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Hamelner Umweltstiftung und Die Grünen und präsentieren alternativen Lösungsansatz gegen Fäkalieneinleitungen
15|03|2011

Guten Mutes präsentierten Bündnis 90 | Die Grünen und das Hamelner Umweltinstitut ihre "100 Prozent Lösung".

Seit 2006 ist in Sachen Badevergnügen am Wilhelmshavener Südstrand alles anders und die Stadt steht unter Zugzwang.

Zwei Tage vor der Ratsentscheidung über Verminderung von Einleitungen ungeklärter Abwässer in den Jadebusen wurde ein weiterer Vorschlag zur Reduzierung der Fäkalieneinleitungen und damit an Wilhelmshavens Südstrand auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

Die Hamelner Umweltstiftung Gewässerschutz und Bündnis 90 | Die Grünen stellen eine Lösung in den Raum, die nach Angaben von Ing. P. Eur. Hans J. Dopheide 100 Prozent der inzwischen weit über die Stadtgrenzen bekannten ekelhaften ungeklärten Einleitungen reduzieren würde.

Seit Jahrzehnten leitet die Stadt Wilhelmshaven ins heutige Naturwelterbe Wattenmeer und in die einzig verbliebene Vorzeigbadezone am Südstrand bei stärkeren Regenfällen auch ungeklärte Fäkalien ein. Erst die Bürgerinitiative "Die Kaiserlichen KanalarbeiterInnen" trugen die Problematik so massiv in die Öffentlichkeit, dass Verwaltung und Stadtväter reagieren mussten - ohne sie, so ist anzunehmen, würden die Badegäste immer noch unaufgeklärt temporär in der braunen Brühe an der von der Süddeutschen Zeitung 2010 getauften "Kot d'Azur" schwimmen und sich öfter über Damenbinden und treibende "Kupferbolzen" während des Badebetriebes wundern.

Die vorgetellte "100 Prozent-Lösung" der Hamelner Umweltstiftung sieht vor, den Schmutzwasserbereich von der übrigen Kanalisation abzukoppeln, Fäkalein und Haushaltsabwässer in ein existierendes Rückhaltebecken zu befördern und von da aus in einer neu zu bauenden, etwa 25 Zentimeter starken PE-Leitung, in die sogenannte Zentralkläranlage der Technischen Betriebe Wilhelmshaven [TBW - vorher Wilhelmshavener Entsorgungsbetriebe WEB] zu pumpen.

Dieses System würde es nach Angaben von Ing. P. Eur. Hans J. Dopheide ermöglichen, nie wieder ungeklärte Abwässer in die Jade verklappen zu müssen. Zu dem vorgestellten System gehören Siebeinsätze für die Gullis, die Schwebstoffe und Sedimente aus dem Regenwasser filtern und individuell auf Maß angefertigt werden können. Diese Siebeinsätze würden dann regelmässig gereinigt werden müssen, genau wie die schon im Abwassersystem befindlichen Auffangkörbe, die "ausgesaugt" werden. Der Preis für die 100 Prozent-Lösung wurde mit etwa 10 Millionen Euro angegeben.


Im Vorfeld eines Workshops im Februar 2011 hatte sich die Hamelner Umweltstiftung um einen Kontakt zur Vorstellung ihrer Lösung beim ortsansässigen Kultur- und Umweltdezernenten Dr. Jens Graul bemüht. Dieser fand wohl statt, die Lösungsvariante wurde aber nicht in den Workshop integriert.

Die Kosten konnte Ing. P. Eur. Hans J. Dopheide nur schätzen, weil ihm wichtige Unterlagen, wie z. B. der Generalentwässerungsplan, vom beschriebenen Dezernenten regelrecht verweigert wurden. Grauls Begründungsversuche gehen in die Richtung, das der Plan ein Konvolut an Informationen beinhalte, die man nicht so leicht verstehen könne. In der Finanzausschussitzung am 14. März 2011 sagte er, dass man dazu Ingenieur sein müsse, was Ing. P. Eur. Hans J. Dopheide zweifellos ist. Der Kultur- und Umweltdezernent lies auch verlautbaren, dass zur Einsicht diese hochkomplizierten Planes ein Ratsbeschluss nötig sei.

Wie auch immer, echte alternative Vorschläge finden wiederum keinen Eingang in eine Diskussion, die eigentlich ergebnisoffen hätte geführt werden müssen. Die Ratsmitglieder und die Verwaltung sollten eigentlich dankbar über jeden Lösungsansatz sein, das Gegenteil scheint aber der Fall zu sein.

Der kommunalen VolksvertreterInnen sind größtenteils genervt und möchten nicht wieder bei "Null" anfangen. Gleichzietig sollen Sie aber einem Vorschlag zustimmen, mit der eine errechnete Einleitungsverringerung um bis zu 85 Prozent möglich sein könnte.

Die Vergangenheit hat allerdings gezeigt, dass Errechnen gut und schön auf dem Papier ist, sich der Sachverhalt in der Realität aber ganz anders darstellt. So regnete es im Juli de Jahres 2010 so heftig, dass innerhalb einer Woche 5 Mal eingeleitet werden musste, also mitten in der Badesaison. Im Jahr 2009 zählten die Kaiserlichen KanalarbeiterInnen 14 Einleitungstage, ebenfalls im Juli.

So ist anzunehmen, dass die vom Kultur- und Umweltdezernenten Dr. Jens Graul vorgeschlagene 85 Prozent-Lösung nicht den gewünschten Erfolg zur Auffrischung des angeschlagenen Badeortimage am Jadebusen beitragen wird.

Zusätzlich wird es auch in Zukunft trotz roter Flagge zur Warnung vor Einleitungen zu unliebsamen Begegnungen der ekligen Art kommen.


Das man etwas tun muss, weil einem die Europäische Union wegen der sich verschärfenden Badegewässerverordnung "im Nacken" sitzt, ist glasklar, nur die anvisierten 20 Millionen Euro, die die Stadt für 85 Prozent weniger Einleitungen veranschlagt, werden dazu nicht ausreichen und was, wenn die Gesetze so verschärft werden, so dass überhaupt nicht mehr eingeleitet werden darf?

Werner Biehl [Bündnis 90 | Die Grünen] plädierte deshalb nochmals im Finanzausschuss, den Tagesordnungspunkt der sogenannten "Mischwassereinleitung" nicht zu behandeln, um wirklich alle Möglichkeiten in einen Bewertungsprozess einfliessen zu lassen. Dazu waren die anwesenden RatsvertreterInnen aber nicht zu bewegen.

Die Kaiserlichen KanalarbeiterInnen werfen in einem Offenen Brief aber noch eine ganz andere Frage auf.

Sie stellen unverhohlen die Frage, ob die Stadt Wilhelmshaven die Kosten für ihre geplante Massnahme überhaupt per Gebührenerhöhung auf die BürgerInnen abwälzen darf, weil ja eigentlich gar kein Grund besteht, die Fäkalieneinleitungen einzustellen, da es dafür eine offizielle Einleitungsgenehmigung gibt. Ein zusätzliches Gutachten bestätigt die Aussage der Bürgerinitiative.


Die zuständigen Technischen Betriebe Wilhelmshaven [TBW - vorher Wilhelmshavener Entsorgungsbetriebe WEB] sind verpflichtet Rücklagen aus den Gebühreneinnahmen der BürgerInnen zu bilden, die dazu dienen, das Abwassersystem zu unterhalten und gegebenenfalls zu erneuern.

Daraus ergibt sich die Frage, wo die Rücklagen denn geblieben sind?

Somit hat die Stadt in der Frage der Fäkalieneinleitungen, neben der "Glanzleistung" jahrzehntelang "nichts grundlegendes" gegen die ekelhaften Einleitungen getan zu haben, gleich mehrere "Baustellen", die sie den BürgerInnen mitten im Wahlkampf plausibel erklären müssen und das dürfte mehr als spannend werden.

Wenn da nicht ´mal einer klagt!


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven


Downloads:
100 prozent Lösung
14|03|11 Anschreiben an den Rat der Stadt
23|06|2008 Gutachten GKMP

Links:
07|09|2010 Fäkalien in der Nordsee Schöne Grüße von der Kot d'Azur
Die Kaiserlichen KanalarbeiterInnen
Fäkalieneinleitungen: Offener Brief an den Rat der Stadt Wilhelmshaven
12|07|07 EXTRA 3 - Fäkalien
Einleitungs Dokumentation laut TBW [ehemals WEB]

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