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Stromwechsel gegen Volksverdummung!
10|07|2008



Das Atomkraftwerk Unterweser in Nordenhamm - warten auf den
Supergau? Der Atommeiler gehört zu hundert Prozent dem
Energieunternehmen Eon.


Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ ruft
Stromkunden dazu auf, die „Propagandaoffensive
der Atomgemeinde für die großen Konzerne so teuer
wie möglich zu machen“ – Mit Stromwechsel für
Energiewende und Atomausstieg demonstrieren –
Argumentationsarmut der Propaganda aufdecken!

Berlin, 09.07.2008: Umweltorganisationen, Verbraucher-
schutzverbände und Anti-Atomkraftinitiativen haben
die Verbraucherinnen und Verbraucher, Gewerbe-
treibende sowie kleine und mittlere Unternehmen
aufgefordert, auf die Propagandaoffensive der Atom-
wirtschaft und ihrer Lautsprecher in der Politik kühl
und angemessen zu reagieren:
_________________________________________
Durch den Wechselzu einem von den Kon-
zernen unabhängigen Ökostrom-Versorger.
Der massenhafte Verlust von Kunden sei
die einzige Sprache, die die Chefs der
dominierenden Energieunternehmen
verstünden.
Die im Aktionsbündnis „Atomausstieg
selber machen“ zusammengeschlossenen
Organisationen reagierten damit auf den
„vorgestrigen Versuch der Atomkonzerne,
sich an den Sorgen der Menschen vor
steigenden Energiepreisen und dem
Klimawandel zu laben.“
_________________________________________

Die Behauptung, mit einer Laufzeitverlängerung alter und
störanfälliger Atomkraftwerke ließe sich die Energiepreis-
entwicklung stoppen, die die vier großen Konzerne RWE,
E.on, Vattenfall Europe und Energie Baden-Württemberg
zu einem großen Teil selbst zu verantworten haben, sei
„an Durchsichtigkeit kaum zu überbieten“.
Es seien zum Beispiel diese Konzerne, die den Wert der
ihnen zu 90 Prozent kostenlos zugeteilten CO2-Emissions-
zertifikate voll auf ihre Kunden abwälzten.
„Allein dieser Schluck aus der Pulle schwemmt den vier
Unternehmen, die uns jetzt angeblich beim Strompreis
entlasten wollen, bis 2012 rund 35 Milliarden Euro in die
Kassen.“
_________________________________________
Die Klimaschutzrhetorik der Konzerne und
ihrer Lautsprecher in der Politik sei so
verlogen wie die Behauptung, eine Laufzeit-
verlängerung könne den Preisanstieg
abbremsen.
„Was ist vom Klimaengagement von Unter-
nehmen zu halten, die für ihre Atomkraft-
werke unter dem Slogan ´ungeliebte
Klimaschützer´ Abermillionen Euro ihrer
Kunden verprassen und auf der anderen
Seite dieses Land  mit einer neuen Generation
von Kohlekraftwerken überziehen wollen,
die nach ihrer Inbetriebnahme soviel Treib-
hausgase ausstoßen würden wie der gesamte
Verkehrssektor?
Und wie glaubwürdig sind Unternehmen, die
den Verbraucherinnen und Verbrauchern für
den Fall des Weiterbetriebs der Reaktoren
günstigere Strompreise versprechen, nachdem
diese seit Jahren ohne Unterlass steigen –
obwohl all die Atomkraftwerke am Netz sind,
die jetzt auf wundersame Weise für Preis-
stabilität sorgen sollen?“
_________________________________________

In Wahrheit gebe es für die faktische Aufkündigung des von
den Konzernspitzen selbst unterschriebenen Atomvertrages
exakt drei Motive:

„Erstens die Aktienkurse. Zweitens der

Profit. Drittens die Gehaltsvorstellungen

ihrer Manager.“

_________________________________________
Je nach Leistungsstärke bringe ein einziger
abgeschriebenerReaktor mit jedem Jahr
Laufzeitverlängerung zwischen 250 und
400 Millionen Euro Gewinn vor Steuern in
die Konzernkassen, rechnete das Aktions-
bündnis vor.
„Besonders perfide“ sei die vor allem von
der Union forcierte Diskussion über Gewinne,
die dann teilweise in Erneuerbare Energien
investiert werden müssten.
„Das ist exakt das, was die Unternehmen
ohnehin tun müssen, wenn sie im Wett-
bewerb mit den mittelständischen
Unternehmen mittelfristig überleben
wollen, die die Energiewende bis heute
tragen.“
Es gebe nicht die geringste Veranlassung
die profitabelsten Unternehmen des
Landes auf Kosten der Sicherheit der
Bevölkerung zusätzlich zu päppeln.
Außerdem habe der Präsident des
Deutschen Atomforums und frühere E.on-
Vorstand, Walter Hohlefelder, dazu bereits
im Bundestagswahlkampf 2005 in einem
Anfall von Ehrlichkeit alles gesagt.
Erstens würden die Strompreise bei einer
Laufzeitverlängerung keineswegs sinken
und zweitens sei eine Gewinnabschöpfung
„ordnungspolitisch völlig inakzeptabel“,
erklärte Hohlefelder seinerzeit gegenüber
 der Berliner Zeitung.
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Am Tag, an dem die Laufzeitverlängerung tatsächlich be-
schlossen werde, erwartet das Aktionsbündnis „Atomaus-
stieg selber machen“ deshalb zwei Reaktionen der Konzerne:
„Die klare Ablehnung von Gewinnausschüttungen zugunsten
der Stromverbraucher und die Wiederaufnahme ihres
Kampfes gegen Erneuerbare Energien in der Stromerzeugung.“ 
Beispielsweise würden dann die geplanten und genehmigten
Offshore-Windpark-Projekte in Nord- und Ostsee, die die
dominierenden Konzerne in den vergangenen Jahren in
großer Zahl aufgekauft haben, niemals realisiert, weil sonst
viel zuviel Strom ins System käme. „Betriebswirtschaftlich
bliebe den Unternehmen nach einer Laufzeitverlängerung
gar nichts anderes übrig, als die Ausbaudynamik der
Erneuerbaren Energien zu brechen. Die Energiewende
wäre zu Ende, ehe sie richtig begonnen hat.“

Auch bei der Behauptung von der „Renaissance der Atom-
energie“ herrsche offenbar ein hohes Maß an selektiver
Wahrnehmung. Denn im Gegensatz zu den hochprofitablen
abgeschriebenen Altanlagen seien neue Atomkraftwerke
in liberalisierten Strommärkten nicht konkurrenzfähig.

Was derzeit weltweit ablaufe sei deshalb lediglich eine
„Renaissance der Ankündigungen“. 1990 habe die offizielle
Statistik der Internationalen Atomenergiebehörde [IAEA]
in Wien 83 Reaktorbaustellen ausgewiesen, 1998 waren
es 36 und aktuell 34. Von diesen sind 12 Meiler seit über
zwanzig Jahren im Bau. Die Zahl der Atomkraftwerke auf
der Welt sinke wegen der bereits begonnenen Abschaltung
von Altreaktoren. Die tatsächlich große Zahl von Absichts-
erklärungen aus der Politik in einigen wichtigen Ländern
werde durch die wenigen realen Baustellen massiv relativiert.

In ganz Westeuropa seien zwei Meiler im Bau, in den USA
einer: Das Projekt Watts Bar 2 [Tennessee], dass vor 36
Jahren [1972!] gestartet wurde und zwischenzeitlich 23
Jahre eingemottet war. Diese Baustelle an einem Standort,
an dem auch Tritium für US-Atombomben hergestellt wird,
sei der einzige vorzeigbare „Erfolg“ der fast achtjährigen
Amtszeit des glühenden AKW-Anhängers George W. Bush.
Überall wo Politiker die Stromunternehmen zum Reaktorbau
drängten, verlangten diese Subventionen und Stromab-
nahmegarantien, um gegen andere Methoden der Strom-
produktion wettbewerbsfähig zu werden. Tatsächlich seien
in den vergangenen Jahren im Durchschnitt zwei Gigawatt
Atomstromleistung vornehmlich in Asien ans Netz gegangen.
Bei der Windenergie waren es allein 2007 etwa 20 Gigawatt.
_________________________________________
„Die Energiekonzerne RWE, E.on, Vattenfall
und EnBW und die Atomparteien CDU, CSU
und FDP haben sich im vollem Bewusstsein
der möglichen katastrophalen Folgen ent-
schieden, den Fundamentalkonflikt um die
Atomenergie in Deutschland wieder aufzu-
nehmen. Sie werden ihren Willen bekommen.
Und dabei hunderttausende Kunden ver-
lieren“, prophezeite das Aktionsbündnis
„Atomausstieg selber machen“.

Unter Hinweis auf den heute bekannt
gewordenen Austritt von uranhaltiger,
radioaktiver Flüssigkeit aus der französischen
Atomanlage Tricastin an der Rhone warnte
das Bündnis vor einem „Atomwahlkampf“
im kommenden Jahr.
„Wer in Deutschland mit Atomkraft Wahlen
gewinnen will, muss wissen: Absolut sicher
an den Atomanlagen sind nur die regel-
mäßigen Störfälle.“
_________________________________________

>über "Atomausstieg-selber-machen"

Das Aktionsbündnis „Atomausstieg-selber-machen“ hat sich
im Herbst 2006 zusammengeschlossen, nachdem die Atom-
konzerne E.on, RWE, Vattenfall und EnBW die von ihnen oder
ihren Vorgängerunternehmen selbst unterzeichnete Verein-
barung über den Atomausstieg faktisch aufgekündigt hatten
und für den Weiterbetrieb ausgerechnet der ältesten und
gefährlichsten Atomkraftwerke in Deutschland kämpfen.

Teilnehmer und Unterstützer Aktionsbündnis

„Atomausstieg selber machen“:

Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“:
Deutsche Umwelthilfe e.V. [DUH], Bund für Umwelt- und
Naturschutz Deutschland e.V. [BUND], Bund der Energie-
verbraucher e.V., Bundesverband Bürgerinitiativen
Umweltschutz [BBU], campact!, Deutscher Naturschutzring/
Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzver-
bände e.V. [DNR], Forum Umwelt und Entwicklung, genanet –
Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit, Greenpeace
Deutschland e.V., GRÜNE LIGA e.V., Internationale Ärzte
für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte in sozialer
Verantwortung e.V. [IPPNW], Jugendbündnis Zukunfts-
energie, Klar! Kein Leben mit atomaren Risiken!, Mütter
gegen Atomkraft e.V., NaturFreunde Deutschlands e.V.,
Naturschutzbund Deutschland e.V. [NABU], ROBIN WOOD e.V.,
urgewald, WWF Deutschland, .ausgestrahlt


Mehr Informationen zum Stromwechsel
innerhalb von fünf Minuten finden Sie im Internet
unter:
www.atomausstieg-selber-machen.de
und
unter der kostenfreien Ökostrom-Hotline:
0800 762 68 52 [werktags 9:00 – 17:00]

Für Rückfragen

Dr. Gerd Rosenkranz
Deutsche Umwelthilfe e. V. [DUH]
Hackescher Markt 4
10178 Berlin
Tel.: 030 2400867-0
Fax: 030 2400867-19
Tel. Mobil: 0171 5660577
E-Mail: rosenkranz@duh.de
 
Thorben Becker
Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland e.V. [BUND],
Am Köllnischen Park 1
D-10179 Berlin
Tel: 030 27586-421
Fax 030 27586-440
E-Mail: thorben.becker@bund.net
 
Carsten Wachholz
Naturschutzbund Deutschland [NABU]
Charitéstraße 3
10117 Berlin
Tel. 030 284984-1617
Fax 030 284984-3617
Mobil: 01724179727
E-Mail: Carsten.Wachholz@nabu.de

Pressemitteilung:
www.DUH.de

Links:
www.atomausstieg-selber-machen.de
Atomunfall in Tricastin:Vertuschungsvorwürfe und Proteste 10|07|2008
Notstand beim Atommüll [FRONTAL 21] 08|07|2008]
Teurer Kartell-Strom [FRONTAL 21] 06|11|2007
Lügen beim Umweltschutz [FRONTAL 21] 02|04|2007
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Die Darstelllung des "Trio Infernale Wilhelmshavens" sorgt für Aufregung.
Eine Menge Wilhelmshavener Bürgerinnen protestieren unter dem Motto "Planungswahnsinn am Banter See tut 5.000 Menschen weh" für den Erhalt des Banter Sees, so, wie er ist. Sie wehren sich gegen eine Wohnbebauung für "Priveligierte". Mehr dazu in einem Video ... [das Bild ist vom 15-07-2014] ... .... zum Video | youtube ...



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