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Brauchen wir Internationale Klimaschutzkonferenzen?
17|12|2011



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Bild 1] Kohlendioxid Anstieg

Auf der Klimakonferenz 2011 in Durban  bemühten sich ca. 15000 Teilnehmer aus Politik und Wissenschaft über acht Tage, um belastbare Vereinbarungen zur weltweiten Reduktion von Treibhausgasen zu erarbeiten, - was offenbar misslang].

Seit der Konferenz von Rio 1992 zeigen diese Bemühungen kaum Erfolge. Die CO2-Konzentration in der irdischen Lufthülle steigt ständig weiter an, langsamer während wirtschaftlicher Krisen, schneller bei wirtschaftlichem Aufschwung. Aber sie steigt, während es doch die Aufgabe all dieser Konferenzen war und ist, gemeinsame Beschlüsse zur Senkung dieser Emissionen zu schaffen!

Die Kurve in Bild 1 zeigt das grandiose Verfehlen dieser Aufgabe. Das aber scheint die dafür verantwortlichen Politiker und Wissenschaftler wenig zu beeindrucken, denn sie planen unverdrossen nach dem Ende einer jeden Konferenz schon die Nächste. Trotzdem setzen die Politik und Organisationen wie Greenpeace, Germanwatch und andere ihre Hoffnung immer noch auf weitere aufwendige internationale Klimakonferenzen. Sie sehen in den meist nichts sagenden Absichts- und Schlusserklärungen noch kleine Fortschritte.

Gründe für das Misslingen dieser internationalen Klimaschutzkonferenzen
Wessen Interessen vertreten die anwesenden Politikerinnen und Politiker aus mehr als 190 Nationen? Offenbar wollen sie vor allem wiedergewählt werden und versuchen daher ihr Land vor allzu großen Opfern und ihre Wirtschaft belastenden Zugeständnissen zu bewahren. Besonders rücksichtslos erscheint das Verhalten der USA, die sich weiterhin weigern, verbindlichen Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen zuzustimmen, da sie darin eine Gefahr für ihre  Wirtschaft sehen. Ähnlich argumentieren Kanada und Japan. Dabei ist bekannt, dass Maßnahmen zum Klimaschutz die Wirtschaft fördern und viele zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen können.

Typisch für das Misslingen, einen wirksamen Klimaschutz zu bilden, waren und sind die unterschiedlichen Interessen der an diesen Konferenzen teilnehmenden Länder. Die Industriestaaten sind nicht bereit, wesentliche Abstriche an ihrem Wohlstand hinzunehmen, und die Entwicklungsländer verteidigen ihnen gegenüber ihren Nachholbedarf, mit dem Hinweis, dass die Treibhausgase ja vor allem aus den Industriestaaten stammen.

Eine weitere Gefahr dieser Mammutveranstaltungen: Die Anhäufung vermuteter wissenschaftlicher Kompetenz und politischer Macht wirkt auf viele Menschen beruhigend bis lähmend. Man vertraut einfach den Experten. Auch bemüht man sich von kompetenter Seite, die von uns erwarteten, aber ausbleibenden Erfolge einfach durch die Korrektur unserer Erwartungshaltung zu erklären. In einem Interview von Werner Eckert [SWR1] mit Reinhold Schwarze vom Helmholzzentrum für Umweltforschung 2] meinte dieser auf die Frage, ob Durban ein Misserfolg sei: „Durban war ja nur als Zwischenschritt auf dem Weg zu einem rechtsverbindlichen Abkommen gedacht“. Haben wir nach den Lageberichten der Meteorologen, des IEA und weiterer Institutionen wirklich noch Zeit für solche „Zwischenschritte“?

Gerechte Verteilung der Lasten – Welcher Lasten?
Ein von den Teilnehmern immer wieder angesprochenes Ziel ist eine gerechte Verteilung der Lasten. Diese Forderung geht davon aus, dass Maßnahmen zum Klimaschutz generell eine Last darstellen, ohne zu klären, wen sie belasten.

Sicherlich ist die Forderung einer drastischen Reduktion des CO2-Ausstoßes etwa  eine Belastung für die deutsche Automobilindustrie, die sich gerade im Aufwind befindet und der bisher leider niemand vorschreibt, sparsamere und kleinere Wagen zu produzieren, um Sprit zu sparen. Brauchen wir wirklich Personenwagen mit 300 und mehr PS? Wessen Freiheit würde eingeschränkt, wenn man zugunsten des Weltklimas hier international verbindliche Grenzen setzte?
 
Die schrittweise Umstellung auf eine dezentral organisierte Energieversorgung durch regenerative Energien empfinden große Energiekonzerne zweifellos als eine wirtschaftliche Belastung, da jeder Selbstversorger ein verlorener Kunde ist. Wie einseitig diese Betrachtungsweise ist, zeigt die starke Zunahme der Zahl von Arbeitsplätzen und mittelständischen Betrieben, die Anlagen zur dezentralen Nutzung von Sonne und Wind herstellen oder die hierzu nötigen Speicher zur Glättung des unregelmäßigen Energieflusses entwickeln.

Jede Dämpfung wirtschaftlichen Wachstums erfährt unsere Regierung als Belastung. Deshalb bemüht sie sich ja intensiv, unseren Konsum zu fördern. Dem Klima, und wohl auch uns, wäre dagegen mehr gedient, wenn wir es fertig brächten, uns von diesem Konsumzwang zu befreien.

Eine lebensbedrohende Last lässt sich leider nicht gerecht verteilen: Die Belastung verschiedener Bevölkerungsgruppen durch die verheerenden Folgen des Klimawandels für ihren jeweiligen Lebensraum. Der sich beschleunigende Anstieg des Meeresspiegels zerstört in absehbarer, ja berechenbarer Zeit die Heimat vieler Küsten- und Inselbewohner. Die Meteorologen machen die Erderwärmung für die zunehmende Zahl extremer Wetterereignisse verantwortlich. Diese erzeugen durch Dürren und Überschwemmungen Hunger und Armut. Das verlangt für die betroffenen Menschen nach einer schnellen großzügigen Hilfe durch die Staatengemeinschaft. Man hat zwar in Durban einen Klima-Hilfsfonds beschlossen, aber nicht gesagt, woher die Mittel kommen sollen. Solche Zusagen liegen schon seit Cancun vor.

Als Alternative wächst ein Klimaschutz „von unten“
Die mageren Ergebnisse zehnjähriger Bemühungen um einen wirksamen Klimaschutz durch internationale Klimaschutzkonferenzen sind ein Grund, nach Alternativen  zu suchen. Diese gibt es schon lange. Energieautarke Kommunen, einzelne Dörfer, Bürgerkraftwerke und Privatpersonen entwickelten in einem wesentlich kleineren, weniger spektakulären Rahmen viele durchaus hoffnungsvolle Ansätze zu einem Klimaschutz von unten. Von der Politik und den großen Energiekonzernen wird diese Entwicklung eher gebremst als gefördert.

Die uns weltweit zur Verfügung stehenden regenerativen Energien reichten durchaus für eine Vollversorgung der Menschheit mit Strom und Wärme. Voraussetzung ist, dass die Politik nicht durch restriktive Maßnahmen, etwa durch die Verweigerung ausreichender Einspeisevergütungen für Solarstrom oder durch starke Begrenzung der Nutzung von Windenergie im Binnenland, den dezentralen Ausbau der hierzu nötigen Anlagen behindert.

Was trotz solcher Hemmnisse durch die Regierung in Deutschland erreicht wurde, also auch weiterhin, und zwar weltweit, erreicht werden kann, entnimmt man Bild 2. Man erkennt die stetige, teilweise exponentielle Zunahme der Stromproduktion durch erneuerbare Energien, auch in einem Land außerhalb des Sonnengürtels der Erde! Die dieser Darstellung zugrunde liegenden Statistiken 3] zeigen eindeutig, dass keine Energietechnik schneller zu realisieren ist als der dezentrale Ausbau von Anlagen, die regenerative Energien möglichst dort ernten, wo Strom und Wärme gebraucht werden.

Bild 2] Anstieg der Erneuerbaren Energien

Derartige Beispiele können durch die von ihnen ausgehende Signalwirkung eher den Klimaschutz voran bringen als die Versuche, zwischen 194 Regierungen einen Konsens für kontrollierbare CO2-Minderungsziele zu vereinbaren.

Ein interessantes Beispiel für schnell wachsende Initiativen zum Schutz des Klimas ist Greenpop 4], eine in Südafrika entstandene Organisation, die für weltweite Aufforstung wirbt. Sie fordert die Menschen auf, für 100 Rand [etwa 10 Euro] einen Baum ihrer Wahl zu spenden. Greenpop pflanzt ihn und schickt dem Spender die Koordinaten des Standortes seines Baumes. Vorher erklärt Greenpop dem Spender kompetent und überzeugend die Rückwirkung der Baumpflanzaktionen  auf das Weltklima. Durch ihre positive Einstellung zur Zukunft, die sie mitgestalten wollen, begeistert Greenpop viele, meist junge Menschen. Die Zahl der Mitarbeiter und Sponsoren wächst rasant, ebenso die Zahl der gepflanzten Bäume [während der Konferenz von Durban etwa 1000 Bäume pro Tag]. Man vergleiche die weitgehend folgenlose Absichtserklärung von Cancun, den Waldschutz betreffend mit den erlebbaren und nachweisbaren Erfolgen von Greenpop! 

Fazit:
Um auf umsetzbare Ergebnisse internationaler Klimakonferenzen zu warten, fehlt uns die Zeit.


Wenn es trotz fortschreitender, teils schon endgültiger Schäden durch den Klimawandel noch eine Rettung für unseren Lebensraum gibt, dann kommt diese wohl von unten, von Menschen, die Freude an ihren Ideen und deren Verwirklichung haben und deren Elan und Lebensmut ansteckend wirkt.

Kurt Kreß

Infos zum Autor:
Kurt Kreß ist Physiker. Er bildete Physiklehrer aus und ist Mitautor von Physikbüchern der Verlage Diesterweg und Westermann

Literatur:
1] Die ausführliche Bezeichnung der Durban-Konferenz lautet: 17. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention [COP17] und die 7. Vertragsstaatenkonferenz des Kyoto-Protokolls [CMP 7].
Als „Durchbruch“ dieser Konferenz bezeichneten nach der FR. vom 12.12. ihre Mitglieder den Beschluss, ein „vereinbartes Ergebnis mit rechtlicher Geltung“ zu planen, wohl für weitere Konferenzen.
2] Siehe Interview in „tagesschau.de“ vom 9.12.
3] Siehe Google: Volker Quaschning-Erneuerbare Energien und Klimaschutz, Statistiken.
4] Siehe Google: Greenpop-Planting trees, changing lives, Sozial Enterprise, oder "
www.greenpop.org.

Links:
Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. [SFV] | Solarbrief 3|11
17|11|2011 Weiter kontinuierlicher Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre

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