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Bahnanbindung JadeWeserPort: Proteste nehmen zu
20|10|2011



Über diese Gleise sollen sie rollen, zunächst ohne Lärmschutz. Der kommt frühestens 2017.

Wenn die Bahn kommt, dann wird es richtig laut. 

Das haben die Bahnanlieger der Strecke Oldenburg - Wilhelmshaven oder zwischen dem Anschluss Weisser Floh [Sande] und der sogenannten Ölweiche schon längst begriffen. Keiner der führenden Politiker und damit Dauercontainerhafenwerber waren jemals auf Veranstaltungen für die Bürger, die an diesen Gleisen wohnen, wenn es darum ging deren Interessen in Sachen Lärmschutz zu vertreten.

Bei der Einweihung von Bauabschnitten oder einem Baubeginn stehen sie aber werbewirksam in der ersten Reihe, um sich und ihre "Verdienste" zu dokumentieren, wahrscheinlich aber eher, um lautstark für mehr Geld zu demonstrieren, dass plötzlich nicht mehr wie selbstverständlich zu fliessen droht.

Olaf Lies [SPD] sei hier als positives Politikerbeispiel genannt. Der kann seltsamerweise beides: für mehr Geldeinsatz zum Ausbau werben, aber auch für die Belange wie den dringend benötigten Lärmschutz werben.

Man muss die Politiker, die jetzt folgende These aufstellen:
Zitat: „Jade-Weser-Port als Geisel für die Erfüllung Oldenburger Forderungen genommen.“
[Quelle: Jeversches Wochenblatt | 19-10-2011]
... wirklich einmal fragen, ob die glauben, dass die Bürger so grenzdebil sind, dass sie alles mitmachen, wonach es Politikern gerade beliebt?!

Wie peinlich die zitierte Aussage ist, die wir auch schon im Zusammenhang mit der Lärmschutzproblematik der Bahnanlieger in Accum fast wortgleich vernahmen, lässt sich am besten am Hintergrund des Bahnausbaus schildern, der nicht einmal ansatzweise geplant wurde, wahrscheinlich nach dem Motto: "Wenn wir Wilhelmshavener Kommunalpolitiker einen Hafen bauen, dann wird man uns das Geld für den Bahnausbau hinterherschmeissen, wir sind doch wer, wir sind Oberzentrum und die Bürger an der Strecke haben zu spuren, egal wie laut es wird."

Darum hat man ja auch die Lärmschutzmauer vom eigentlichen Hafen zur sogenannten Ölweiche gleich zweimal gebaut, weil die nach ihrer Fertigstellung in sich zusammenfiel. Das schreit förmlich nach Kompetenz, die das ganze Containerhafenprojekt durchzieht.

In Sande forderten Bürger eine Bahnumgehung des Ortskerns und bekamen sie erst nach Androhung einer Klage eines Anwohners. Die Strecke ist schon seit Jahren Langsamfahrstrecke, weil die Bahngleise teilweise aus dem Jahre 1930 stammen.

Gerade einer der "Schreihälse" aus forderster Front, der scheidende Oberbürgermeister Eberhard Menzel, hat in seiner 25 jährigen Amtslaufbahn bewiesen, wie man seine Bürger und Verwaltungsangestellte geradezu knechtet und wie man kritische Bürger und deren Einwände auch mit Hilfe der Presse einfach ausklammert.

Die konzertierte Aktion der Politiker dient einzig und allein dazu, von den eigenen Fehlern und von der eigenen Inkompetenz abzulenken, ganz zu schweigen von den ungeheuren Summen, die im Containerhafenprojekt "versenkt" wurden und werden:

- 650 Millionen Euro investierte das Land in den Grundaufbau des Hafens

- Die Firma BUNTE, spülte den Sand für den Hafen auf, fertigte die Kaje, baut und baute Teile der Infrastruktur und führt einen Prozess gegen die JadeWeserPort-Realisierunggesellschaft über zusätzliche 50 Millionen Euro für erhöhte Stahlkosten

- 557 Millionen Euro soll der Bahnausbau mit Lärmschutzmassnahmen den Steuerzahler letzendlich kosten

- 10 Millionen Euro kostete allein die Anbindung an die vorhandenen Autobahn

.. und...

- Wilhelmshaven pumpt jährlich 4 - 6 Millionen Euro in die so betrachtet dilletantische Planung des Containerhafens.

- Ein Containerdorf für 5.000 Arbeiter wurde geplant und konnte wegen einer vorhandenen Chlorgasleitung nicht realisiert werden, weil die Alarmanlage nicht funktionierte. Dafür ebnete man einen großen und florierenden Campingplatz mitsamt Gasstätte ein und nahm den Wilhelmshavenern das letzte Stück freien Sandstrand, den man mit der Hilfe des lokalen Heimatblattes zum Schandfleck herabstufte.

Das Containerdorf muss man übrigens wieder auf städtiche Kosten abreissen, geschätzt etwa 150.000 - 200.000 Euro - was wohl die Errichtung der Probecontainer kostete?

- Der zukünftige Betreiber Eurogate soll mit 350 Millionen Euro die Suprastruktur aufbauen und verzögerte die Fertigstellung des Hafens wegen der letzten Krise um mindestens ein halbes Jahr [neues Eröffnungsdatum: voraussichtlich August 2012]

Inzwischen wächst der Containerhafen, dessen Name weltweit bis vor einiger Zeit gänzlich unbekannt war, mitten in die nächste Weltwirtschaftskrise, ein Hafen, von dem Maersk, der größte Reeder der Welt, in einer Sendung des Magazins "PLUSMINUS" selbst zu erkennen gab, das dieser gar nicht gebraucht wird.

Auch auf den doch so begehrten Gewerbeflächen gleich hinter dem Hafen hat sich bis heute nur ein Ansiedlungswilliger angemeldet. Die Firma Nordfrost und will von dort aus dem Früchtehandel in Rotterdam Konkurrenz machen [... wieviel Subventionen von den geplanten 60 Millionen wohl vom Steuerzahler dazukommen ... wer weiss das schon].

... und nicht zuletzt die 7. Maritime Konferenz für 800.000 Euro [400.000 Euro der Steuerzahler und 400.000 Euro durch die Unternehmer, die diese Kosten höchstwahrscheinlich absetzen werden - letztendlich wird doch alles vom Steuerzahler bezahlt]. Unterm Strich kam zum Leidwesen der angereisten Unternehmer und Lobbyisten heraus, das die Hafenwirtschaft zunächst einmal keine weiteren Subventionen bekommt.

Welch eine "Erfolgsbilanz" auf Steuerkosten.

Das Beste aber kommt noch. Am 18. Oktober gab es in der Sendung NDR "Hallo Niedersachsen" [Proteste gegen Bahnausbau] einen Beitrag zum Thema Baubetriebseinweihung wegen des zweigleisigen Bahnausbaus zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven.

Klingt gut, zweigleisig, leider nicht zwischen dem im Bau befindlichen Containerhafen und dessen Bahnanschluss an die zukünftig zweigleisige Strecke. Aber auch über das eingleisige Teilstück sollen zusätzlich zum Personen- und Kohlegüterzugverkehr schon ´mal 86 Containerzüge pro Tag, hauptsächlich nachts, "rattern" [laut unserer Rechnung: 43 hin und 43 zurück].

Ulrich Bischopping [der zuständige Konzernbevollmächtigte der Bahn] sollte einer NDR-Redakteurin nun erklären, wie das geht, das mit den 86 Containerzügen pro Tag, hin und zurück.

Wir haben diese Zeilen aus dem NDR-Beitrag herausgeschrieben, weil wir dachten, das man die Szene von Edmund Stäuber, als er für den Transrapid warb oder die Arbeitsweise von Loriot nicht steigern könnte - weit gefehlt.

Hier ein paar Ausschnitte:
Zitat: “ ...
[Redakteurin]:
 ... noch sind es 8 Güterzüge am Tag ... wenn der JadeWeserPort in Betrieb geht weitaus mehr ...

[Ulrich Bishopping]:
... das sind 86 pro ... äh ... äh ... sind ... sind ... äh ... noa ... weiss ich nicht wieviele es sein werden das ... die ...

[Redakteurin]:
... die Zahl haben wir schon vorher hier gehört ...

[Ulrich Bishopping]:
... ja, nein, wieviel dann hier durchpassen weiß ich nicht, is ... äh, is auch ... äh ´ne relativ ... äh ... theoretische Frage im Moment.

[Redakteurin]:
Praktisch müssen es jedenfalls soviele sein, das alle Container runter sind vom Schiff, wenn es wieder ablegt, schliesslich soll der JadeWeserPort eine Erfolgsstory werden und dazu gehört auch die Bahnanbindung, streckenweise noch eingleisig ...
... jetzt sagen sie doch ´mal ...

[Ulrich Bishopping]:
... nein, das kann ... das kann man nicht sagen ...

[Redakteurin]:
... sie mogeln sich da aber so elegant drum rum ...

[Ulrich Bishopping]:
... nein ... aber ... nein ... haben Sie einmal einen Zettel da, ich zeig ihnen das, ich, ich, ich, ich zeig ihnen das ´mal auf ...
... haben Sie ´nen Zettel ... so ... wenn, wenn die Züge im 5-Minutentakt in die Richtung fahren brauchen Sie für 40 Züge wie lange ... 5 Minuten durch mal 40 sind ...

[Redakteurin]:
... es ist aber auch ´mal schwierig trotz Erklärskizze ...
... die Demonstranten kriegen davon nichts mit, sie dürfen nicht auf das Gelände ... sie ärgern sich, das sie vor 2017 keinen Lärmschutz bekommen, obwohl sie ihn schon so lange fordern ...

... zwischendurch: Enak Ferlemann [CDU, Staatssekretär Verkehrsministerium]:
... das geht nach Recht und Gesetzt ... aber die Anwohner werden ausreichend geschützt, das kann ich versichern ...

[Redakteurin]:
... jetzt gilt es nur noch herauszufinden, wieviel Züge täglich fahren, letzter Versuch: ...

[Ulrich Bishopping]:
... wenn jetzt einmal ein Zug so fährt, ein Zug so fährt, ein Zug so fährt, ein Zug so fährt, dann müssen Sie ja den eingleisigen Abschnitt immer freihalten, das heisst, es kommt immer drauf an, ob sie, ob der Zug...verkehr immer so, so, so is oder da der 5 Züge in die Richtung und 5 Züge in die Richtung fahren, es kommt immer darauf an, wie der Fahrplan aussieht, verstehen sie ...

[Redakteurin]:
... ehrlich gesagt: Nein, aber dann gibt es echt wichtigeres zu tun, als unsere Frage zu beantworten: Frühstück!"
[Quelle: Hallo Niedersachsen | NDR| 18-10-2011]

... und in Bremen gibt es auch mehr Lärm:
Zitat: "Bahnlinie zum Jade-Weser-Port: Loks werden in Bremen getauscht
Weil die Bahnstrecke zum geplanten Jade-Weser-Port für die ersten drei Jahre ohne Stromleitungen erschlossen wird, können dort vorerst nur Dieselloks fahren. ...
[Radio Bremen | Mediathek | 18-10-2010]

Da weiss man doch: Dieses Projekt und vor allen Dingen die Belange und das Geld der Bürger sind in kompetenten Händen!

Vielleicht sollten wir es machen wie die Kanzlerin, die Krise, in diesem Fall eines im Bau befindlichen Containerhafens, als Chance begreifen, fragt sich nur, wie oft wir uns das auf Steuerkosten noch leisten können, bevor auch in Deutschland die Menschen auf die Straße gehen.

Einige an der Strecke sind schon aufgewacht.


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

Links:
Video: Radio Bremen | Mediathek | 18-10-2010
Video: NDR | Hallo Niedersachsen | JadeWeserPort: Klage gegen Bahnausbau| 18-10-2011]
Video: Wenn Lärm unerträglich wird | 05-11-2010
Bahnlärm JWP: Sammelklagen beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht | 19-11-2010
Video: PLUSMINUS - Rückschau: JadeWeserPort in Wilhelmshaven 16|08|2011

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