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Pimp my Stadthalle, weil, ich bin Oberzentrum
18|06|2012



Viel zu alt und längst nicht mehr marktgerecht: Die Stadthalle von Wilhelmshaven.

Wie man ein Fass ohne Boden als Sparmassnahme Ratsmitgliedern und Bürgern schmackhaft macht.

Wenn nichts mehr hilft, dann hektische Ideen, die so logisch klingen, dass man sämtliche Zweifel "über Bord" wirft.

Die Wilhelmshavener Stadthalle, so hört man es oft, wenn man sich um deren Vergangenheit bemüht, sei von Anfang an eine Notlösung gewesen. Nachdem eine ganz andere Bauidee mit Penthouse-Wohnungen und Fahrstuhlschächten rund um das Gebäude nicht zu vermarkten war, wurde in einer Art Schnellschuss eine Stadthalle geboren.

Die Fahrstuhlschächte riss man gleichzeitig mit ihrem Bau wieder ab, verstärkte die Decke zwischen Tiefgarage und Erdgeschoss, damit das Warensortiment eines Supermarktes nicht plötzlich in den Keller rauschte - fertig war die Stadthalle.

Damals, zu Zeiten des "Dreckigen Sumpfes", plante und realisierte man Leuchtturmprojekte nach Gutdünken, ganz ähnlich, wie heute.

Anstatt sich aus der Vergangenheit zu befreien und einmal über vergangene Sünden so richtig nachzudenken, konstruiert man Schnellschüsse, die dem Rat, kurz vor einer Sitzung mit abschliessender Abstimmung gereicht werden, so, wie in der vorhergehenden Amtsdekade mit dem damaligen Stadtoberhaupt Eberhard Menzel.

Jetzt, wenige Monate vor den Klausurtagungen holt man noch ´mal so richtig aus und plant die Stadthalle zu kaufen, denn unterm Strich spart man Geld für die noch laufenden Mietzahlungen von über 1ner Million Euro pro Jahr und Einnahmen von ca 300.000 Euro, wohlgemerkt ohne die Kosten zu erwähnen, mit der man für die in die Jahre gekommene Stadthalle wirbt.

Die Aussichten sind denkbar schlecht und schon mit einem Gutachten aus der "ghh-consult" bewies man sich förmlich, dass sie keiner so richtig lieb hat, dieses hässliche Gebäude, eine der Wilhelmshavener Bausünden:
Zitat: " Unter 200 in Wilhelmshaven und der näheren Umgebung ansässigen Einzelhändlern und Dienstleistern wurde im März/April 2006 von ghh consult in Abstimmung mit der WFG eine Befragung zum Jade-Zentrum und zu den bestehenden Mietverhältnissen und deren Konditionen durchgeführt ...
... Der Rücklauf war mit 6% schwach und damit bereits ein Indiz dafür, dass das Jade-Zentrum für Anbieter im Bereich eines klein strukturierten Einzelhandels als Standort keine ausreichende Attraktivität besitzt. Aus den Antworten und Aussagen der antwortenden Firmen konnte unter Vermietungsgesichtspunkten kein nachhaltiger Bedarf für das Jade-Zentrum abgeleitet werden. ... "
[Quelle: ghh-consult -Gutachten | 09-06-2006]

Auch Hannover hat mit dem Ihme-Zentrum eine Bausünde, die man an Haliburton verschachern wollte, eine der größten Rüstungsfirmen der Welt. Man scheiterte grandios trotz bestens justierter Gutachten und nun sitzen sie da, die Mieter und dürfen alles aus eigener Tasche bezahlen und einen maroden Betonklotz unterhalten.

Die Wilhelmshavener Poltiprominenz versucht man nun zu überzeugen, dass man das, was man sich 2006 bewiesen hat, dass keiner die Stadthalle haben möchte, nochmal beweisen will - ein typisches Rezept für das Oberzentrum mit tiefem Fahrwasser und schwächelnden Leuchtturmprojekten, eine Hartnäckigkeit, die dazu führt, das ein ruinöser Haushalt noch eine Steigerung ins Minus erfährt - sind ja nur Steuergelder.

Mit dem Bau eines Nobel-Hotels schuf man praktisch die innerstädtische Konkurrenz und grub so Potential für Kongresse ab, d. h. man verringerte die Tage der Nutzungsdauer einfach ´mal selbst - Politstrategen erster Garnitur eben!

Aber hier in Boomtown, feiert man Erfolge schon weit vor Realisierungen, auch wenn oppositionelle Schwarzweiss-Blätter einen gut recherchiert auszählen:
Zitat: " ... Sind die von ghh und Stadt erwarteten 300 Tagungsveranstaltungen jährlich im Jadezentrum realistisch?

Im Eröffnungsjahr 1979 kam die Stadthalle auf 159 Veranstaltungen an 326 Veranstaltungstagen mit 146.000 Besuchern, mit einer Steigerung im Folgejahr.

Ab dann fielen die Zahlen - nicht linear, aber signifikant - nach unten ab.

1986 war noch mal ein Rekordjahr mit 186 Veranstaltungen.

Ab Mitte der 90er Jahre pendelte sich die Zahl der Veranstaltungen im zweistelligen Bereich ein, auch die „Expo am Meer“ im Jahr 2000 brachte nicht den Durchbruch.

2004 waren es schließlich nur noch 44 Veranstaltungen mit knapp 38.000 BesucherInnen. ... "
[Quelle: Gegenwind | 2007]

Zu den Millionen, die man für dem Kauf der Stadthalle über einen Nachtragshaushalt und somit einem Kredit aufwenden muss, in dem schon mehrere Millionen stehen, gesellen sich auch noch weitere Investitions- und Unterhaltungskosten, die man sich mit höchst anzunehmender Wahrscheinlichkeit wieder schön klein gerechnet hat und deren Volumen dann ganz plötzlich wieder anschwillt.

Mitgehangen - mitgefangen würde das dann wieder bedeuten und es gäbe wie bei vielen Projekten wieder ´mal kein Zurück.

So definiert man in Wilhelmshaven das Wort "sparen" - man gibt einfach noch mehr aus.

Alternativen gäbe es, wenn man z. B. die Südzentrale mit auf die Investitionsliste setzen würde. In der Bürgerinitiative zum Erhalt des dem Verfall preisgegebenen und architektonisch höchst wertvollen Gebäudes ist der neue Oberbürgermeister Andreas Wagner doch Mitglied, um etwas aktiv zu verändern - oder etwa nicht? An dieser Stelle könnte er sich doch endlich einmal richtig profilieren oder ist es wieder einmal ein leeres Versprechen zuviel, wie z. B. das, dass er Bürgermeister aller Wilhelmshavener sein möchte?

Wie dem auch sei, es scheint so zu sein, wie es ist, man lügt sich lieber selbst in die eigene Tasche und alles bleibt so wie es ist, Seilschaften eingeschlossen, die Wilhelmshaven daran hindern, das es sich überhaupt nachhaltig entwickeln kann.

Man sollte auch einmal den Mut aufbringen und über einen Abriss der hässlichen Stadthalle nachdenken, anstatt mit angeblichen Sparmassnahmen Bauruinen zu "pimpen".

Ganz vorher, so unsere Empfehlung, sollte man aber ´mal grundsätzlich über ein städtisches Gesamtkonzept nachdenken, etwas, das man schon lange ins Auge gefasst hat und mit einer Regelmässigkeit unter den Tisch kehrt, dass einem Angst und Bange werden kann, in einem Oberzentrum, das in Wirklichkeit nur auf dem Papier zu existieren scheint.


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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