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Raffineriesterben in Wilhelmshaven?
02|11|2010




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Zwischen Hoffen und Bangen schwebt die Belegschaft der Wilhelmshavener Raffinerie.

Gewerkschaftsvertreter, der ehemalige Chef der Raffinerie, der Betriebsrat, Vertreter aus der Politik und der Verwaltung sowie viele der betroffenen Mitarbeiter und Auszubildenden kamen auf der "Rambla" zu einer Informationsveranstaltung wegen der drohenden Schließung zusammen.

Das Raffineriegeschäft ist dank steigender Nachfrage profitabel:
Zitat: "Conoco Phillips verdoppelt Gewinn
Der US-Ölkonzern Conoco Phillips [NYSE: COP] verdoppelte den Gewinn im dritten Quartal von 1,47 auf 3,06 Milliarden Dollar ...
... Der Gesamtumsatz kletterte von 41,27 auf 49,55 Milliarden Dollar. Prognose: 45,6 Milliarden Dollar. ..."
[Quelle: Conoco Phillips verdoppelt Gewinn | instock.de | 27-10-2010]

Trotz dieser positiven Zahlen im laufenden Geschäftsbetrieb von Conoco Phillips hat die Geschäftsführung in Housten Texas beschlossen, die Erölraffinerie in Wilhelmshaven trotz milliardenschwerer Investition zu schließen und in ein Tanklager umzuwandeln.

Bis zuletzt haben Betriebsrat, Angestellte und Auszubildende gehofft, dass sich das Management aus den USA zu einem Weiterbetrieb durchringt. Die Betroffenen, Politiker und der ehemalige Chef der Raffinerie, Johann van Weelden, setzen darauf, dass die Raffinerie auch zum Verkauf freigegeben wird und suchen nun unabhängig voneinander einen potentiellen Käufer.

Dazu dürfte die Raffinerie aber nicht stillgelegt werden. Der Winter würde dann dafür sorgen, dass die erst kürzlich durchgeführte Revision wiederholt werden müßte, da die Leitungen ohne laufenden Betrieb Rost ansetzen.

Die Betrieb hat nach Aussagen von van Weelden beste Chancen auf dem Weltmarkt. es sind allerdings nicht nur die Gewinnmargen, die die Geschäftsleitung in den USA zur Stillegung bewegen, sondern auch ein Trend in der Erölbranche. Die Mineralölkonzerne versuchten sich von einigen Betrieben zu trennen, um z. B. im Zukunftsmarkt der regenerativen Energien investieren zu können.

Für die Betroffenen ist die Haltung der Geschäftsführung in den USA unverständlich. Die 31 Auszubildenden, die nicht gerade das Ende ihrer Lehrzeit vor Augen haben und sich mit einer abgeschlossenen Ausbildung weiterbewerben können, trifft es doppelt hart. Sie müssen wieder von vorn Anfangen oder hoffen, dass sie ihre Ausbildung in einem anderen Chemiebetrieb fortsetzen können.

Die Gesamtzahl der Arbeitsplätze, die bei einer Stillegung verloren gehen würden, schätzt man mit den Zulieferbetrieben auf etwa 1.400. Damit würde auch der Mittelstand in und um Wilhelmshaven langfristig eine schweren Einbruch verzeichnen.

Die Jadestadt hat in den letzten Jahrzehnten ihren Schwerpunkt auf die bedingungslose Industriealisierung gesetzt und nun zeigt sich, dass man vielleicht doch eine ausgewogenere Wirtschaftspolitik hätte betreiben müssen. Die vergangene und die kommenden Krisen werden die Situation wahrscheinlich noch verschärfen. Es könnte ein drastisches auf und ab für die Jadestadt werden, deren einziger "Strohhalm" der im Bau befindliche Containerhafen ist, auf dem die Chance, einen Arbeitsplatz zu bekommen, für Chemiearbeiter sehr gering sein dürfte.

Haushaltsloch und Milliardenabschreibungen werden wahrscheinlich langfristig dafür sorgen, dass Wilhelmshaven zu den Verlierern im globalen Wettbewerb zählen wird, weil das Gros der kommunalen PolitikerInnen den Einfluß des Weltgeschehens nicht mit in ihre politischen Entscheidungen einbeziehen. Für sie zählt immer noch das Verfahren der eingeschlagenen Datenautobahn, d. h. die Gesamtbetrachtung der Wirtschaftszusammenhänge und kritische Betrachtungen werden grob vernachlässigt.

Interessant war in der letzten Ratssitzung, dass sogar ein Ratsherr gegen seine sonst so geschlossene CDU-Fraktion votierte und für einen 700.000 Euro teuren Kunstrasenplatz in der Südstadt stimmte. Dies zeigt, dass sich auch im politischen Einerlei Wilhelmshaven etwas tut. Dies könnte "Abweichlern" zukünftig Mut machen, ihre Stimme der eigenen Vernunft folgen zu lassen, vielleicht war das Abstimmungsverhalten von Helmut Möhle [CDU] aber auch nur ein kurzes Strohfeuer oder ein Betriebsunfall im laufenden Parteileben.

Der noch amtierende Oberbürgermeister Eberhard Menzel nannte neben den prognostizierten Arbeitslosenzahlen von 1.400 noch weitere bedrückende Summen, die auf Kommune und Steuerzahler jährlich zukommen würden:
- Verlust an Gewerbesteuer: 2,5 Millionen Euro
- Verlust an Kaufkraft: 8,5 Millionen Euro
- Alimentation der Arbeitslosen: 32 Millionen Euro

Das sind keine guten Zukunftsaussichten für "Boomtown", in dem immer noch gehofft wird, so wie damals, beim Zusammenbruch der Olympia-Werke. Es scheint, als habe das Gros der KommunalpolitikerInnen aus der Katastrophe nicht gelernt und viel schlimmer noch, als wolle man nichts lernen.

Mit Schuldzuweisungen ist man ganz schnell beim Gegenüber oder der Weltwirtschaftskrise, selten aber ist man selbstkritisch. Beinahe unbeirrt beharrt man darauf, eingeschlagene, längst ausgetretene Pfade und antiquierte Zielvorstellungen weiter zu verfolgen.

In unseren Videos versuchen wir, Fakten und Stimmungen einzusammeln, die für sich sprechen und ein ganz eigenes Bild der Situation wiedergeben sollen, nicht immer die Phrasen, die uns tagtäglich auch aus dem lokalen Heimatblatt serviert werden, damit die Stimmung nicht umschlägt.

Zu hoffen ist, dass nicht jetzt auch noch INEOS seine Pforten schließt und die Produktion auf andere Standorte ausweitet. Das dürfte dann der Supergau für Wilhelmshaven werden, für das Oberzentrum, das, wie jüngst von der CDU prophezeit von derzeit ca 80.000 Einwohnern Richtung 65.000 schrumpft.

Das Oberzentrum, dem man keine guten Noten in Sachen Kommunikation mit den umliegenden Gemeinden ausspricht, wäre schon jetzt gut beraten, sich über dieses Kommunikationsdefizit ein paar mehr Gedanken zu machen - Arroganz und Überheblichkeit einiger "Volksvertreter" aus der Vergangenheit werden da in Zukunft allerdings nicht weiterhelfen und vielleicht sollte Wilhelmshaven einfach lernen "etwas kleinere Brötchen zu backen".


Wolf-Dietrich Hufenbach
Dokumentarfilmer | Wilhelmshaven

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