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Jadeallee ... ein Quantensprung ...
18|04|2009



Auf einer Geschäftseinweihuing am 7. September 2008 wurde der in der öffentlichen Kritik stehende Oberbürgermeister Wilhelmshavens fälschlicherweise mit dem "Oberbürgermeister der Herzen" tituliert.

Es ist schon interessant, wie das Wilhelmshavener Stadtbauamt, der Rat der Stadt Wilhelmshaven sowie Oberbürgermeister Eberhard Menzel durch Verkündung bzw. Unterstützung der „Wilhelmshavener Zeitung“ [WZ] die künftige touristische Aufwärtsbewegung zwischen Valoisplatz und Anton-Dohrn-Weg meinungskonform der breiten Wilhelmshavener Öffentlichkeit präsentieren ...

Insoweit wolle die Stadt Wilhelmshaven mittels eines gefälligen Vorentwurfs zur Gestaltung der Jadeallee als baumbestandene Promenade [WZ v. 12.02.2009] jenem von jeher stiefmütterlich behandelten Bereich auf die Beine helfen.

Da wurde dann auch gleich mit gutklingenden Formulierungen die Zukunft prophezeit:
„ ... Die Jadeallee soll zu einer attraktiven Flaniermeile gestaltet werden ...“
„ ... Besonders an schönen Sommertagen strömen Wilhelmshavener und Gäste der Stadt in Massen über die Jadeallee ans Meer und zum Banter See ...“
„ ... Der erste Teil der Jadeallee über die Deichbrücke bis Höhe Emsstraße soll die Bezeichnung „repräsentativ“ rechtfertigen ...“
Das klingt alles sooo guuut ...

Sogleich wurde in einer Ratssitzung vom 18.02.2009 [WZ vom 19.02.2009] ein Investoren- und Auswahlverfahren für die Wiesbadenbrücke [Anm.: sie grenzt direkt an die geplante Jadealle] für ein >Wohnen am Wasser< einstimmig verabschiedet. 
O-Ton OB Eberhard Menzel während der Ratssitzung: „ ... die Jadeallee soll zur Prachtstraße der Stadt werden ...“ und er sprach sogar von einer „Erweiterung der Innenstadt an das Wasser“ sowie „ ... auch unser Pumpwerk braucht einen Blickfang zur Jadeallee ... “.

Eine tolle Nummer unseres Oberbürgermeisters, die wohl auch dem CDU-Ratsherrn Bernhard Rech [Bauunternehmer] derart gefiel, dass dieser schon mal vorRechnete, dass auf der Wiesbadenbrücke 400 Wohnungen entstehen könnten ... in den Tenor verfiel dann auch der Ratsvorsitzende Norbert Schmidt [SPD]: „Attraktives Wohnen am Wasser ist gefragt. Da muss jetzt Schwung rein“.

Und die WZ-Redaktion stimmte unisono in den Kanon mit ein:
„ ... Wohnen am Wasser auf der Wiesbadenbrücke, Bäume säumen den Boulevard, Geschäfte, ein attraktives „Pumpwerk“, Hotels und vieles mehr. Der Weg dahin ist zwar noch lang, dennoch schreiten die Ratsmitglieder gemeinsam in Richtung Vision ...“.  
[Vision? Hatte nicht der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt bereits seinerzeit den Ausspruch getan, „wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“?]
 
In der WZ vom 16.04.2009 nähert sich Maik Michalski wieder der Gegenwart und stellt ernüchternd fest: „Pracht ist bisher nur an wenigen Stellen sichtbar“ mit der Erkenntnis: Bis zur Prachtstraße ist es noch ein langer Weg. Und insoweit zählt er auch diverse Problempunkte auf. Einzig das Flaggschiff Hotel COLUMBIA habe seinen „Anker“ an der Jadeallee geworfen. Schließlich solle die zukünftige Prachtstraße Jadeallee die Innenstadt mit Wilhelmshavens Schokoladenseite am Wasser verbinden ... und in einem Kommentar schreibt Maik Michalski u.a.: „ ... Bis die Allee fertig ist, wird ... noch viel Wasser durch die Jade fließen ...“. 

Gegenwärtiges und Vergangenes ... darüber werden in der WZ nicht allzuviele Worte verloren. Viel lieber wird alles nur in buntesten Farben geschildert ... wie z.B. die Bildunterschrift in der WZ vom 16.04.2009:
„Die Deichbrücke soll quasi das „Eingangstor“ zum Flanieren über die Jadeallee bilden ...“. 

Eine Flaniermeile vom „Eingangstor“ bis zum „Goldenen Tor“ ...

Ja, welcher WZ-Leser weiß denn schon so genau, dass in direkter Nähe der Deichbrücke sich die Wilhelmshavener Entsorgungsbetriebe WEB befinden? Die WEB pumpt tagtäglich in einer unter der heutigen Jadestraße und zukünftigen baumumsäumten Prachtstraße Jadeallee befindlichen Druckrohrleitung gequirlte Fäkalien und Krankenhausabwässer bis zum Banter Siel, von wo sie in die Nordsee direkt in die Nähe des Bade-Südstrandes fließen.
Aber das spült dem Wilhelmshavener Eigenbetrieb WEB ja regelmäßig Geld in die Kassen, von dem die Wilhelmshavener Bürger nichts sehen.

Am 17.08.1996 berichtete die WZ, dass Wilhelmshavens Oberbürgermeister Eberhard Menzel während eines offiziellen Festaktes im Kontext einer Inbetriebnahme der Klärschlamm-Intensivfaulungsanlage daran erinnerte, dass 20 Jahre zuvor die Zentralkläranlage in Betrieb genommen worden sei. Sie habe mehrere kleine Anlagen und das sogenannte „Goldene Tor“, den ungeklärten Durchlaß im Banter Siel, ersetzt, so Menzel. Das Banter Siel dürfte es demnach gar nicht mehr geben ...

Geklärt wurde seitdem Einiges: Vor allem, dass die Bürgerinitiative >Die Kaiserlichen KanalarbeiterInnen< in der jüngeren Vergangenheit an das Licht der Öffentlichkeit brachte, dass das Banter Siel sich heute noch für die Stadt Wilhelmshaven und deren Eigenbetrieb WEB als ein finanzstärkendes „Goldenes Tor“ präsentiert.

Das aber passt wohl alles nicht so recht zum hochglänzenden Broschüre-Image einer baumumsäumten Jade-Prachtallee in Wilhelmshaven. Sonst hätte WZ-Redakteur Maik Michalski sicherlich schon ein paar deutliche Worte darüber verloren. Für eine diesbezügliche aufklärende WZ-Berichterstattung wäre es vermutlich ja auch schon zu spät: Der Hotelkomplex COLUMBIA sieht seiner Vollendung entgegen und man mag sich kaum vorstellen, was weitere Investoren zu den unter der Prachtallee in die Jade gepumten gequirlten Wilhelmshavener Hinterlassenschaften sagen würden.

Selbst der Oberbürgermeister ziert sich bereits, nochmals vom „Goldenen Tor“ zu sprechen. So teilt er in einem Grußwort an das Hotel COLUMBIA, das in einer speziellen Beilage der Wilhelmshavener Zeitung vom 17.04.2009 abgedruckt ist unter anderem mit wie folgt: „ ... Wir erleben einen qualitativen Quantensprung: Das neue COLUMBIA bringt Wilhelmshaven einen großen Schritt nach vorn ...“ und „ ... Das neue COLUMBIA-Hotel setzt Maßstäbe und muss für uns ein Ansporn sein, auch das Umfeld des Hotels in einer Qualität zu entwickeln, die der attraktiven Wasserseite angemessen ist. Das wird mit dem Ausbau der Jadeallee geschehen wie auch mit einer städtebaulich-architektonisch hochwertigen Bebauung der benachbarten Wiesbadenbrücke. Das kommunalpolitische Ziel ist eine maritime Stadtlandschaft mit hoher Aufenthaltsqualität für Einwohner und Besucher ...“.

Nein, der Oberbürgermeister mag von der Druckrohrleitung mit den gequirlten Fäkalien unter der zukünftigen Prachtallee bis zur Schokoladenseite am Wasser, also zum Banter Siel, dem „Goldenen Tor“, nichts mehr hören. Es herrsche Ruhe!!! Und so wünscht er in seinem Grußwort dem Hoteldirektor „allzeit zufriedene Gäste, die auch gern wieder nach Wilhelmshaven kommen wollen“ ... Mag man sich vorstellen, dass es im Bereich der Prachtallee allzeit zufriedene Gäste gäbe, wenn diese von der unter ihren Füßen befindlichen Druckrohrleitung erführen?  

„ ... Bis die Allee fertig ist, wird ... noch viel Wasser durch die Jade fließen ...“ schrieb Maik Michalski ... meinte er damit das weiterhin unter der zukünftigen Prachtallee in die Jade fließende Gequirlte? Was man unter der Oberfläche nicht sieht, existiert auch nicht. Das hatte uns bereits der Umweltdezernent Dr. Jens Graul gelehrt ... würde er sonst das Wilhelmshavener Umweltdezernat leiten dürfen??? 

Und ob der Oberbürgermeister mit seiner das COLUMBlA-Hotel betreffenden Bezeichnung eines Quantensprunges Wilhelmshavens die alteingesessenen Hotels in Harnisch gebracht haben könnte, wir wissen es nicht. Es wäre nur zu gut denkbar ...

Und zum Schluss:
Für die Entwicklung der Jadeallee werden, so ist es der WZ vom 16.04.2009 u.a. zu entnehmen, 6,21 Millionen Euro veranschlagt.
900.000,- Euro gibt es aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung [EFRE] sowie 3,5 Millionen Euro aus der Städtebauförderung [Bund / Land].

Folgende Fragen aber stellen sich:
Wie können Behörden, Stadt, Bund und Land Maßnahmen beschließen bzw. Fördermittel bewilligt bekommen wollen, wenn angesichts seit Jahrzehnten weitergeführter Fäkalieneinleitungen am Wilhelmshavener Banter Siel die Grundlagen für eine umweltfreundliche und saubere Lösung nicht geschaffen wurden?


Wie ist es möglich, dass die Wilhelmshavener Tagespresse derartige Fragen nicht aufwirft und insoweit eine Klärung fordert? An einer mangelnden Information innerhalb der Redaktion dürfte es wohl kaum liegen ...

Wie ist es überhaupt möglich, dass sich Wilhelmshavens Bevölkerung mit solchen Zuständen zufrieden gibt?

Hochachtungsvoll:



Hans-Günter Osterkamp


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