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Professor aus Accum wird Spargelzüchter in Japan
28|11|2011



Der Energiepabst Norddeuchtschlands, Prof Appel, rückwärtsgewand, wie immer.

Die Überschrift ist natürlich kompletter Blödsinn

Atom-Appel aus Accum denkt nicht daran, die Landwirtschaft in Japan durch eigene Erfahrungen etwa in der Landwirtschaft praktisch zu unterstützen durch etwaigen Spargelanbau oder ähnliches.

Anlaß für meine satirische Überschrift ist der Leserbrief von Prof. Hans-Günter Appel aus Schortens-Accum in der WZ vom 25. November 2011, S. 35. Seine Überschrift lautet: „Ohne das EEG wäre unsere Landschaft nicht verspargelt“.

Meine erste Assoziation war tatsächlich Spargel - verdorbene Reisernte in Japan durch Kernschmelze in Fukushima. Die entsprechende Pressemitteilung war nicht mehr als eine Woche alt.

Erst dann kam langsam, klick, klick, ratter, die Erkenntnis: Aah … Prof. Appel meint mit Spargel wahrscheinlich die ästhetische Landschaftsbeeinträchtigung durch senkrecht in den Himmel ragende Windräder.

Anlaß seines Leserbriefes sind die „Energiewelten der IGS“ [Integrierte Gesamtschule] und der Energietag seines früheren Arbeitgebers, der jetzt als „Jade-Hochschule“ firmierenden Fachhochschule in Wilhelmshaven. Dort würden die Besucher „einseitig indoktriniert … mit regenerativen Energien“.

Was ist die Alternative für Prof. Appel?

Prof. Dr. ing. Hans-Günter Appel stellt zu Beginn seines Leserbriefs fest: „Für uns alle ist klar, die fossilen Brennstoffe, Kohle, Erdgas und Erdöl, werden eines Tages aufgebraucht sein. Dann benötigen wir andere wirtschaftliche und jederzeit verfügbare Energiequellen.“ Soweit herrscht noch Einigkeit mit allen Befürworten auch der regenerativen Energien. Aber dann kommt die kopernikanische Wende in Prof. Appels Gehirn:

Als zur Zeit einzige Alternative zu irgendwann verbrauchten Rohstoffen wird von der Bundesregierung und allen Wissenschaftlern außer Prof. Appel aus Accum die Energiegewinnung aus sich eben selbst erneuerbaren Rohstoffen angesehen, angefangen mit der Gewinnung von Strom und Wärme aus den noch einige Jahrmillionen kostenlos zur Verfügung stehenden Sonnenstrahlen.

Die darin enthaltene Energie muß nur mittels Technik in für den Menschen brauchbare Formen umgewandelt werden; die Natur macht dieses seit Jahrmillionen: der Photosynthese-Prozess in Pflanzen, durch den das Leben auf der Erde erst möglich wurde, indem Lichtquanten [Energie, nicht Materie] von der Sonnenstrahlung mittels eines komplizierten und vollständig noch immer nicht aufgeklärten „Einfang“-Verfahrens unter Beteiligung von Chlorophyll [grüner Pflanzenfarbstoff in allen Pflanzen, die über der Erde wachsen] das für den Menschen wertlose Kohlendioxid zusammen mit Wasser in das hochenergetisierte Traubenzuckermolekül C6H12O6 umgewandelt werden, also aufgewertet werden, jeder Biologie-Schüler kennt die chemische Formel dazu]:  6 CO2 + 6 H2O + Katalysator [u.a. Chlorophyll] _  C6H12O6 + 6 O2 .

Was die Formel verschweigt, bzw. durch die nicht in Formeln zu pressenden Worte „Katalysator“ packt, ist das „Wunder“ der Natur schlechthin. Etwas, was die Wissenschaftler noch nicht selber nachmachen konnten, sondern allenfalls halbwegs gedanklich nachvollziehen. Die Entwicklung der Photovoltaik-Zelle ist aber eine Erfindung, die sozusagen „in Anlehnung“ an die Natur versucht, diesen Wundervorgang physikalisch nachzubilden und für die Menschen nutzbar zu machen.

Wenn man also in Brasilien Zuckerrohr anbaut, in der übrigen Welt auch Mais und Raps, um daraus dann chemisch nach der „Ernte“ Ethanol gewinnt, um es als „Kraftstoff“ für das Automobil nutzbar zu machen [„Bio-Kraftstoff“], ist das genau ein Unternehmen, Sonnenenergie, die die Sonne rund um die Uhr [global gesehen, die Erde dreht sich halt] kostenlos und ohne Rechnung zur Verfügung stellt [Leitspruch des Eurosolar e.V. des verstorbenen Hermann Scheer: „Die Sonne schickt keine Rechnung“].

Kohle, Öl und Erdgas sind auch nichts anderes, als von der Natur in energiereiche Kohlenstoffketten umgewandelte Sonnen-Photonen, die im Laufe der erdgeschichtlichen Entwicklung durch geologische Prozesse unter die Erde verlagert wurden. Wenn der Mensch diese „fossilen“ Brennstoffe nutzt für seinen Wohlstand, ist dies nichts anderes als eine Rückwärts-Umwandlung der oben genannten Photosynthese-Formel. Nur daß auf der rechten Seite der Formel dann nicht energiereiche Zuckermoleküle stehen, sondern das für den Menschen und den gesamten Erdball giftige Kohlendioxid-Gas.

Prof. Appel tritt vehement gegen die Entwicklung regenerativer Energiequellen ein, weil er dies vor allem aus Kostengründen ablehnt. Der Strompreis sei „25% billiger“, wenn die Bundesregierung das Gesetz zur Einspeisung von regenerativen Energien [also aus Photovoltaik und Windkraft sowie Biogas-Anlagen] endlich wieder einstampfen würde und sich auf die bisherige Nutzung aus Kernkraft, Kohle und Öl beschränken würde.

Jetzt sagt Prof. Appel aber auch, daß diese Quellen irgendwann versiegen. Ja, was dann?

Ja, und hier setzt Prof. Appels wissenschaftlicher Geist ein:
„Ohne das EEG sind Forscher und Ingenieure gezwungen, Verfahren zu entwickeln, die unsere derzeitige Stromversorgung mit regenerativen Energien wirtschaftlich ergänzen und später vollkommen übernehmen.“


Prof. Appel möchte Wissenschaftler zu Erfindungen „zwingen“.

Wie das gehen soll, hätte ich gerne mal näher erläutert bekommen von dem emeritierten Professor.

Wissenschaftler würden seiner Ansicht nach also NUR UNTER DRUCK, niemals aber freiwillig, die notwendigen Erfindungen vornehmen.

Prof. Appel hat offenbar eine recht mechanistische Auffassung von kreativen Denkprozessen. Abgesehen davon, daß fraglich ist, aus physikalischer Sicht sogar höchst fraglich, ob es je eine „Erfindung“ geben kann, die aus radioaktiv zerfallendem Material wieder „sich selbst von alleine zusammenbauende Atomkerne“ herstellt. Manchmal gibt es in der Natur eben nur Einbahnstraßen, die auch nicht durch selbsternannte Heilsprofessoren umgedreht werden können. Lediglich in deren offenbar blühenden Phantasie. Beispiel:

Wenn ein Vulkan Lava ausspeit, kann bisher kein Wissenschaftler, auch nicht aus Schortens, dieses Ausspeien „rückgängig“ machen. Man kann die Folgen bearbeiten, „beackern“, aber man kann die Lava nicht zurück hineinschieben. Die Dresdner Frauenkirche wurde durch einen Bombentreffer gegen Ende des Zweiten Weltkrieges praktisch vollständig zerstört. Durch mühevolle Kleinarbeit und das unermüdliche Geldsammeln des Startrompeters Ludwig Güttler sowie die außergewöhnliche Spendenbereitschaft vieler Förderer wurde die Kirche wieder aufgebaut.

Die alte Aura der Kirche ist weg. Aber es wurde natürlich eine neue Aura geschaffen. Und die Steine liegen jetzt ungefähr wieder so wie bei dem ursprünglichen Bau.

Aber: Was hat der Wiederaufbau gekostet - verglichen mit dem Energieeinsatz des englischen Bombers?

Was Prof. Appel völlig ausblendet in seiner „der Strom wäre 25% billiger ohne die Förderung von Solar- und Windenergie“-Rechnung sind die exorbitanten Kosten der:

- Atommüllentsorgung: bisher unbeziffert und ausschließlich der Allgemeinheit auferlegt, siehe Asse-“Zwischen“lager


- Kosten einer entstehenden Unbewohnbarkeit von ganzen Landstrichen im Falle eines atomaren Unfalls eines Kernkraftwerkes

Die ebenfalls der Allgemeinheit [dem Steuerzahler] aus der Tasche gezogenen Forschungskosten für die Nutzung der Kernenergie über fünf Jahrzehnte, die aus den dann von privaten Firmen [heute eon, Vattenfall usw.] später erzielten Gewinnen NICHT zurückgezahlt wurden [tolles Geschäft!], habe ich jetzt nicht erwähnt. Diese Forschungskosten, die ebenfalls in mindestens zweistelligem Milliarden-Bereich liegen, wurden NICHT in den Strompreis eingepreist. Sie fehlen dort also als Vergleichsbasis für den Strompreis, wie ihn Prof. Appel für die regenerativen Energien errechnet.

Eine kleine Ahnung der beim zweiten Beispiel entstehenden „Kosten“ kann man zur Zeit in der Volkswirtschaft Japans bekommen. Milliarden pumpt der Staat allein in einen Versuch der Beherrschung der unter offenem Himmel stattfindenden Kernschmelze von gleich mehreren havarierten Kernreaktoren in Fukushima. Das dabei entstehende „schwere“ radioaktive Wasser wird einfach ins Meer gepumpt. In absehbarer Zeit werden die Menschen auf der gesamten Erde keinen Fisch mehr aus dem Meer verzehren können. Wie hoch sind denn da die Umsatzeinbußen der dann zusammenbrechenden Fisch-“Industrie“? Hat Prof. Appel aus Accum das mal bei sich zu Hause wenigstens überschlagsmäßig ausgerechnet und dann in den Strompreis DURCH Nutzung von Kernenergie einberechnet?

Das wäre eine faire Rechnung.

Aber was nicht sein darf, darf nicht sein.

Also kehre auch ich zurück in das Land der Phantasie, dort wo der Spargel wächst, weil anders läßt die Dummheit der energiehungrigen Menschen sich nicht länger ertragen.

Die Sonne schickt keine Rechnung. Fukushima schon. Mal sehen, wer am Ende mehr zahlt. Unsere Kinder auf jeden Fall.

Eine schöne Woche im warmen Wohnzimmer

Heidi Berg


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