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NABU fordert Neuausrichtung der Waldpolitik in Deutschland



Monokulturen haben dazu beigetragen, dass der Wald flächendeckend vertrocknet. Symptomatisch für das Verhalten der Menschen ist ´mal wieder, dass erst dann reagiert wird, wenn es fast zu spät ist.

02-09-2019 | Tschimpke: Naturnahe Mischwälder fördern - Ökologischer Umbau statt Aktionismus - 12-Punkte-Papier vorgelegt

Der NABU fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Waldpolitik in Deutschland. Mit Blick auf den Klimawandel sei eine nachhaltige Strategie nötig, um den Waldumbau in Deutschland so voranzubringen, dass Ökosysteme tatsächlich anpassungsfähiger und damit naturnäher werden. Nur dann sind sie widerstandsfähiger bei Dürre und anderen Wetterextremen. Der NABU hat ein 12-Punkte-Papier mit den nötigen Schritten für einen ökologischen Waldumbau vorgelegt. Darin wird beispielsweise die Förderung der natürlichen Verjüngung des Waldes gefordert.
 
"Es bringt nichts, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen, wie die flächige Räumung von absterbenden Forsten und einseitig Nadelbaumarten zu fördern. Anstatt aktionistisch Geld mit der Gießkanne zu verteilen, sollte Julia Klöckner eine naturorientierte Waldwirtschaft unterstützen", sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich eines Treffens der Verbände mit Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner am Donnerstag. Die Ministerin hatte die Verbände zur Vorbereitung des Waldgipfels im September eingeladen.
Staatliche Hilfen müssen auch in der jetzigen Situation darauf zielen, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und der Ökosystemleistungen zu fördern. Bei Maßnahmen zur Wiederbewaldung muss der standortheimischen Naturverjüngung Vorrang eingeräumt werden. Dazu müssen auch die Jäger ihren Beitrag leisten, denn zu viele Rehe und Hirsche verhindern viel zu oft das Aufwachsen der kleinen Baumkeimlinge. Darüber hinaus besteht jetzt die große Chance, Totholz im Wald zu fördern. Es ist ein entscheidendes Strukturelement, bietet Lebensraum für Insekten, Pilze und Vögel, speichert Kohlenstoff und Nährstoffe und durch die Zersetzung entsteht Humus und erhöht dadurch die Wasserspeicherkapazität des Bodens. Deshalb müssen trockene Bäume, das sind derzeit vor allem Fichten, zumindest im öffentlichen Wald als Totholz im Wald belassen werden.
Sollten doch Anpflanzungen notwendig sein, muss sich die Neupflanzung auf europäische Baumarten beschränken. "Bei Maßnahmen zur Wiederbewaldung in Schutzgebieten dürfen ausschließlich standortheimische Bäume wie Eichen und Buchen, in Fauna-Flora-Habitat-Gebieten nur lebensraumtypische Baumarten verwendet werden", sagt Heinz Kowalski, waldpolitischer Sprecher des NABU-Präsidiums.

Quelle: NABU



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