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DIW Konjunkturbarometer Juni »Lockdown-Tief durchschritten«



Auch die besonders hart getroffenen Exportwirtschaft hofft auf Aufschwung.

01-07-2020 – Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung [DIW Berlin] gibt für das zu Ende gehende zweite Quartal noch einmal deutlich nach und liegt nun bei einem neuen historischen Tiefstwert von nur noch zwei Punkten.

Im Vormonat waren es immerhin noch 20 Punkte. Zum Vergleich: Für ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft müsste der Indexwert bei 100 Punkten liegen. Dementsprechend dürfte das hiesige Bruttoinlandsprodukt im zweiten Vierteljahr um rund zwölf Prozent und damit in bisher ungekanntem Ausmaß eingebrochen sein. Hintergrund für das abermalige Absacken des Barometerwertes sind zunehmend verfügbare Daten für das zweite Quartal, in das die meisten coronabedingten Einschränkungen fielen. So liegen mittlerweile Produktionszahlen der deutschen Industrie für April vor.

"Die gute Nachricht bei alldem ist, dass die deutsche Wirtschaft den Tiefpunkt bereits hinter sich gelassen haben dürfte – es geht wieder aufwärts", sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Die Lockerungen der Einschränkungen zeigen mittlerweile Wirkung: Der Konsum belebt sich allmählich, die Produktion in der Industrie läuft wieder an, wenngleich die Störungen in den Lieferketten wohl noch nachwirken und insbesondere die zu befürchtende Absatzflaute gegen kräftigere Produktionssteigerungen spricht. Viele Dienstleister kehren zu einem etwas normaleren Geschäftsbetrieb zurück, wobei vorsichtigeres Konsumverhalten, anhaltende Einschränkungen zum Infektionsschutz und vor allem eine – mit Blick auf die Einkommensentwicklung – gedämpfte Ausgabefreude eine stärkere Belebung verhindern.

"In Deutschland dürfte das beherzte Krisenmanagement der Regierung das Schlimmste verhindern", sagt Simon Junker, Experte für die Konjunktur in Deutschland. "Der Bremsklotz wird wohl in den kommenden Monaten der Außenhandel sein, denn in vielen Ländern sind die Auswirkungen der Krise – insbesondere auf den Arbeitsmärkten – gravierender als in Deutschland. Das wird die Nachfrage nach deutschen Autos und Maschinen noch für geraume Zeit belasten."



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