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Deutsche Umwelthilfe kritisiert den Deutschen Kaffeeverband für sein Festhalten an Einwegbechern
01|10|2015



Da sind wohl noch ein paar Abgasmanipulateure unterwegs.

Studie zu angeblichen Umweltvorteilen von Wegwerfbechern ist aus Sicht der DUH tendenziös – Umweltministerin Hendricks muss Abgabe auf Einwegbecher einführen

Mit dem steigenden Kaffeekonsum nimmt seit Jahren auch die Zahl der weggeworfenen Coffee to go-Becher zu. Darauf macht die Deutsche Umwelthilfe [DUH] anlässlich des Internationalen Tages des Kaffees aufmerksam. Gleichzeitig kritisiert die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation den Deutschen Kaffeeverband, der den Einsatz der Pappbecher nach wie vor für ökologisch verträglich hält. Kaffeehausketten ruft die DUH dazu auf, umweltfreundliche Mehrwegbecher statt Einwegbecher einzusetzen, um die zunehmende Abfallflut zu stoppen. Allein in Deutschland werden jährlich mehr als 2,8 Milliarden Coffee to go-Becher verbraucht.

In einer Stellungnahme vom 2. September 2015 beruft sich der Deutsche Kaffeeverband auf die Ergebnisse einer Studie der niederländischen Organisation für angewandte Wissenschaft TNO. Die Studie, auf die sich der Verband dabei stützt, ist aus Sicht der DUH tendenziös und nicht repräsentativ. "Der Deutsche Kaffeeverband versucht Bürgern das Umweltproblem von Coffee to go-Bechern mit einer veralteten Studie als umweltfreundlich zu verkaufen. Dabei sollte sich der Kaffeehandel darauf konzentrieren, das Einwegbecherproblem zu lösen und auf Mehrweg zu setzen, anstatt Verbraucher zu täuschen", kritisiert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Nach Auffassung der DUH geht die im Auftrag des Einweg-Industrieverbands Benelux Disposables Foundation durchgeführte TNO-Studie beim Vergleich von Einweg- und Mehrwegbechern von verzerrenden Annahmen zu Gunsten der Wegwerfartikel aus. "Die gewählte Füllgröße des Einwegbechers ist zu klein, sein angenommenes Gewicht zu leicht und die CO2-Emissionen sind zu gering. Für Mehrwegbecher wurden dagegen veraltete und deutlich zu hohe Energiewerte für die Warmwasserbereitstellung beziehungsweise die automatische Spülung angenommen", erklärt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Die Hinweise des Deutschen Kaffeeverbands zu hygienischen Bedenken beim Einsatz von Mehrwegbechern hält die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation für vorgeschoben. "Die Lebensmittelhygieneverordnung verbietet die Wiederbefüllung mitgebrachter Mehrwegbecher nicht. Wenn mitgebrachte Becher wiederbefüllt werden, sollten die Mitarbeiter in Cafés eine Sichtkontrolle durchführen, Hygienehandschuhe tragen und den Becher ohne eine Berührung des Abfüllstutzens befüllen. Dann sind mitgebrachte Mehrwegbecher völlig unproblematisch", sagt Fischer. Darüber hinaus sind Kaffeeautomaten zur Selbstbedienung vor den Verkaufstresen in Kantinen, Mensen und an Tankstellen inzwischen Standard. Kunden können sich dort ihre Mehrwegbecher selbst befüllen.

Nach Vorstellung der DUH soll die Nutzung von Mehrwegbechern durch Rabattgutschriften gefördert und Einweg durch die Einführung einer Abgabe von 20 Cent pro Becher unattraktiv gemacht werden. Deshalb fordert der Umweltverband von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Einführung einer Abgabe.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe

weder


Downloads:
DUH Stellungnahme zum Faktenpapier Kaffeeverband
Weitere Hintergrundpapiere, Flyer und Fotos sowie die Umfrageergebnisse zu Coffee to go-Bechern sind im Internet unter www.becherheld.de erhältlich.



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