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Attac kritisiert Übernahme von Rhön-Krankenhäusern durch Fresenius
16|09|2013



Nur noch eine Frage der Zeit, dann hat die Wilhelmshavener Politprominenz auch das Reinhard-Nieter-Krankenhaus privatisiert? Im Zuge des Fusionsaktes könnte auch endlich ´mal ein Zeichen gegen die Gesundheitsreform gesetzt werden, die den Namen nicht verdient, um wirklich ´mal etwas zu verändern.

Attac fordert Ende der Kommerzialisierung und Privatisierung des deutschen Gesundheitssystems

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac bewertet den Kauf von 43 Krankenhäusern der Rhön-Klinikum AG durch den Medizinkonzern Fresenius, der einen großen Teil seiner Produkte an Krankenhäuser verkauft, äußerst kritisch. Die Übernahme werfe ein Schlaglicht auf die Entwicklung der Privatisierung der Krankenhausversorgung. Die Krankenhausversorgung in Deutschland drohe durch wenige Privatkonzerne beherrscht zu werden, zum Nachteil der Versicherten und der sozialen Ausrichtung der Gesundheitsversorgung.

Schon jetzt vereinten die vier größten Konzerne in Deutschland fast 80 Prozent des Umsatzes der privaten Krankenhausträger auf sich. Fresenius werde durch den Teilaufkauf von Rhön seinen Anteil auf etwa 40 Prozent anheben. Seit Ende der 90er Jahre haben die privaten Krankenhausträger ihre Marktanteile am Krankenhausumsatz bereits verdreifacht. Durch die aktuelle Krankenhausfinanzierung werde sich dieser Trend weiter fortsetzen.



"Etwa 80 Prozent der von Politik und Krankenkassen zu Recht kritisierten Fallzahlsteigerung der letzten Jahre geht auf das Konto der privaten Krankenhauskonzerne. Dabei ist deren Ziel nicht die optimale Krankenhausversorgung der Patienten, sondern Umsatz- und Renditesteigerung.", sagte Manfred Fiedler von der Attac-Arbeitsgruppe Soziale Sicherungssysteme.



Das Gesundheitssystem werde damit gleichzeitig betriebswirtschaftlich optimiert, aber volkswirtschaftlich ruiniert. Zudem nehme der Einfluss auf die Gesundheitspolitik und die Gestaltung der Gesundheitsversorgung bundesweit, aber auch in der Region zu.



"Schon jetzt gehört es zur ausgewiesenen Strategie gerade von Fresenius, durch Portalkliniken sowie durch den Aufkauf von Vertragsarztsitzen unmittelbar Einfluss auf die angrenzenden Versorgungsbereiche zu nehmen. Die öffentliche Bindung der Krankenhäuser an den öffentlichen Versorgungsauftrag und das Interesse der Menschen an einer bedarfsgerechten Krankenhausversorgung geht damit verloren. Das jetzt schon erkennbar falsche Versprechen einer bedarfsgerechten und volkswirtschaftlich preiswerten Versorgung wird in einem weiteren Punkt gebrochen.", erklärte Manfred Fiedler weiter.



Das Marktsystem führe auf Dauer nicht zu mehr Wettbewerb, sondern zu immer weniger. Das schon in der Vergangenheit stumpfe Schwert, über das Kartellrecht dieser Konzentration wirtschaftlicher und damit politischer Macht zu begegnen, wirke auch in diesem Fall nicht. Die Landkarten von Fresenius und Helios ergänzten sich, sie schlössen Lücken auf der bundesdeutschen Landkarte.



Attac ruft die neue Bundesregierung angesichts dieser Entwicklung dringend auf, ihre bisherige Haltung zu überdenken und die Politik der Kommerzialisierung und Privatisierung des Gesundheitssystems in Deutschland aufzugeben. Gesundheitspolitik ist eine Aufgabe für die Menschen in diesem Land, nicht ein Handeln im Interesse von weltweit tätigen Konzernen.

Quelle: Attac



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