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Erneuerbare Energien: Biogas & Wasser
10|07|2008



Biogasanlage in Hooksiel. Dort ist man längst weiter als im
"unterentwickelten" Wilhelmshaven!

Bioenergie – Das Multitalent! Nachwachsende Rohstoffe
werden künftig nicht nur zur umweltfreundlichen Energie-
gewinnung verwendet werden, sondern auch als Rohstoff-
quelle in der chemischen Industrie, in der Bauindustrie
und in der Autoindustrie: für Häuser und Autos, Fernseh-
geräte und Dämmstoffe sowie als Verpackungsmaterial
für Geräte aller Art, zum Fahrradbau und zunehmend für
Produkte der Grünen Chemie und des ökologischen Bauens.
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Aus Schilfgras Benzin und Wärme, aus
Hanf Baumaterial und Textilien, aus
Sonnenblumen Schmierstoffe und Auto-
sitze – das alles ist keine Utopie, sondern
eine realisierbare Vision, die zum Teil
heute schon umgesetzt wird.
1992 wurden in Deutschland auf etwa
75.000 Hektar nachwachsende Rohstoffe
für Industrieprodukte angebaut.
2003 waren es schon über 750.000
Hektar und 2007 weit über eine Million
Hektar.
Allein mit Biogas, so eine Studie der
Stadtwerke Leipzig, lässt sich das
gesamte Erdgas, das Deutschland
heute von Putins Gnaden aus Russland
importiert, ersetzen.
Biogas boomt in Deutschland.

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Aber gibt es da nicht den viel diskutierten Konflikt zwischen
Bioenergie und Lebensmittel-Anbau?
Müssen wir uns zwischen Teller und Tank entscheiden? Nicht, wenn
wir heimische nachwachsende Rohstoffe nutzen.

In Deutschland liegen vier Millionen Hektar

Ackerland brach und im hiesigen Wald 40 %

ungenutztes Restholz.

Richtig ist dennoch:
Bioenergie und Wasserkraft stehen im Gegensatz zu den anderen
erneuerbaren Energien nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Biogasanlagen arbeiten simpel:
Die Pflanzen landen in Anlagen, die ähnlich funktionieren wie der
Magen einer Kuh. Es entsteht Biogas mit Hilfe von Mikroorganis-
men. Und Biogas kann zur Erzeugung von Strom, aber auch als
Antriebskraft von Fahrzeugen genutzt werden.

Was Biogasanlagen leisten können, hat RWE angekündigt:
Der zweitgrößte deutsche Energieversorger will eine Biogasanlage
bauen, die mit Hilfe nachwachsender Rohstoffe für 1 Million
Menschen Ökostrom produzieren kann.
2008 werden in Bayern bereits 1.5 Millionen Menschen mit Strom
aus Biogas versorgt.

Das Biogas entsteht aus immer wieder nachwachsenden Rohstoffen
wie Mais und Roggen sowie aus Gülle. Die Natur hat Tausende
verschiedene Energiepflanzen in ihrer Vorratskammer. Allein von
den schnellst wachsenden Pflanzen der Welt, C4-Schilfgräsern, gibt
es 1.745 verschiedene Spezies. Das Problem von befürchteten
Monokulturen ist also lösbar. Das Palmöl in Indonesien oder Malaysia
soll freilich in diesen Ländern verbraucht werden und nicht in
deutschen Autotanks. Und der Regenwald soll nicht für deutsche
Autos gefällt werden.

Landwirtschaftsminister Seehofer kündigte soeben an:
„Wir setzen auf heimische Biomasse.“ Schon bis 2015 wolle
Deutschland 15 Prozent des Stroms aus nachwachsenden
Rohstoffen gewinnen.
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Biomasse ist eine lange verkannte und
vernachlässigte umweltfreundliche
Energiequelle. Nachwachsende Roh-
stoffe gibt es auf Äckern, Feldern und
Wäldern in Hülle und Fülle, ebenso wie
Reststoffe aus Land- und Forstwirtschaft.
Beispiele: Schlachtereiabfälle, Garten-
und Küchenabfälle, Mist, Jauche, Klär-
wasser, Stroh und Resthölzer können
zur Biogasproduktion eingesetzt werden.

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Bioenergie ist die vielseitigste aller

erneuerbaren Energiequellen, das

Multitalent, mit dessen Hilfe Strom,

Wärme und Fahrzeugsprit gewonnen

werden kann. Tschüss Öl, Ciao Gas –

es gibt jetzt eine nachwachsende

Alternative.

Wälder sind Klimaschützer
In deutschen Wäldern verrottet zurzeit viel Holz - häufig zur
Freude der Borkenkäfer. Deutschland muss jedes Jahr etwa
100 Milliarden Euro für Energie aus fernen Ländern aufwenden,
weil wir noch immer unfähig sind, die heimischen und umwelt-
verträglichen Energiequellen im großen Stil zu nutzen.

Land- und Forstwirte können Energiewirte werden oder auch
die Ölscheichs der Zukunft. Den heutigen Ölscheichs geht in
absehbarer Zeit der Stoff aus. Aber nachwachsende Rohstoffe
wird es immer geben.

Alles, was das Erdöl kann, kann die Pflanze auch.
In Buchdorf im bayerischen Landkreis Donau-Ries haben sich
die fünf Landwirte Manfred Karl, Franz Gerstmeier, Willi Lechner,
Manfred Ferber und Werner Reiner zusammengefunden und
eine 2,7 Millionen teure Biogas-Anlage gebaut. Sie haben die
Firma Naturenergie Buchdorf GmbH gegründet. Ihre Biogas-
anlage produziert jeden Tag 16.000 Kilowattstunden Strom.

Voraussetzung für die teure Investition

war das Erneuerbare-Energie-Gesetz,

das ihnen die gut bezahlte Abnahme

ihres Biogases gesetzlich sichert.

Dieses Gesetz garantiert den Bauern [und allen Einspeisern
von
Ökostrom aus Sonne, Wind, Wasserkraft, Erdwärme und
Bioenergie]
die Abnahme ihres Stroms aus regenerativen
Quellen für 20 Jahre.
Die Buchdorfer Bauern nutzen auch die Wärme, die ihre
Biogasanlage produziert und heizen damit die Jugendvoll-
zugsanstalt Kaisheim.
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So organisieren die fünf Bauern
geschlossene Nährstoffkreisläufe und
gewinnen dabei Strom, Wärme und
Dünger ohne Umweltbelastung.
Sie arbeiten mit der Natur und nicht
mehr gegen die Natur.
Und vor allem deshalb, sagen sie, macht
ihnen ihre Arbeit als neue Energiewirte
viel Freude. Ihre Lebensmittelproduktion
betreiben sie weiter.

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Die EU geht davon aus, dass in Europa

bis 2050 etwa 30 % des Gesamtenergie-

verbrauchs aus nachwachsenden Roh-

stoffen gewonnen wird.

Wasserkraft - Die Verkannte!
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Baden-Württem-
berg und Bayern etwa 70.000 kleine Wasserkraftwerke.
Heute sind es nur noch wenige tausend.
Die Energiemonopolisten haben sie fast alle verdrängt. Und
so fließt bis heute viel Wasser ungenutzt den Bach hinunter.
Überall, wo Mittelgebirge sind, kann Wasserkraft noch
reaktiviert werden: nicht nur in Bayern und Baden-Württem-
berg, sondern auch in Rheinland-Pfalz und Hessen, in Sachsen
und Sachsen-Anhalt, in Thüringen und in Nordrhein-Westfalen.

Viele kleine Räder
Bis 2003 war die Wasserkraft der größte regenerative Energie-
produzent in Deutschland. 22 Milliarden Kilowattstunden Strom
pro Jahr aus Wasserkraft ersparen der Umwelt 20 Millionen
Tonnen CO2, neben der Abwärme und anderen Schadstoffen.
Inzwischen ist die Windenergie die stärkste erneuerbare
Energiequelle. Wasserkraft liefert etwa 4 Prozent der Elektrizität
für Deutschland. Weltweit liefern Wasserkraft-Anlagen etwa
16 Prozent des Stroms. Norwegen, Island oder Ghana
produzieren ihren Strom zu fast 100 Prozent aus Wasserkraft,
Österreich zu 72 und die Schweiz zu etwa 50 Prozent.
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Da der Bau riesiger Wasserkraft-Anlagen
in der Dritten Welt oft zur Vertreibung
von Menschen und zu großen Umwelt-
problemen führt und meist einen
empfindlichen Eingriff in die Natur
bedeutet, ist es sinnvoller, Wasserkraft
dezentralisiert zu nutzen und viele
kleinere und mittlere Wasserkraftwerke
zu bauen und zu reaktivieren.
Die Großstädte Nürnberg und Kassel
werden 2008 zu 100% mit Strom aus
Wasserkraft versorgt.

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Klein oder mega?
In Deutschland kann der Anteil der Wasserkraft sicher verdoppelt
werden. Global liegen in den Ländern der so genannten Dritten
Welt die meisten Wasserkraftreserven, zum Beispiel in China,
Indien, Indonesien, in Lateinamerika oder in Bergstaaten wie
Nepal und Tibet. Regenerative Energien sind in der Dritten Welt
Voraussetzung für ökonomische Entwicklung, Gerechtigkeit,
Wohlstand und Demokratie.

Allerdings: „Small is beautiful“.
Megawasserkraftwerke in China und Indien, in Brasilien und
Ägypten gegen den Willen von Millionen Menschen, die
umgesiedelt werden müssen, führen eher zu Umweltproblemen
und sozialen Spannungen als zu wirklichen Lösungen. Aber
viele kleine Wasserkraftanlagen sind nicht nur „beautiful“, sie
sind auch „powerful“.

Seit dem Jahr 2000 haben wir in Deutschland nicht nur „Solar-
energie-Plushäuser“, sondern auch die erste „Plusenergie-Fabrik“.
Für die Wasserkraftwerke Volk AG in Elztal im Südschwarzwald
begann ein neues Zeitalter. Die erste energieautarke Schwer-
maschinenfabrik Europas ging in Betrieb. Die gesamte Energie
für diese Fabrik wird regenerativ erzeugt, über Wasserkraft,
Solaranlagen und Wärmepumpen. Und darüber hinaus wird
noch ein Teil der Öko-Energie verkauft.
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Auch hier wurde zunächst von einer
seltsamen Koalition aus typisch
deutscher Behördenwillkür und
deutschem Öko-Fundamentalismus
versucht, die umweltfreundliche
Energie zu verhindern. 
Das Ökosystem des Flusses Elz
werde durch ein Wasserkraftwerk
geschädigt, so die Argumentation
der „Umweltschützer“.

Ein Gutachten bestätigte jedoch, dass
die Wasserqualität durch das Wasser-
kraftwerk der Firma Volk gewonnen
hat und die Fische über Fischtreppen
nach wie vor wandern können.
Die Fabrik belastet weder das Wasser
der Elz noch die Luft.
Die hier produzierten Wasserturbinen
werden in mehr als ein Dutzend
Entwicklungsländer exportiert.

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Das Potential für Wasserkraft ist noch

lange nicht ausgeschöpft. Fachleute

schätzen, dass allein in Schwaben und

Oberbayern noch viele Millionen

Kilowattstunden Strom jedes Jahr

gewonnen werden könnten.

Ein Beispiel: Das neue Wassertriebwerk unterhalb des
Lechfalls in Füssen ging Ende 2007 ans Netz. Mit etwa
20 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr bringt es
einen doppelt so hohen Ertrag wie sein Vorgänger.
Im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk werden dabei
aber 20.000 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid
eingespart. Die CO2-Belastung am Wasserkraftwerk
Füssen: Null Gramm.
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Deutschlands größtes Projekt zur
Gewinnung regenerativer Energie aus
Wasserkraft ist der Neubau des Natur-
energie-Kraftwerkes in Rheinfelden.
Allein damit können 165.000 Familien
oder über eine halbe Million Menschen
mit regenerativer Energie versorgt
werden.
Wir können bei jedem Wetter sauberen
Strom gewinnen: durch Regen, mit der
Sonne und über den Wind.
Häufig ergänzen sich die regenerativen
Energiequellen, je nach Wetter- und
Windverhältnissen.

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Quelle:
Franz Alt: www.sonnenseite.com
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Die Darstelllung des "Trio Infernale Wilhelmshavens" sorgt für Aufregung.
Eine Menge Wilhelmshavener Bürgerinnen protestieren unter dem Motto "Planungswahnsinn am Banter See tut 5.000 Menschen weh" für den Erhalt des Banter Sees, so, wie er ist. Sie wehren sich gegen eine Wohnbebauung für "Priveligierte". Mehr dazu in einem Video ... [das Bild ist vom 15-07-2014] ... .... zum Video | youtube ...



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