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Der schönste Busen Europas
18|10|2010



Manchmal kommt am Banter Siel, dort wo Wilhelmshaven seine Fäkalien ins Badewasser pumpt, richtig Romantik auf!

Woran denkt man, wenn man den Satz  >Blick auf den schönsten Busen Europas< hört oder liest? An ein üppiges, zur Miss Europa gekürtes Damen-Dekolleté?

Tja ... es könnte alles so nett, so schön und so angenehm und kuschelig sein in Wilhelmshaven, gäbe es da nicht diese böse Bürgerinitiative namens Kaiserliche KanalarbeiterInnen ...

Richtig nett, schön und angenehm war es nämlich bis zum 28. Juli 2006, danach war Ende mit der Guten Stube Wilhelmshavens, dem Südstrand ... Schluss mit Lustig an der Schokoladenseite der Stadt mit Blick auf den schönsten Busen Europas ...

Tja, dieser tolle Satz >Blick auf den schönsten Busen Europas< war die Überschrift für einen Bericht in der Wilhelmshavener Zeitung vom 08.05.2006 über die letzte unbeschwerte und so überaus glanzvolle offizielle Bade-Saisoneröffnung vom 6. Mai 2006 am Wilhelmshavener Südstrand. Nichts trübte damals die heitere Stimmung bei schönstem Sommerwetter ... und die Jade flutete ihren Busen ... und ... es ließen sich einige wenige Schwimmer nicht davon abhalten ... hier folgt die Interpretation des Autors: ... um in diesen guten Fluten nährstoffangereicherten Busens der Natur ein erfrischendes Fäkalbad zu nehmen ...

Der WZ-Redakteur muss seinerzeit wohl ein Träumer mit seherischen Fähigkeiten gewesen sein, als er berichtete, der Südstrand bleibe das Aushängeschild Wilhelmshavens ... und der Oberbürgermeister Eberhard Menzel habe seine Eröffnungsrede gehalten mit dem Hinweis auf die eben ach so gute Stube der Stadt ... und für den Chef der Jadesänger sei es keine Frage, dass der Südstrand die Schokoladenseite Wilhelmshaven sei ...  wie gesagt, da waren noch alle Beteiligten bestens gelaunt, bis dann Ende Juli 2006 die gute Laune an der guten Stube schokoladenseitig gegessen oder besser gesagt, abrupt verflogen war ...

Wenigstens aber diese eine ungetrübte Eröffnung der Badesaison 2006 wollte der Oberbürgermeister noch ungestört durchführen, bevor der bürgerinitiierte Sturm für Jahre losbrechend die beschauliche Heimatstadt klimatisch verwüsten sollte ... und auch der Herr Umweltdezernent Dr. Jens Graul hatte noch keinen Anlaß, sich über gewisse Einleitungen im Lichte der Medien sonnenbadend zu äußern. Alles war halt noch in allerbester Werteordnung in Wilhelmshaven, nichts störte, denn hier herrschte noch der unumstößliche Wilhelmshaven-Fraktionszwang, gegen den seit Menzel- und Eickigedenken kein Kamillekraut gewachsen war.

Gar aufkeimende Kritik gegen heimische Denkweisen und Gepflogenheiten war nicht etwa verpöhnt, sie war schlicht ein Fremdwort, das niemand verstand. Und wenn man etwas nicht verstand, war es oberste Pflicht, wegzuhören und wegzusehen. Denn: Wilhelmshaven lebt - um dem Slogan zu genügen - eben in seiner guten alten Stube, durch die der Mischwasserfluss anheimelnd plätschernd mäanderte. Wer sich aber nicht an dieses ungeschriebene Gesetz des Schweigens zu den Meeresgezeiten gehalten hatte und Wilhelmshaven damit seines Lebenswillens beraubte, der konnte kein waschechter, von Einleitungsfluten getaufter und abgehärteter Wilhelmshavener sein.   

Nein!!! Nörgler, Querulanten, Miesmacher, Nestbeschmutzer und Internetschmierer, so etwas gab es nie zu den herrlichen alten Wilhelmshavener Zeiten, in denen das Baden in eingeleiteten Mischwässern noch absolute gesundheitliche Unbedenklichkeit garantierte und aufgrunddessen der Oberbürgermeister noch eine allseits beliebte und geachtete Respektsperson war. Erst durch das Auftauchen dieser unsäglichen, ja unverschämten Bürgerinitiative nämlich wurde das Baden in der fäkaldurchfluteten guten Stube Wilhelmshavens zum Gesundheitsrisiko. Da muss man dem Herrn Oberbürgermeister Menzel ja auch mal recht geben.

Nochmals zu Herrn Dr. Graul:
Wie gesagt, die späteren fernsehreifen kabarettistischen Auftritte des Herrn Umweltdezernenten genoss jener ja wahrlich, um als Einleitungskulturschaffender über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt zu werden. Schließlich war und ist er nicht nur Umwelt- sondern auch Kulturdezernent [das haben die unzähligen so respekt- wie maßlosesten Kritiker ja leider vergessen, solches zu würdigen], welcher von Zeit zu Zeit auch seinen künstlerischen Ambitionen freien Mischwasserläufen lassen möchte. 
 

Und so kam es eben fast zwangsläufig dazu, dass der Wilhelmshavener Südstrand inzwischen sogar zur Kot d´Azur gekürt wurde, einem Image, an dem jahrzehntelang im Verborgenen akribisch gefeilt wurde. Diese Lorbeeren kann die Bürgerinitiative also nicht für sich einheimsen. Welch ein Segen, angesichts des Unheils, das sie in nur vier Jahren in unserer so heimeligen Stadt angerichtet hat.

In Verruf ist durch diese seit Spätsommer 2006 bereits subversiv agierenden „Kaiserlichen KanalarbeiterInnen“ auch das Weltnaturerbe Wattenmeer vor der Haustür der guten Stube Wilhelmshavens gekommen. Einfach skandalös, dass die sogar im Stadtarchiv völlig unerlaubt rumgeschnüffelt haben, da müsste der Oberbürgermeister viel schärfer gegen vorgehen, gegebenenfalls mit einem Hausverbot und einer Strafanzeige, um das nebenbei zu bemerken.

Ja, und jüngst druckte die WZ vom 15.10.2010 den Bericht:
>Weltnaturerbe Wattenmeer verlangt Qualität<. Der Leiter der Nationalparkverwaltung habe - so die WZ - betont, die Weltnaturerbe-Verantwortung verlange besondere Qualität in allen auf das Wattenmeer bezogenen Aktivitäten.

Aber das ist doch gar keine Frage:
Seit Jahrzehnten wird die besondere Verantwortung für beste Qualität eben nur durch äußerst schonende, maßvolle, immer feiner werdende Einleitungen hervorgehoben und garantiert. Es wird sogar überlegt, das Gröbste zunächst in einer Trocknungsanlage für die Weiterbehandlung in einem Spezialmahlwerk so aufzubereiten, dass als Endprodukt quasi Guano zum Beispiel zur Gartendüngung entstünde, oder dieses eben völlig gesundheitsrisikolos den überschüssigen Regenwassermengen zugeführt werden könnte, was eines vom Umweltdezernenten schon lange öffentlich erklärten Nichtvorhandenseins wegen Unsichtbarkeit in den Einleitungen zu 100 Prozent entspräche, sodass allen Zweiflern schlussendlich jene Mäuler gestopft würden, mit denen sie beim Baden ohnehin zuviel des Guten schluckten.     
       
Es wird halt etwas getan in Wilhelmshaven, um seinem schönsten und formvollendenten Busen Europas den ihm gebührenden Ruf zu erhalten. Schade jedoch, dass er nur erst deutschlandweit bekannt ist. Man stelle sich mal vor:
Wilhelmshavens Südstrand würde die Bademetropole, gar DAS Heilbad Europas und Touristenströme überfluteten die Einleitungsstelle ... Dafür bedürfte es jedoch einer gezielten Imagekampagne mit Hinweisen auf entsprechende Eintrittspreise, Kurtaxe etc. Der Südstrand eine Goldgrube [am ehemaligen Goldenen Tor], die das Wilhelmshavener Stadtsäckel füllt, Einnahmen ohne Ende ... ein Jammer, dass der Stadtkämmerer bereits an seiner letzten Ratssitzung teilnahm und den bevorstehenden goldenen Jahren im Wilhelmshavener Ratssaal nicht mehr entgegensehen kann ... vielleicht überreicht ihm ja die Wilhelmshavener Tourismus GmbH zum Abschied einen der hunderttausendfach bereits zur europaweiten Werbung hergestellten roten Papierwimpel mit der Aufschrift >Nordsee statt Wilhelmshaven

Doch zurück ins Hier und Jetzt:
Das Wichtigste ist, dass der Herr Oberbürgermeister Menzel und Herr Dr. Graul weiterhin auch alles einleiten für die so wichtigen Einleitungsgenehmigungen, damit eben alles gesetzlich nur sauber und rein und feingesiebt durch die unterweltlichen Rohre fließen möge, denn nicht alles Erlaubte ist auch ehrenhaft. Man kann da nämlich nicht genug vor dieser Bürgerinitiative warnen, die überall ihre Nase reinsteckt ... schließlich möchte der Oberbürgermeister wenigstens seine allerletzte Südstranderöffnung im Mai 2011 endlich wieder - bevor er im Herbst 2011 in Pension gehe - unbeschwert und ohne diese ja geradezu permanent penetrante, mit hochkrimineller Energie störversuchende Vereinigung der „Kaiserlichen KanalarbeiterInnen“ noch einmal der guten und besten Stube Wilhelmshavens dienend, seines gewichtigen Amtes waltend, durchführen.

Um noch einmal auf die WZ-Berichterstattung vom 8. Mai 2006 zurückzukommen:
Die Wilhelmshavener Zeitung hatte neben ihrem Bericht >Blick auf den schönsten Busen Europas< auch den [bereits erwähnten] Spruch veröffentlicht: „Nicht alles Erlaubte ist auch ehrenhaft“. Das aber kann man dem WZ-Redakteur nun wirklich nicht anlasten, dass er hätte ahnen können, wie sein Bericht vom schönsten Busen Europas Jahre später noch einmal, also heute, zu unerwarteten Ehren kommen würde ...


Es ist eben wichtig, für das Aushängeschild Wilhelmshavens alles Erdenkliche zu tun, das haben der Oberbürgermeister, der Umweltdezernent sowie einige andere Stadtpolitiker vergangener Jahrzehnte ja glänzend bewiesen ... und daran denkt man halt, wenn man den Satz  >Blick auf den schönsten Busen Europas< hört oder liest ... überhaupt ist es auch eine Frage des persönlichen Geschmacks, des ästhetischen Empfindens, welches Dekolleté Europäer bevorzugen. Wir Wilhelmshavener Nordeuropäer sind da jedenfalls sehr pragmatisch: Hauptsache möglichst viel in den Busen einleiten, dann wird es ein richtig attraktiver, praller Hingucker für ganz Europa.

Die heißblütigen Südeuropäer - vielleicht auch die von der sich etwas anders nennenden C?te d´Azur? - werden dann mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen, um den künftigen Badesaisoneröffnungen an der realexistierenden Kot d´dAzur, dem Wilhelmshavener Südstrand, eine noch exotischere, prickelndere Note, als er zur Zeit schon besitzt, zu verleihen, also immer rein in die gute Stube und Schokolade für alle ...

Da kann diese unverbesserliche Bürgerinitiative dann auch getrost einpacken, denn soviel Werbung, wie die Stadt Wilhelmshaven einleitete, hätte die Bürgerinitiative selbst niemals hinbekommen ... da muss man den Herrn Oberbürgermeister nebst Umweltdezernenten wirklich loben ... macht ja sonst keiner. 



Hans-Günter Osterkamp
Wilhelmshavener Erwerbslosenredaktion

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