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NABU fordert beim Hochwasserschutz Pakt mit der Landwirtschaft
12|06|2013



Ob die Landwirte beim zunehmenden Landgrabbing den Forderungen der Naturverbände so ohne weiteres nachkommen wird spannend.

Tschimpke: Investitionen in Überflutungsflächen dringend erforderlich

Angesichts der anhaltend dramatischen Situation in den Elbe-Hochwasser-Regionen hat der NABU erneut ein rasches Handeln zur Schaffung von Überflutungsflächen gefordert. In Deutschland gibt es 1,5 Millionen Hektar Auen, davon sind Zweidrittel eingedeicht. An Elbe, Donau, Rhein und Oder sind es sogar 80 bis 90 Prozent. „Das sind die Flüsse, die vom Hochwasser am schwersten betroffen sind. Wir brauchen einen Pakt mit der Landwirtschaft, um den Hochwasserschutz an Deutschlands Flüssen effektiv zu verbessern“, forderte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Die Deichsanierungen seit 2002 hätten zwar einige Orte in diesem Jahr geschützt, an anderen Stellen, wie zum Beispiel in Magdeburg, die Schäden aber deutlich erhöht. Beinahe alle ehemaligen Überflutungsflächen seien heute intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Der NABU fordert bis 2020 mindestens 500.000 Hektar sowie langfristig 80 Prozent der heute landwirtschaftlich genutzten Auen an Flüssen wieder naturnah zu gestalten. Der Deichausbau müsse sich künftig auf Siedlungen und wichtige Infrastruktur konzentrieren. Landwirte und Eigentümer sollten finanziell entschädigt werden, wenn künftig der Deichschutz entfällt und die Nutzung der Flächen an den Hochwasserschutz angepasst wird. „Für einen wirksamen Hochwasserschutz sind zehn Milliarden Euro erforderlich, das ist weniger als die aktuellen finanziellen Schäden derzeit ausmachen. Vorausgesetzt die Landwirtschaft ist mit im Boot, die Maßnahmen werden zentral und länderübergreifend umgesetzt und erforderliche gesetzliche Kompetenzen zur Entschädigungsregelung bei Notwendigkeit für das Gemeinwohl greifen“, so Tschimpke. Darüber hinaus spricht sich der NABU für ein Bundesprogramm „Blaues Band“ für die Renaturierung von Fließgewässern und Auen aus, mit dem der Bund seiner Verantwortung für die ökologische Verbesserung der Bundeswasserstraßen gerecht werden könnte. Besondere Potenziale bieten sich an volkswirtschaftlich unrentablen Wasserstraßen, die aus der Nutzung genommen werden. Aber auch an stärker verkehrlich frequentierten Flüssen könnte ein solches Programm Anreize für eine ökologisch vorteilhaftere Unterhaltung bieten.



Anfang dieser Woche wurden in Brandenburg Havelpolder geflutet und Wehranlagen geöffnet, um den Hochwasserstand der Elbe zu senken. Für den NABU sind Flussrenaturierungen ein wichtiger Beitrag zum Arten-, aber auch Hochwasserschutz, wie das NABU Projekt „Untere Havel“ zeigt, das der NABU gemeinsam mit dem Bund, Brandenburg und Sachsen-Anhalt umsetzt.



„Durch den Rückbau von Deichen und Dämmen werden hier rund 500 Hektar Überflutungsfläche zurückgeholt. Daneben trägt der Anschluss von Flutrinnen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes bei, insbesondere bei Eigenhochwasser an der Havel. Nach Abschluss der Renaturierung werden die Pegel in Rathenow künftig mindestens zehn Zentimeter niedriger ausfallen als heute. Mehr naturnahe Ufer sowie natürliche Strukturen im Fluss werden dafür sorgen, dass sich Tiere und Pflanzen nach einem Hochwasser wieder schneller ansiedeln“, so NABU-Projektleiter Rocco Buchta.

Quelle: NABU


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