oxfam, die Klimakonferenz.

"Die verantwortungslose Untätigkeit der Regierungen angesichts der schon heute dramatischen Ausmaße des Klimawandels hat uns keine andere Wahl gelassen. Mit unserem Boykott wollen wir auf den in dieser Form noch nie dagewesenen Einfluss der Wirtschaftsverbände auf den Klimaschutzprozess aufmerksam machen. Die fossile Industrie hat die Klimakonferenz in Warschau okkupiert und macht es damit unmöglich, im Klimaschutz voranzukommen", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Die Industriestaaten kämen ihrer Verantwortung für den Klimawandel und die dadurch verursachten Schäden in den Entwicklungsländern in keinster Weise nach und seien damit hauptverantwortlich für den Stillstand der Verhandlungen. Weiger: "Die Regierungen der Industriestaaten und auch die deutsche Regierung lassen sich inzwischen fast ausschließlich von den Interessen der großen fossilen Energieunternehmen leiten. Die polnische Regierung hat der Kohlelobby geradezu einen roten Teppich zu den Verhandlungen ausgelegt. Die kurzsichtige Politik der Industriestaaten hat unendliches Leid von Millionen von Menschen vor allem in den Entwicklungsländern zur Folge. Diese Ungerechtigkeit muss endlich ein Ende haben."



Zwar halte der BUND grundsätzlich an dem Prozess der internationalen Klimaverhandlungen und dem Ziel des Abschlusses eines internationalen Abkommens ab 2015 fest. Um jedoch das Vertrauen in die internationale Klimadiplomatie wieder herzustellen und das Zustandekommen tragfähiger Ergebnisse zu ermöglichen, müsse der Lobbyismus der Wirtschaft auf die UN-Verhandlungen drastisch eingeschränkt werden.



Weiger: "Wir werden unseren Protest gegen den Einfluss der großen Energiekonzerne auch auf die deutsche Politik jetzt weiter verstärken. Bewegungen auf lokaler Ebene für eine ökologische und sozial gerechte Energiewende werden wir noch deutlicher unterstützen."

Quelle: BUND


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