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GdF Suez: Mit halber Kraft ins Netz!
19|09|2011



Großindustrieprojekte mit ungewisser Zukunft scheint Wilhelmshaven geradezu zu sammeln.

Das Kohlekraftwerk von ‚GdF Suez’ muss noch auf Jahre hinaus auf vollen Stromanschluss an das 380-kV-Höchstspannungsnetz des Netzbetreibers ‚TenneT’ warten.

Man will das Kraftwerk nicht im Umspannwerk [UW] Maade an die im Planfeststellungsverfahren beantragte 380-kV-Leitung nach Conneforde anschließen sondern erst in einem neuen UW bei Antonslust. Und das kann noch bis 2019 dauern wie der Netzbetreiber ‚TenneT’ dem Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen [LBU] auf Anfrage mitgeteilt hat.

Als Grund führt der Stadtbaurat Hans-Dieter Kottek an, dass im UW Maade ein Anschluss nicht möglich gewesen sei, weil nicht der benötigte 15 Meter breite Streifen für die Erdkabel zur Verfügung gestanden habe [WZ, 18.08.11]. Aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle wurde hierzu darauf verwiesen, dass es in der Kabeltrasse - dort wo das Grundstück mit der Chlor-/Natronlaugeanlage der Firma ‚INEOS` bis dicht an den Friesendamm heranreicht - einen Engpass gibt. Vermutet wird, dass INEOS zuviel Geld für die Unterwegung ihres Grundstücks verlangen würde.

Damit das ‚GdF Suez’-Kraftwerk überhaupt den Betrieb aufnehmen kann, hat ‚TenneT’ den Einbau eines weiteren Transformators in das UW Maade eingegliedert. Dieser soll den Anschluss an die bestehende 220-kV-Freileitung nach Conneforde ermöglichen. Diese Leitung hat jedoch nur eine maximale Übertragungskapazität von 800 MW und die sind allein schon durch das Kohlekraftwerk von E.ON mit einer Nennleistung von 740 MW belegt. Hinzu kommt noch der Strom aus dezentralen Energieerzeugungsanlagen. Danach zu urteilen könnte ‚GdF Suez’ nur wenige Dutzend MW in die 220-kV-Leitung einspeisen.

‚TenneT’ erklärt dem LBU jedoch in einem weiteren Brief, dass der neue Transformator 400-420 MW transformieren könne. Eine mdl. Anfrage bei der Deutschen Umwelthilfe [DUH] bietet eine möglich Erklärung für die augenscheinliche Diskrepanz zwischen der nahezu ausgereizten maximalen Übertragungskapazität von 800 MW und der vorgesehenen Einspeisung der zusätzlichen 400 MW aus dem ‚GdF Suez’-Kraftwerk:
In der Regel liege die maximale Übertragungskapazität nur bei ca. 60% der noch vertretbaren Belastungskapazität. Eine Durchleitung von insgesamt rund 1.200 MW ist also durchaus möglich. Doch der Spielraum bis zum ‚Break Point’ an dem die Drähte anfangen zu glühen, schrumpft bei dieser Belastung auf 10%! Demnach sieht es nicht so gut aus für die Anschlüsse von weiteren dezentralen Energieerzeugungsanlagen, wie z.B. aus weiteren Bürgerwindparks und Solarfarmen in der Jade Region. Von dem Netzanschluss des Nordseewindparks ‚Nordergründe’ [nördlich Wangerooge], dessen genehmigtes Unterseekabel im Stadtnorden bei INEOS festen Grund erreicht, ganz zu schweigen.

Und GdF Suez? Deren Bauprojektleiter Frank Albers tut noch immer so, als ob sein Kraftwerk im nächsten Jahr mit der vollen Leistung von 800 MW und einem Wirkungsgrad von 46% den Regelbetrieb aufnehmen könnte. Abgesehen davon, dass er schon lange wissen muss, dass sein Kraftwerksprojekt auf unabsehbare Zeit nur bis zu 420 MW ins Netz einspeisen können wird, gibt es zudem noch die ungelösten Temperatur- und Druckprobleme beim Heizkessel:
„Es ist ein kleines Detail, aber die Auswirkungen auf die Energiewende in Deutschland sind enorm: der Stahl T24."Wir beabsichtigen, einen Teil des Kessels auszutauschen", erklärt Alexandra Boy, Sprecherin des Evonik-Konzerns gegenüber klimaretter.info.
Es geht um das Kohlekraftwerk in Duisburg-Walsum. Ursprünglich sollte Block 10 mit einer Leistung von 750 Megawatt in diesem Jahr ans Netz geschaltet werden. Und es schien, als sei der Zeitplan einhaltbar. Nun aber sind nach zweimonatigem  Probebetrieb viele hundert Leckagen im Dampfkessel festgestellt worden, wie der Spiegel berichtet. Schuld daran: der besonders teure Hightech-Stahl T24, der im oberen Bereich des Kessels verbaut wurde. Dies werde "zu erheblichen Zeitverzögerungen führen", bestätigt die Evonik-Sprecherin, ohne allerdings konkreter zu werden. Der Spiegel spricht von zwei Jahren.

Der vermeintliche Superstahl findet sich in den Kesseln von acht Kraftwerken, die in Deutschland derzeit gebaut werden, darunter im sächsischen Boxberg [Vattenfall], in Krefeld [EnBW], das Kohlekraftwerk Neurath [RWE], Hamburg-Moorburg [Vattenfall], Hamm [RWE] und Wilhelmshaven [GdF Suez]. Auch dort sind die Verzögerungen beträchtlich.“ [Klimaretter.info, 29.08.11]

Nun denn:
Da das ‚GdF Suez’-Kraftwerk sowieso nur mit halber Leistung ans Netz gehen kann, muss man sich notgedrungen auch mit Kessel verträgliche Temperaturen und Drücken bescheiden. So erreicht man natürlich bei Weitem nicht den bei jeder sich bietenden Gelegenheit ausgelobten Wirkungsgrad von 46%.

Der ist übrigens sowieso nicht das Gelbe vom Ei:

„E.ON hat bayerischen Irsching ein neues Gas- und Dampfkraftwerk mit einer installierten Leistung von 561 Megawatt eingeweiht. Das Kraftwerk setzt mit einem zuvor in Anlagen dieser Art nicht erreichten Wirkungsgrad von über 60 Prozent neue Maßstäbe.“ [Quelle E.ON, s.a. Bürgerportal Wilhelmshaven vom 16.09.11]

Wohlgemerkt: Das o.a. GuD-Werk erreicht diesen Wirkungsgrad ausschließlich durch Stromerzeugung. Bei zusätzlicher Ausnutzung der Wärme [Kraft-/Wärmekopplung] erreichen solche Kraftwerkstypen einen Wirkungsgrad von bis zu 90%.

Jochen Martin

Links:
09|09|2011 Kraftwerk ohne Anschluss

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