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Schon wieder ein Stück Ernüchterung
24|03|2010



Da fahren die Trecker Erde und Sand ab was das Zeug hält - und wofür?

Letzte Woche kam wieder so ein ernüchternder Bericht über die Weltwirtschaft, der die neuesten Tendenzen für Regionen oder Städte aufzeigte, die sich an die Weltwirtschaft mit Hilfe von Häfen ankoppeln wollen.

Der Bericht ist so gravierend und bestätigt nochmals die Hafenkritiker und untermauert die unkoordinierte Arbeit einer Hafenlobby, die nicht müde wird, immer mehr Geld für die Unterstützung zur Unterstützung der maritimen Wirtschaft aus Steuermitteln herauszupressen.

Das ist so ähnlich wie in den Lobbyverbänden der Krankenkassen in den USA, die sich gegen die Gesundheitsreform von Obama mit Verfassungsklagen wehren wollen, damit sie weiterhin Patienten ablehnen können, um ihre Profite zu maximieren, Profite für einige wenige.

Die Grünen ziehen mit der Gründung ihrer Landesarbeitsgemeinschaft „Häfen und Schifffahrt“ wenigstens teilweise eine Strich unter ein unglückliches Kapitel zielloser Hafenbau zur Subventionierung der Bauunternehmen, die teilweise gegen ihre Auftraggeber klagen, um Geld nachzufordern.

Das "heute Journal" vom ZDF gibt ein ernüchterndes Lagebild vom so rentierlichen Hafenprojekt, dass dem ein oder anderen realistisch gebliebenen Steuerzahler den Atem verschlägt.

Hier einmal stichwortartig der zusammengefasste Inhalt des kleinen Filmes [Flaute in der Schifffahrtsbranche]:

Massives Problem in der Wirtschaft.

Puls der Globalisierung schlägt bedrohlich langsam.

Die Frachtraten sind bis zu 90 Prozent gesunken.

Die Anzahl der Containerschiffe beträgt 4800, davon liegen z.Zt. 600 ungenutzt vor Anker

900 Containerschiffe befiinden sich im Bau und es zieht Überkapazität heran - die programmierte Pleite.

Die Stornokosten für die Schiffsbauaufträge sind fast so hoch wie der Bau selbst.

Die Schifffahrtskrise wird sich noch verschärfen, weil die georderten Schiffe abgenommen werden müssen.

Jedes zehnte Schiff liegt ohne Auftrag im Hafen.

Auch Anleger sind betroffen:
Nur noch ein fünftel des bisherigen Geldes stehen zur Verfügung.

Das ist besonders besorgniserregend, weil die maritime Wirtschaft eine tragende Säule der deutschen Volkswirtschaft ist.

Es geht um 400.000 Jobs und 75 Milliarden Euro Umsatz im Jahr.

14 Prozent der Arbeitsplätze auf deutschen Werften wurden im Jahr 2009 gestrichen.

Die Hafenwirtschaft holt z. Zt. noch nicht einmal die Fixkosten [Personal Hafenkräne und Infrastruktur] rein.

Umsteuern ist so schwierig wie bei einem Riesenfrachter

Seit einem Jahr wurden keine Schiffe mehr bestellt.

Zur vorhandenen Kapazität werden noch einmal 40 Prozent Kapazität hinzukommen.

Die Werften setzen auf neue Produkte, wie Off-Shore Spezialschiffe, benötigen dazu aber dringend Kredite.

Erst mit der Trendwende in der Weltwirtschaft wird es in der maritimen Schifffahrt wieder bergaufgehen.

Bundesregierung: Branche müsse selbst Wege aus der Krise finden.

Da muß sich die Hafenlobby jetzt gute Gründe zusammenformulieren, um eventuell doch noch mehr Gelder bekommen zu können. Die maritime Privatwirtschaft fordert nun das ein, was die Banken schon bekommen haben, eine Sanierung ihrer eigenen Unfähigleit, Kurzarbeitergeld war gestern.

Man hat versäumt, die Nachhaltigkeit mit in das Hafenbauprogramm mit aufzunehmen, was sich nun rächt. Diejenigen, die immer noch auf das Hafenprojekt setzen, werden sich geradezu lächerlich machen, wenn sie dieses Thema zum Kommunalwahlkampfthema Nr. 1 machen wollen.


Sinnbild für ein unkoordiniertes Milliardenprojekt, den JadeWeserPort, den man gar nicht braucht, ist der Einsturz der frisch errichteten Lärmschutzmauer, die man wieder abreissen muss, um sie noch einmal aufzubauen.

Ewiges Wachstum, d. h. der Glaube daran, hat sich als Irrtum erwiesen und geradezu symbolisch zu diesem Vorgang passt der Einsturz der Lärmschutzwand für das Europäische Naturschutzgebiet auf dem Voslapper Groden Süd.

Pfusch am Bau soll es sein und nun reisst man die "Mauer" wieder ein, die man erst ein paar Monate zuvor geschaffen hat, um sie wieder aufzubauen. Eine unvorhergesehene Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die den Steuerzahler angeblich keine geschätzten 1,5 Millionen Euro kosten soll, weil die Lärmschutzwand offiziell noch nicht abgenommen wurde.

In dieser Stadt reisst man ja auch ein Parkhaus ab, um zwei Supermärkte bauen zu können, d. h. ein Discounter bezahlt den Abriss und darf woanders in der Stadt bauen.

Wir leben in einer seltsamen Kommune, deren Verschuldung erst am Anfang ist und deren Politiker trotz des Niedergangs immer noch eher für die Erhöhung ihrer eigenen Bezüge plädieren, als bei sich selbst mit Sparmaßnahmen zu beginnen - Vorbildfunktion hilfe, da müßte ich mir ja einen ganzen Urlaub verkneifen und einen Monat mehr in diesem trostlosen Nest am seefischfreien Fahrwasser verweilen, um am üppigen Kulturprogramm teilhaben zu können!

In den Medien häufen sich die Berichte mit Nachaltigkeitsforderungen. In Wilhelmshaven scheint man davon nicht merken zu wollen, denn es ist ja so schön, wenn Lobbyisten das ewig gleiche Märchen vom rentierlichen Milliardenprojekt präsentieren und wie beim Kohlekraftwerk auch noch bauen dürfen.

Kohlekraftwerke stehen im unauflöslichen Widerspruch zum Klimawandel, meint Rainer Baake von der Deutschen Umwelthilfe. Frau Bauermeister von der FDP meint, damit könne man sich als Stadt sogar noch für einen Umweltpreis bewerben ... hmmm, wenn sie meint.

Passend zur forcierten Umweltverschmutzung in "Boomtown" fand man gutachterlich untermauert heraus, dass man noch eine Abwasserleitung unter dem Deich hindurch legen kann, um in den Jadebusen und das frisch erworbene Naturwelterbe Wattenmeer noch mehr zu belasten. Eine Leitung, durch die man auch Fäkalien pumpt, reicht für Wilhelmshaven eben doch nicht und was tut man nicht alles dafür, um den Banter See blaualgenfrei zu halten.

Liebe Politikerinnen, ein Naturwelterbe kann auch wieder aberkannt werden.

Die Liste der politischen Untaten auf Steuerkosten ist, bezogen auf Wilhelmshaven, schier endlos lang und sie wird von Tag zu Tag länger.

Die Bürger sollten aber nicht gänzlich verzweifeln, denn bis zur nächsten Kommunalwahl ist es nicht mehr lange hin.

Zwischenzeitlich sollten sie sich aber trotzdem wieder eimal darin üben ihre eigene Meinung zu sagen und schenken Sie denen ruhig einmal Gehör, von denen andere behaupten, sie seien Skandalisierer oder die Miesmacher und Nestbeschmutzer der wahren Ziele dieser einstmals so grünen Stadt am Meer, denn solche Vorbeter hatten wir schon einmal.

Bon chance!


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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